Am 1. & 2. September findet sie endlich statt – die 65. Weltpflügermeisterschaft. Und dann so soll alles vorbei sein? Jahrelanges Schrauben und Training passé? Wettpflüger Florian kann und will das momentan noch gar nicht glauben.

Wettpflügertagebuch: Trainingsendspurt

Am 1. & 2. September findet sie endlich statt – die 65. Weltpflügermeisterschaft. Und dann so soll alles vorbei sein? Jahrelanges Schrauben und Training passé? Wettpflüger Florian kann und will das momentan noch gar nicht glauben.

Leistungspflüger Florian bloggt für Dich von seinem Weg zur WM 2018.

Leistungspflüger Florian bloggt für Dich von seinem Weg zur WM 2018.

Hallo Hofhelden,

ihr habt lange nichts mehr von mir gehört. Das liegt daran, dass ich mich voll auf die Vorbereitungen zur 65. Weltpflügermeisterschaft konzentriert habe. Das ist mein absoluter Höhepunkt des Pflügerlebens. Einmal an einer WM teilnehmen zu können war mein großer Traum, der nun auf dem Hofgut Einsiedel (bei Tübingen) in Erfüllung geht.

Am 1. & 2. September findet sie endlich statt – die 65. Weltpflügermeisterschaft. Und dann so soll alles vorbei sein? Jahrelanges Schrauben und Training passé? Wettpflüger Florian kann und will das momentan noch gar nicht glauben.

Einmal bei der WM teilzunehmen war mein großer Traum – jetzt geht er in Erfüllung. Foto: privat

Die letzten Wochen waren echt turbulent und es blieb so allerhand liegen. Ich bin kein Profisportler mit fetten Sponsoring-Verträgen, sondern geh tagsüber schön brav ins Büro zum Arbeiten. Das heißt, dass ich abends und an den Wochenenden jede freie Minute auf dem Schlepper sitze und trainiere. Mal alleine, mal mit meinem Vater Dietmar Sander und ab und an bekomme ich Besuch von meinen beiden Trainern Hans Hörnel und Sebastian Körkel aus der Ortenau (Baden). Sebastian kennt ihr bestimmt noch aus den Zeiten der dlz next: Er hat „damals“ live von seiner WM-Teilnahme in Kanada gebloggt. Und so schließt sich der Kreis. Über die Unterstützung von meiner Familie und meinen Trainern bin ich sehr dankbar und ich freue mich über jeden, der mich auf dem Feld besucht.

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Mittlerweile habe ich etwa 90 Übungsbeete umgepflügt. Foto: privat

Mittlerweile habe ich rund 6 Hektar Stoppel und 5,5 Hektar Grünland umgepflügt. Das entspricht etwa 90 Übungsbeeten. Je mehr Beete man macht, desto mehr Routine bekommt man. Auf der anderen Seite geht man immer weiter ins Detail und überlegt sich noch eine weitere Einstellmöglichkeit und muss dann wiederum schauen, dass man mit den Zeitvorgaben zurechtkommt. Die eine oder andere Veränderung war aber witterungsbedingt notwendig. Die Böden sind steinhart. Mein Vorteil: Der Kvernelandpflug ist schwer, richtig schwer – da beschwert sich mein Fendt ab und zu 🙂 Dafür zieht er aber auch bei den trockenen Bedingungen einigermaßen ein. Das könnte mein großer Vorteil bei der WM sein, wenn kein Regen mehr kommt …

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In Baden-Württemberg hat es ab und an mal geregnet. Um Wettkampfbedingungen herzustellen, habe ich meine Übungsflächen beregenet. Foto: privat

Bis jetzt hat es in Baden-Württemberg aber ab und an mal geregnet. Von Hans und Sebastian erfahre ich aus erster Hand, was vor Ort los ist und wie sich der Boden verändert. Ich versuche dann hier im Norden ähnliche Bedingungen zu schaffen und stelle die Beregnung auf den Trainingsflächen auf. Das ist zwar zusätzliche Arbeit, optimiert aber das Training. Klar gibt es immer noch was zu verbessern, aber jetzt kann ich sagen: es LÄUFT! Mit gutem Gewissen kann ich diese Woche das Gespann auf den LKW fahren und in den Süden schicken. Dann wird es nochmal spannend.

Am 1. & 2. September findet sie endlich statt – die 65. Weltpflügermeisterschaft. Und dann so soll alles vorbei sein? Jahrelanges Schrauben und Training passé? Wettpflüger Florian kann und will das momentan noch gar nicht glauben.

Bald wird mein Gespann auf den LKW Richtung Süden verladen. Foto: privat

Auf Einsiedel sind schon die ersten Nationen eingetroffen und trainieren. Sicher wäre es spannend live zu sehen, was die anderen so drauf haben, wie sie mit dem Boden zurechtkommen, mit welchen Kniffs und Tricks sie arbeiten. Auf der anderen Seite ist auf dem Gelände der 65. Weltpflügermeisterschaft auch schon richtig Medienrummel: Fernsehteams laufen mit Kameras über den Acker, die Tagespresse will Fotoaufnahmen und fürs Radio werden Interviews aufgezeichnet. An ein konzentriertes Training ist da kaum mehr zu denken. Da bin ich echt froh, dass ich noch in meiner Heimat bin und mich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Wobei – diese Woche hatte ich auch schon Besuch. agrarheute-Redakteuren scheint auch die weiteste Anreise nichts auszumachen 🙂

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Auf dem Gelände der Weltmeisterschaft ist die Presse schon zugange. Foto: privat

So das war es jetzt erst mal für heute. In genau zwei Wochen sitze ich zu dieser Zeit im feinen Zwirn bei der Siegerehrung der Festscheune und platze vor Aufregung, weil ich noch nicht weiß, zu welcher Platzierung es am Ende für mich gereicht hat. Jetzt lehne ich mich aber zurück, trinke ein kleines Feierabend-Bierchen und telefoniere noch einmal mit meinem Trainer Hans. Die letzten Details müssen besprochen werden.

Am 1. & 2. September findet sie endlich statt – die 65. Weltpflügermeisterschaft. Und dann so soll alles vorbei sein? Jahrelanges Schrauben und Training passé? Wettpflüger Florian kann und will das momentan noch gar nicht glauben.

Ich danke allen, die mich bei meinem großen Traum unterstützen. Foto: privat

Ach übrigens: Ich gehe doch schwer davon aus, dass ihr mich bei der WM vor Ort unterstützt. Schaut doch ab und zu mal auf der Facebookseite ‚weltpfluegen2018‘ vorbei. Dort werden immer wieder Eintrittskarten für das „Herbstmärchen“ verlost. Denn wir Pflüger können jetzt das gut machen, was unsere Fußball-Jungs im Sommer vermasselt haben. Wir können den WM-Titel für die gebeutelte Nation noch nach Deutschland holen 🙂

Bis demnächst,

Florian

Alle Teile von Florians Leistungspflügertagebuch auf Hofheld kannst Du hier lesen.

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