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Hofheld-Praktikain Natascha hat genung von Bericherstattungen auf Bauer-sucht-Frau-Niveau. Sie erklärt, welchen Beitrag die Hofheld-Community leistet, um die reelle Landwirtschaft zu präsentieren.

Zwischen Bauer-sucht-Frau-Klischees und Realität

Hofheldin Natascha hat genung von Bericherstattungen auf Bauer-sucht-Frau-Niveau. Sie erklärt, welchen Beitrag die Hofheld-Community leistet, um die reelle Landwirtschaft zu präsentieren.

Die Zeit der angeblich amüsanten Alliterationen hat wieder begonnen – RTL versucht erneut der Gesellschaft zu zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert. Nur dass die Welt rund um Kuhstall, Trecker und Ackerbau wie Inka sie präsentiert, so gut wie gar nichts mit der Realität zu tun hat, merken die wenigsten Zuschauer der RTL-Zielgruppe.

Fast 5,5 Millionen „Agrarinteressierte“ vor den Bildschirmen – aber wie viele davon wissen wie der Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb wirklich aussieht? Wie viele wissen wie die Milch in das Supermarkt-Regal kommt oder das Suppenhühnchen in der Tiefkühltruhe landet? Von diesen 5,5 Millionen sind es wohl die wenigsten…

Dass einen Landwirt mehr ausmacht als einen überdimensionierten Garten mit zwei Schafen, fünf Kaninchen und einem alten klapprigen Trecker zu haben, geht an diesem Format vollkommen vorbei.

Sie werden es aber über dieses Format auch nicht lernen, denn viel mehr als die fehlenden Kochkünste der jungfräulichen Jungbauern oder das Plastikgeschirr beim munteren Milchbauern wird kaum tiefergehend thematisiert. Am Rande wird mal ein Kalb gestreichelt, die Hühner gefüttert oder eine Runde mit dem Trecker über die Wiese gedreht. All das scheint jedoch nur zur Gaudi des „Bauern“ zu erfolgen, ohne den Hintergrund, dass er damit seine Brötchen verdienen und seine vielleicht bald Angetraute ernähren muss.

giphy

Aber gönnen wir unseren Vorzeige-RTL-Bauern mal eine Woche Entspannung, schließlich sollen sie in der Hofwoche keine Bestleistungen auf dem Acker zeigen, sondern unter den besonderen Bewerberinnen, die erstaunlicherweise jedes Jahr wieder ein ausgeprägtes Faible für Stallluft und Mist an den pinken Gummistiefeln mitbringen, ihre große Liebe finden, um sich endlich von dem klischeehaften Rockzipfel ihrer Mutter zu lösen.

Noch schlimmer als Bauer sucht Frau sind vermeintlich seriöse Reportagen

Weitaus schlimmer als ein solches TV-Format, bei dem inzwischen der fehlende Bezug zur Realität einigen klar geworden sein sollte, sind vermeintlich seriöse Reportagen oder Beiträge von den öffentlich-rechtlichen Kanälen. Dabei möchte ich nur kurz auf das NDR-Spiel „Schlauer Bauer“ oder den erst vor kurzem im NDR erschienene TV-Beitrag „Armes Kalb – Abfallprodukt der Milchindustrie“ hinweisen.

Selbst vor der Politik machen solche Auslegungen der Landwirtschaft keinen Halt wie Umweltministerin Hendricks Anfang des Jahres auf beängstigende Weise gezeigt hat. Aber darüber wurde bereits genug diskutiert, ich will nur sagen, dass immer dann, wenn so etwas wieder aktuell in den Medien aufkommt, Unbehagen in der breiten Masse der Landwirte entsteht und sie in der Öffentlichkeit aufbegehren.

Die reelle Landwirtschaft muss immer präsent sein

So lief die ersten Tage nach Ausstrahlung des NDR-Beitrags eine Foto-Aktion auf Facebook, bei der Landwirte gezeigt haben, dass sie sich um jedes Kalb kümmern, egal ob männlich oder weiblich, konventionell oder bio, zu teuer oder wirtschaftlich rentabel. Doch natürlich ebbte auch diese Aktion wieder ab. Allerdings liegt genau da das Problem, die reelle Landwirtschaft muss immer präsent sein und nicht erst dann, wenn sie wieder irgendeinen diffamierenden Beitrag gerade biegen muss.

Also mein Aufruf an euch alle, teilt eure Leidenschaft, die Landwirtschaft mit all ihren Facetten der Bevölkerung, also euren Kunden, mit. Nutzt die Vielfalt der Kanäle, die euch das moderne Zeitalter – in dem wir im Gegensatz zu so manch einem Bauer-sucht-Frau-Kandidaten zum Glück schon angekommen sind – bietet.

Leiste Deinen Beitrag und werde Hofheld-Snapchatter

Wir von Hofheld arbeiten seit nun mehr als einem Jahr genau daran, nämlich vor allem jungen Menschen zu zeigen, wie cool und up-to-date Landwirtschaft im echten Leben aussehen kann. Einige von euch sind schon durch eigene Blogs, Facebook-Seiten oder Instagram-Accounts fleißig in der Öffentlichkeitsarbeit tätig, aber in euch allen steckt das Potential dazu, aktiv zu werden.

Landwirtschaft bietet so viele interessante, lustige, freudige und manchmal eben auch traurige Geschichten, die bei jedem Schritt auf einen lauern. Ihr werdet es vielleicht unter Alltag abhaken, für viele da draußen ist es jedoch etwas Besonderes die Geburt eines Lamms, eine Kuh im Melkroboter oder 240 Pferdestärken auf dem Acker zu erleben.

Zweifelt nicht an eurer Reichweite, auch wir können vieles erreichen und gehen nicht ungehört unter. Macht mit und zeigt die Realität der Landwirtschaft auf unserem Snapchat-Account. Für euch ist es nur ein kleiner Schritt, aber für die Landwirtschaft und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ein ganz großer.

P.S.: Und übrigens, für Snapchat braucht es keinen Technik-Crack und auch keine Heidi Klum 😉

Eure Natascha

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