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Der Bundesentscheid vergangenes Wochenende ist mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen: Höhen und Tiefen wechselten sich bei Leistungspflüger Florian Sander ab …

Wettpflügertagebuch: Gewonnen und doch verloren

Der Bundesentscheid vergangenes Wochenende ist mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen: Höhen und Tiefen wechselten sich bei Leistungspflüger Florian Sander ab …

Leistungspflüger Florian bloggt für Dich von seinem Weg zur WM 2018.

Leistungspflüger Florian bloggt für Dich von seinem Weg zur WM 2018.

Hallo Hofhelden,

meinen Weg zum Bundesentscheid konntet ihr ja auf dem Hofheld-Snapchat-Kanal verfolgen. Ich hoffe, dass ihr genauso viel Spaß damit hattet wie ich. Die Jungs und Mädels auf dem Acker hatten sichtlich Spaß mich beim Chatten zu beobachten.

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Zwischendrin ein Selfie für den Hofheld-Snapchat-Kanal. Foto: Fischer

Jetzt aber Butter bei die Fische. Wie war der Wettbewerb? Am Samstag war der theoretische Teil des Wettbewerbs. Beim Ausfüllen des Fragenkatalogs zählt nur eins: Punkte sammeln. Das ist mir ganz gut gelungen. Von den 40 Fragen hatte ich nur einen Leichtsinnsfehler und lag mit 9,75 Punkten voll im Soll.

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Die Schlepperparade der Teilnehmer. Foto: Fischer

Dann der Wettkampftag. Schon morgens setzte der Regen ein: Shitwetter vom Feinsten. Aber da mussten alle durch. Mit einer Stunde Verspätung ging es schließlich auf meine Parzelle. In direkter Nachbarschaft waren die größten Konkurrenten, wenn man nach der Trainingsleistung geht.

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Schlammschlacht war wohl die richtige Bezeichnung für die Bodenbedingungen. Foto: Fischer

Doch die Bedingungen im Wettkampf waren im Vergleich zur Trainingszeit komplett anders: Der Sandboden war nass, das Vorgewende glich schon bald einem Schlachtfeld, durch das der Schlepper kaum zu lenken war. Bei jedem Wenden ging wertvolle Zeit verloren, um richtig in die Furche zu fahren. Und auch die Einstellungen aus dem Training waren nur bedingt zu gebrauchen…

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Die Einstellungen am Pflug musste ich akkurat anpassen. Foto: Fischer

So nahm der Wettbewerb seinen Lauf. Jeder hatte mit dem einen oder anderen Problem zu kämpfen. 100 Meter geradeaus waren für viele nicht machbar, da eine Senke mitten im Acker war. Oder aber der Pflug ging zu tief rein und es kam toter Boden nach oben beziehungsweise die gleichmäßige Furchenzeichnung war kaum noch zu erkennen.

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Kurz vor der 1. Furche war höchste Konzentration angesagt. Foto: Fischer

Für die Zuschauer muss der Eindruck entstanden sein, dass jeder Pflüger bis zum Ende des Wettkampfs mit sich, dem Gespann und der Parzelle gerungen hat, um die Parzelle bestmöglich zu bearbeiten.

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Mein Fanclub verfolgte gebannt das Geschehen auf dem Acker. Foto: Fischer

Dank der neuen Bodenbedingungen musste ich die Einstellungen (am Pflug) im Beet anpassen und den Pflug auf den letzten 30 Metern anheben, dies war das größte Problem, da ich den Pflug normalerweise nur auf den Stützrädern laufen lasse. Dadurch entstanden nicht gleichmäßige Furchendämme die voll in die Bewertung eingegangen sein müssen. Aus diesem Grund wurde bei der Beet-Bewertung auf der Wendeseite ein Punkteunterschied von 20 Punkten im Vergleich zur Startseite bewertet.

Da man seine eigenen Fehler kennt, zieht man nach getaner Arbeit von Parzelle zu Parzelle und vergleicht seine Parzelle mit denen der Mitstreiter. Im Schlepptau hatte ich meinen heimischen Fanclub, mit den frisch bedruckten Fan-Shirts von Granit.

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Ich hatte meinen eigenen Fanclub mit extra Fan-Shirts. Foto: Fischer

Fazit nach dem Rundgang: Für einen Podest-Platz sollte es auf jeden Fall reichen. Doch welcher würde es sein? Ziel war schließlich die Titelverteidigung oder zumindest die Silbermedaille, sodass ich nochmals zu einer WM fahren kann und eine weitere Startberechtigung für den nächsten Bundesentscheid erhalte. Spannung pur, gefühlstechnisch kurz vor dem Looping der Achterbahn.

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Meine Parzelle. Foto: Fischer

Wechsel der Location: Runter vom Acker, rein ins Zelt zur Siegerehrung. Es dauerte bis alle Richter ihre Bewertungen abgegeben haben. Da schon feststand, dass es eng werden würde, wurde bei der Auswertung besonders akkurat gearbeitet.

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Die Auswertung dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Foto: Fischer

Dann endlich geht es los mit der Siegerehrung: Pferdepflüger, Oldtimerpflüger, bester Jungpflüger, beste Frau, Drehpflüger. Erst ganz zum Schluss sollten die Beetpflüger erfahren, wie die Plätze verteilt werden.

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Im Zelt warteten alle gespannt auf die Siegerehrung. Foto: Fischer

Einer nach dem anderen wurde aufgerufen. Dann standen wir noch zu dritt unten an der Bühne: Carsten Berl, Luca Deisting und ich. Die Favoriten. Doch wer macht nun das Rennen. Platz drei geht an … Florian Sander. Platz 2 geht an Carsten Berl und der jüngste von uns, Luca Deisting, wird Bundessieger.

Mein Fazit: Auf eine Bronzemedaille beim Bundesentscheid kann man unheimlich Stolz sein und die nimmt einem niemand mehr weg. Doch der Traum mit einer weiteren WM-Teilnahme ist geplatzt. Jetzt gibt es nur noch ein ganz großes Ziel: Weltmeister bei der Heim-WM am 1. und 2. September auf dem Hofgut Einsiedel (Tübingen, Baden-Württemberg) werden.

Bis demnächst,

Euer Florian

PS: Eine Bildergalerie des gesamten Wettkampftags findet Ihr übrigens auf agrarheute.com

Alle Teile von Florians Leistungspflügertagebuch auf Hofheld kannst Du hier lesen.

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