"Du dummer Bauer" ist nicht nur unhöflich, sondern auch schlichtweg falsch. Denn wer Landwirt werden will, muss ganz schön Köpfchen haben. Marlies Logemann erklärt, was hinter der Ausbildung zum Landwirt steckt.

Wie wird man eigentlich Landwirt?

„Du dummer Bauer“ ist nicht nur unhöflich, sondern auch schlichtweg falsch. Denn wer Landwirt werden will, muss ganz schön Köpfchen haben. Marlies Logemann erklärt, was hinter der Ausbildung zum Landwirt steckt.

Gerade hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Zahlreiche junge Frauen und Männer lernen auf ihrem landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb alles kennen, was sie für ihren Beruf als Landwirt bzw. Landwirtin wissen müssen. Was das genau ist, haben wir Marlies Logemann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gefragt.

"Du dummer Bauer" ist nicht nur unhöflich, sondern auch schlichtweg falsch. Denn wer Landwirt werden will, muss ganz schön Köpfchen haben. Marlies Logemann erklärt, was hinter der Ausbildung zum Landwirt steckt.

Marlies Logemann ist Beraterin für Aus- und Fortbildung sowie Landjugend. Foto: LWK Niedersachsen

Was beinhaltet die Ausbildung zum Landwirt?

Landwirte/innen arbeiten draußen, mit Maschinen, im Stall und im Büro. Sie erzeugen Lebensmittel und Rohstoffe. Die wichtigste Aufgabe ist neben der umweltschonenden Erzeugung nachwachsender Rohstoffe die Versorgung mit qualitativ hochwertigen und gesunden Nahrungsmitteln. Zu ihren Tätigkeiten zählen Pflanzen säen, düngen und ernten, Tiere züchten, aufziehen und versorgen, Maschinen bedienen, warten und pflegen sowie Leistungskontrollen und Dokumentationen am PC. Die Ausbildung erfolgt in mindestens zwei Betriebszweigen der Pflanzen- und Tierproduktion.

Wie läuft die Ausbildung zum Landwirt ab?

Die Ausbildung findet im dualen System auf anerkannten Ausbildungsbetrieben und in der Berufsschule statt. Es wird ein Ausbildungsvertrag zwischen Auszubildendem und Ausbildungsbetrieb geschlossen, der bei der zuständigen Stelle eingetragen werden muss. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Es besteht die Möglichkeit als erstes Ausbildungsjahr den erfolgreichen Besuch einer Berufsfachschule anerkennen zu lassen. Dazu muss ein gemeinsamer Antrag von Ausbilder und Auszubildenden gestellt werden. Während der Ausbildung legt der Auszubildende eine Zwischenprüfung ab, die Ausbildung endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung.

Welche Qualifikationen erlange ich im Laufe der Ausbildung?

Es werden die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für das Töten lebensschwacher oder schwerverletzter Wirbeltiere im Einzelfall im eigenen Betrieb/ Tierbestand erlangt. Zudem muss jeder, der beruflich Pflanzenschutzmittel anwendet, verkauft oder über den Pflanzenschutz berät, seit dem 26. November 2015 den bundeseinheitlichen Sachkundenachweis besitzen. Dieser wird mit der Abschlussprüfung erlangt.
"Du dummer Bauer" ist nicht nur unhöflich, sondern auch schlichtweg falsch. Denn wer Landwirt werden will, muss ganz schön Köpfchen haben. Marlies Logemann erklärt, was hinter der Ausbildung zum Landwirt steckt.

Bei der landwirtschaftlichen Ausbildung erlangst Du  zahlreiche Qualifikationen. Foto: imago

Wie siehts mit dem Traktorführerschein aus?

Der T- Führerschein sollte zur Ausbildung vorliegen. Er kann aber seit dem letzten Jahr durch eine Qualifizierungsmaßnahme für den Erwerb des T-Führerscheins gefördert werden. Die Fahrerlaubnis der Klasse T gilt für das Führen landwirtschaftlicher Zugmaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h für Personen von 16 bis 18 Jahren bzw. 60 km/h für Personen ab 18 Jahren sowie für das Führen selbstfahrender Arbeitsmaschinen wie z.B. Mähdrescher oder Futtermischwagen bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h. Die Förderung beträgt 60 Prozent der förderfähigen Kosten, wodurch die Teilnehmenden von einer reduzierten Gebühr für den Erwerb des T-Führerscheins profitieren.

Was muss jemand mitbringen, der Landwirt werden will?

Spaß an der praktischen Arbeit, handwerkliches Geschick, Interesse an Natur und Umwelt, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Technisches Verständnis, Freude an der Arbeit mit Tieren, Freude an der Arbeit mit Pflanzen, Körperliche Fitness und Ausdauer, Bereitschaft zu saisonbedingten, unregelmäßigen Arbeitszeiten und Überstunden, Bereitschaft zur Arbeit an Wochenenden, Flexibilität, da die Arbeit nicht immer planbar ist, einen soliden Hauptschulabschluss mit guten Noten in den Naturwissenschaften, Mathematik etc.

Beitragsbild: imago

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