Deine Ausbildung hast Du bereits erfolgreich gemeistert und nun suchst Du nach einer neuen Herausforderung? Dafür stehen Dir verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten offen. Welche es konkret für Landwirte gibt, erfährst Du hier.

So können sich Landwirte weiterbilden

Landwirtschaftsmeister, Techniker, Agrarwirt und Agrarbetriebswirt: Die Ausbildung zum/zur Landwirt/in hast Du erfolgreich gemeistert und nun suchst Du nach einer Weiterbildung? Wir zeigen Dir worauf es ankommt und welche Inhalte hinter den Berufen stecken.

„Man lernt nie aus“, besagt ein bekanntes Sprichwort. So muss das Lernen deines Berufs auch nicht mit dem Abschluss deiner Ausbildung enden. Mit einer Weiterbildung kann man sich in seinem bereits erlernten Beruf spezialisieren und noch weiter qualifizieren. Dadurch eröffnen sich neue Chancen am Arbeitsmarkt und die Aufstiegschancen werden verbessert.

Welche Möglichkeiten für eine Fortbildung es gibt stellen wir hier genau vor:

Staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in – Landwirtschaftsmeister/in

Die Weiterbildung zum/zur Landwirtschaftsmeister/in vermittelt umfassendes Fachwissen und die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und Fach- und Führungsaufgaben zu übernehmen. Zudem darf man danach auch selbst angehende Landwirte ausbilden.

Inhalte:

  • Produktions- und Verfahrenstechnik,
  • Betriebs- und Unternehmensführung,
  • Berufsausbildung und Mitarbeiterführung.

Voraussetzungen:

Eine abgeschlossene Ausbildung zum/zur Landwirt/in und mindestens zwei Jahre Praxiserfahrung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf, mit einer mindestens dreijährigen Berufspraxis oder eine mindestens fünfjährige Berufspraxis.

Kosten:

Die Meisterprüfung kostet etwa 900 € bis 1.000 €. Diese Kosten sind je nach Bundesland und Ausbildungsstätte unterschiedlich.

Ablauf:

Über einen Zeitraum von zwei Jahren gibt es vorbereitende Fortbildungsveranstaltungen, Lehrgänge und Prüfungen. Meist findet der Unterricht als Blockunterricht in den Wintermonaten satt.

Tätigkeit:

  • In landwirtschaftlichen Betrieben
  • Bei landwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen, zum Beispiel bei Maschinenringen
  • In landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalten
  • In der öffentlichen Agrarverwaltung, bei Landwirtschaftskammern oder Bauernverbänden

Das hat Martin Kerscher an der Fortbildung zum Landwirtschaftsmeister besonders gefallen:

Ich besuchte die Landwirtschaftsschule in Straubing und befinde mich kurz vor den letzten Prüfungen zum Meister. Besonders mochte ich den praxisorientierten Unterricht und die Nähe zu meiner Heimat. Man kann mit allen Lehrern auf Augenhöhe diskutieren und viel für den Einsatz auf dem eigenen Betrieb mitnehmen.
Deine Ausbildung hast Du bereits erfolgreich gemeistert und nun suchst Du nach einer neuen Herausforderung? Dafür stehen Dir verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten offen. Welche es konkret für Landwirte gibt, erfährst Du hier.

Martin Kerscher ist angehender Landwirtschaftsmeister. Foto: privat

 

Staatlich geprüfte/r Techniker/in für Landbau

Der/die staatlich geprüfte Techniker/in für Landbau hat durch sein umfangreiches Wissen eine weit gefächertes Einsatzgebiet. Die Techniker zeichnet ihre praktische Berufserfahrung und das fundierte Fachwissen aus. Außerdem besitzen sie nach der Fortbildung die Ausbildereignung nach der Meisterprüfungsverordnung.

Inhalte:

  • Allgemeinbildung
  • Technik der landwirtschaftlichen Erzeugung
  • Dienstleistung und Unternehmensführung

Voraussetzung:

Voraussetzung für die Weiterbildung zum/zur Techniker/in ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem Agrarberuf und eine mindestens einjährige Berufserfahrung. Je nach Bundesland ist gegebenenfalls ein mittlerer Bildungsabschluss nachzuweisen.

Kosten:

Der Schulbesuch ist schulgeld- und lernmittelfrei. Kosten entstehen für Arbeitsmaterial wie Kopien und Lehrfahrten (etwa Betriebsbesichtigungen oder Abschlusslehrfahrt).

Ablauf:

Die Weiterbildung dauert insgesamt drei Jahre. Dabei kann zwischen Vollzeit- und Wintermodell gewählt werden. Die Modell in Vollzeit unterteilt sich in ein Jahr Praktikum und zwei Jahre berufstheoretische Ausbildung. Das Wintermodell enthält drei Praxisphasen als Praktikum und drei Phasen mit berufstheoretischer Ausbildung, die überwiegend in den Winterhalbjahren stattfinden. Absolventinnen und Absolventen einer Landwirtschaftsschule können mit dem 2. Schuljahr starten.

