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Hofheld-Partner KTBL hat eine Leitlinie herausgegeben, die Landwirten helfen soll, das Tierwohl in ihren Ställen zu überprüfen. Friderike hat das mal ausprobiert.

Wie sauber sind meine Tiere?

Hofheld-Partner KTBL hat eine Leitlinie herausgegeben, die Landwirten helfen soll, das Tierwohl in ihren Ställen zu überprüfen. Friderike hat das mal ausprobiert.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Hallo liebe Hofhelden,

wir Landwirte mit Kühen oder Schweinen sind jeden Tag darauf bedacht, dass es unseren Tieren gut geht. Wir bauen Ställe für sie und richten sie ein. Doch wer genau weiß eigentlich was dem Tier wirklich gut tut oder ob sie sich dort auch wohl fühlen?

Das KTBL hat dazu eine neue Leitlinie herausgegeben. „Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Rind“, nennt sich diese und ist von einem Expertenkreis zusammengestellt worden. Das soll uns Landwirten helfen, im Alltag nicht betriebsblind zu werden, das Wohl unserer Tier immer im Auge zu behalten und die tägliche Eigenkontrolle besser durchzuführen. Ich habe das einmal ausprobiert.

Im Leitfaden werden verschiedene Punkte zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Kühe beschrieben und Indikatoren festgelegt, um das Tierwohl zu messen. Da wäre zum Beispiel die Anzahl der behandelten Euterentzündungen, die Klauengesundheit, Anzahl der Schwergeburten, die Qualiität der Liegeboxen oder das Vertrauensverhältnis zwischen Kuh und Landwirt.

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Ich habe mich für den Verschmutzungsgrad der Kühe entschieden, denn für Besucher und Außenstehende ist das meistens das erste was ins Auge fällt. Ganz unabhängig davon ist uns schon immer die Sauberkeit der Kühe wichtig gewesen, denn für uns Melker ist es auch unangenehm dreckige Kühe zu melken, ganz abgesehen von der Hygiene! Ich habe also 34 Kühe aus der Herde bewertet – das sind 40 % unsereres Bestands – und 10 Trockensteher/ tragende Rinder.

Bewertet werden der Verschmutzungsgrad des unteren Hinterbeins, des oberen Hinterbeins und des Euters. Es gibt zwei Bewertungen: 0 ist sauber und 1 ist verschmutzt. Als verschmutzt gilt, wenn die Masse des Schmutzes eine Handfläche misst. Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ganz zufrieden:

  • am unteren Hinterbein habe ich bei 17 Tieren aus der Herde Grad 1 festgestellt (entspricht 50%) und bei 8 Tieren bei den Trockenstehern/Tragenden (entspricht 80%).
  • am oberen Hinterbein habe ich bei 5 Tieren aus der Herde Grad 1 festgestellt (entspricht 15%) und bei 4 Tieren bei den Trockenstehern/Tragenden (entspricht 40%).
  • am Euter habe ich bei 2 Tieren aus der Herde Grad 1 festgestellt (entspricht 6%) und bei keinem Tier bei den Trockenstehern/Tragenden.

Diese Werte dokumentiere ich nun und in einem halben Jahr wiederhole ich diese Bewertung um zu sehen, wie es sich verändert hat.

Hofheld-Partner KTBL hat eine Leitlinie herausgegeben, die Landwirten helfen soll, das Tierwohl in ihren Ställen zu überprüfen. Friderike hat das mal ausprobiert.

Die Euter meiner Kühe sind grundsätzlich ziemlich sauber. Foto: privat

Ich bin sehr froh über die sauberen Euter und oberen Beine, das liegt an unseren guten Boxen, die 1x pro Woche frisch eingestreut werden.

Hofheld-Partner KTBL hat eine Leitlinie herausgegeben, die Landwirten helfen soll, das Tierwohl in ihren Ställen zu überprüfen. Friderike hat das mal ausprobiert.

Unsere Boxen streuen wir einmal die Woche frisch ein. Foto: privat

Ich habe natürlich auch darüber nachgedacht, woran der hohe Verschmutzungsgrad an den unteren Beinen liegt. Daran ist leider die Länge unseres Stalls schuld. Wir säubern unsere Laufgänge mit einem Schieber, der den Kot vor sich her in eine Grube schiebt. Leider muss dieser Schieber 100 m schieben bis zum Schacht und dann sammelt sich eine Menge Kot, durch den die Kühe durch gehen müssen. Daher also die dreckigen Unterbeine. Ein weiterer Grund ist die dünnflüssige Konsistenz des Kots, der zu weit am Bein hoch spritzt.

Hofheld-Partner KTBL hat eine Leitlinie herausgegeben, die Landwirten helfen soll, das Tierwohl in ihren Ställen zu überprüfen. Friderike hat das mal ausprobiert.

Weil unser Schieber 100 Meter weit schieben muss, sammelt sich relativ viel Kot, in den die Kühe treten. Foto: privat

Um nun das Tierwohl zu verbessern kann ich den Stall nicht umbauen , aber ich kann die Fütterung etwas anpassen und den Kühen die Gelegenheit geben auf der Wiese dem Kot aus dem Weg zu gehen 😉

Ihr seht, wir machen uns unsere Gedanken und setzten kritische Aussagen auch im Rahmen unserer Möglichkeiten um. Daher finde ich die Idee des KTBL mit dem Leitfaden richtig gut, um unsere Aufmerksamkeit schärfen und das Wohlbefinden der Tiere zu steigern.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Friderike

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Friderike ist als Hofheld-Bloggerin exklusiv powered by KTBL. Was auf ihrem Hof sonst so los ist, zeigt sie Dir hier.

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