Im Weinberg gibt´s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Der Winter im Weinberg

Im Weinberg gibt’s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Mara, die stellvertretende Bundesvorsitzende des BDL.

Mara, die stellvertretende Bundesvorsitzende des BDL.

Hallo zusammen!

Es ist schon ein bisschen her, dass ich Euch von den Arbeiten auf dem Weingut berichtet habe. Seit Anfang Januar waren wir alle fleißig im Weinberg. Viele denken ja, dass dort im Winter nichts zu tun ist. Jedoch stehen hier der Rebschnitt und das Biegen der Reben an. Wir haben (eigentlich) genug Zeit dafür, doch im Winter sind die Tage ja auch nicht so lang und mit Stirnlampe wollen wir dann auch nicht arbeiten.

Im Weinberg gibt´s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Bild 1: So sieht die Rebe vor dem Schneiden aus. Foto: privat

Nach dem Herbst hat die Rebe alle Reseverstoffe aus den Blättern im „alten Holz“ eingelagert. Das sind die mehrjährigen Teile der Rebe, vor allem der dicke Stamm. Wie die Rebe zu Beginn aussieht, seht ihr auf dem ersten Bild. Für uns geht es dann daran, zwei Fruchtruten auszuwählen, die im kommenden Jahr die Trauben tragen sollen. Hierbei kommt es darauf an, dass die Ruten gesund sind, keine Verletzungen haben und eine gute Position am Rebstock haben. Alle anderen Ruten werden dann mit einer starken Akkuschere entfernt (eine Schere, wie sie auch im Obstbau genutzt wird).

Im Weinberg gibt´s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Bild 2: Hier der Zustand der Rebe nach dem „Vorschneiden“. Foto: privat

Den Zustand nach dem „Vorschneiden“ seht ihr auf Bild zwei. Als nächstes wird dann das abgeschnittene Rebholz entfernt, wir nennen das „rausziehen“. Das ist eine sehr anstrengende Arbeit, bei welcher es auch im Winter warm wird und die Hand mit der Schere dann auch mal Ermüdungserscheinungen zeigt (siehe Bild drei). Der Rebschnitt selbst, das kann man gut im „richtig kalten Winter“ machen, auch wenn wir das ja kaum noch kennen.

Im Weinberg gibt´s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Bild 3: Die Rebe, nachdem das abgeschnittene Rebholz entfernt ist. Foto: privat

Zwischen Schneiden und Biegen spannen wir dann unsere Drähte in den Zeilen. Wenn hier der Draht, auf welchem die Rute dann fixiert wird, zu locker ist, macht das kein Spaß beim Arbeiten…

Für das Biegen der Reben sollte es etwas wärmer sein, da das Arbeiten ohne Handschuhe hier besser ist und wenn der erste Saft wieder in den Ruten fließt, brechen diese nicht so leicht ab. Die Rebe selbst ist eine Ranke. Wenn man sie nicht schneiden und in Form bringen würde, würde sie immer nach oben wachsen, die oberen Augen gut mit Nährstoffen versorgen und die unteren Teile der Rebe würden nicht mehr austreiben und verkahlen. In der Fachsprache nennt man das Apikaldominanz. Wer eine Rebe am Haus hat und die wild wachsen lässt, kennt das vielleicht.

Im Weinberg gibt´s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Das Biegen ist eine empfindliche Arbeit, da die Rute nicht brechen sollte. Foto: privat

Wir wollen ja, dass an allen Augen an der Fruchtrute Triebe austreiben und somit müssen wir diese Apikaldominanz hemmen. Dies geschieht durch das Biegen der Ruten. Das ist eine empfindliche Arbeit, da die Ruten dann schon mal abbrechen können und wir so weniger Ertrag haben. Auf Bild vier und fünf seht ihr die Arbeit. Bei diesem Weinberg haben wir nur einen Bogen an jeden Stock gemacht, so ist die zweite Rute übrig. Oft lässt man sie noch am Stock stehen, bis die Eisheiligen im Mai vorbei sind. Deshalb nennt man sie auch „Frostrute“. Da scheiden sich aber die Geister, ob man das heute noch macht. In manchen Weinbergen, die sicher nicht von Senkfrost betroffen sind, schneide ich sie auch schon früher ab.

Im Weinberg gibt´s auch im Winter genug zu tun. Ab Anfang Januar werden dort die Reben geschnitten und gebogen. Wie das funktioniert erklärt Mara.

Die fertige Rebe. Foto: privat

Nach dem Biegen der Reben ist draußen erst mal kurz Ruhe. Wir haben hier aktuell noch einige Fleißarbeiten zu tun und bald geht es auch ans Pflanzen der neuen Weinberge. Bis dahin geht’s für mich aber noch in Weinkeller, denn am 1. April wird abgefüllt! Aktuell bin ich wirklich froh, dass wir unserem Job noch uneingeschränkt nachgehen können und gerade bei dem tollen Wetter macht das richtig Spaß!

Passt auf Euch auf & viele Grüße,

Mara

Instagram-LogoFolge uns auch auf Instagram und werde Teil der Hofheld-Community!

Schreibe einen Kommentar