Tätigkeit:

  • Landwirtschaftliche Buchstellen
  • Staatliche Landwirtschaftsverwaltung
  • Beratung bei Verbänden
  • Verkaufs- und Beratungstätigkeit in allen landwirtschaftlichen Bereichen
  • Landeskuratorien, Erzeuger- und Maschinenringe, Erzeugergemeinschaften
  • Tätigkeit in vor- und nachgelagerten Bereichen
  • Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebs

 

Fachagrarwirt/in

Durch die Fortbildung zum/zur Fachagrarwirt/in kann man sich auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisieren, zum Beispiel:

  • Besamungswesen
  • Herdenmanagement
  • Landwirtschaftliche Direktvermarktung
  • Klauenpflege
  • Naturkost und Naturwaren
  • Rechnungswesen
  • Erneuerbare Energien

Inhalte:

Die Inhalte Unterscheiden sich je nach Fachrichtung.

Voraussetzung:

Auch die Voraussetzungen sind je nach Fachrichtung unterschiedlich. Eine abgeschlossene Ausbildung als Landwirt oder in einem anderen landwirtschaftlichen Beruf und eine Berufserfahrung von bis zu 3 Jahren sollte man aber vorweisen können. Zudem sind diverse Praktika von Vorteil.

Kosten:

Die Prüfungsgebühr beträgt etwa 200 € bis 1.000 € und die Lehrgangskosten belaufen sich auf 2.000 € – 7.000 €. Diese Kosten schwanken jedoch je nach Fachrichtung und Bundesland.

Ablauf:

Die Fortbildung dauert zwischen 4 und 40 Wochen. Je nach Fachrichtung und Bundesland sind der Ablauf und die Dauer der Fortbildung unterschiedlich.

Tätigkeit:

  • In landwirtschaftlichen Betrieben
  • Beratung und Betreuung in den jeweiligen Bereichen


Darum hat sich Franziska Lachmann für die Weiterbildung zum Fachagrarwirt entschieden:

Ich habe mich für die Weiterbildung „Fachagrarwirtin Herdenmanagement Rind“ bei der Landvolkverbindung Thüringen e.V. entschieden, weil ich diese Weiterbildung neben meinem Beruf machen kann und trotzdem Präsenzunterricht erhalte. Der Kurs ist aufgeteilt in zwei Abschnitte, wobei es im ersten Abschnitt hauptsächlich um Anatomie, Physiologie, Pathologie und Hygiene geht. Im zweiten Teil liegt das eigentliche Herdenmanagement im Fokus. Da geht es dann zum Beispiel um Fütterung, Futterkonservierung, Haltung, Kälberaufzucht, Melktechnik und die Auswertung der Milchleistungsprüfung.

Alles in allem ist diese Weiterbildung sehr umfassend und lehrreich. Außerdem beinhaltet sie einige Sachkundelehrgänge, die mit Zertifikaten beendet werden, etwa ein Klauenpflegekurs. Ich habe schon drei weitere Kurse über die Landvolkverbindung Thüringen e.V. absolviert und kann die Weiterbildung/Sachkundelehrgänge nur weiterempfehlen.

 

Deine Ausbildung hast Du bereits erfolgreich gemeistert und nun suchst Du nach einer neuen Herausforderung? Dafür stehen Dir verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten offen. Welche es konkret für Landwirte gibt, erfährst Du hier.

Franziska macht die Weiterbildung zur Fachagrarwirtin Herdenmanagement Rind. Foto: privat

 

Staatlich geprüfte/r Agrarbetriebswirt/in

Durch die Weiterbildung zum/zur Agrarbetriebswirt/in kann man Führungspositionen in Unternehmen der grünen Branche übernehmen oder  einen landwirtschaftlichen Betrieb führen.

Inhalte:

Unternehmerpersönlichkeit

  • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Informationsmanagement
  • Politik und Gesellschaft

Unternehmensführung

  • Betriebswirtschaft und Finanzmanagement
  • Steuern und Recht
  • Wirtschaft und Agrarmärkte
  • Produktion und Betriebsführung

Voraussetzung:

Vorausgesetzt wird die Abschlussprüfung in einem anerkannten und für die Zielsetzung der Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf (einschließlich des Berufsschulabschlusses) sowie eine entsprechende Berufspraxis.

Kosten:

Im Normalfall wird kein Schul- oder Lehrmittelgeld erhoben.

Ablauf:

Die Weiterbildung dauert drei bis vier Jahre in Teilzeit oder ein bis zwei Jahre in Vollzeit. Schwerpunkte sind in den Bereichen Betriebs- und Unternehmensführung, Ökologischer Landbau und Gartenbau möglich. In einigen Bundesländern ist die Fortbildung auch ohne Schwerpunkt möglich.

Tätigkeit:

  • In landwirtschaftlichen Betrieben der Tierhaltung und des Pflanzenbaus
  • In landwirtschaftlichen Genossenschaften
  • Im Landhandel
  • Im landwirtschaftlichen Versuchswesen
  • In der landwirtschaftlichen Beratung
  • Bei Landwirtschaftskammern
  • In der Agrarverwaltung

 

Studium

Auch ein Studium ist nach dem Abschluss einer landwirtschaftlichen Ausbildung möglich. Eine Übersicht der landwirtschaftlichen Studiengänge findest Du hier.

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Beitragsbild: imago

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