Was sich Fachkräfte wünschen

Die Landwirtschaft braucht mehr Fachkräfte. Tausende, Zehntausende. Der Arbeitsmarkt ist angespannt. Wir haben junge Praktiker befragt, wie sie sich ihren Traumarbeitsplatz auf den landwirtschaftlichen Betrieben vorstellen. Das sind ihre Antworten.

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind rar. Im Wettbewerb um sie, müssen sich die Betriebe anstrengen, die Ausbildung beziehugsweise das Arbeitsumfeld und die Bezahlung aktraktiver gestalten. Drei Landwirte/Landwirtinnen erzählen uns ihre Wünsche.

Marcello Bartlotti, 23 aus Niedersteinach in Baden-Württemberg

Marcello Bartlotti legt unteranderem Wert auf eine Bezahlung, die auch der Ausbildung entspricht. Quelle: privat

Marcello Bartlotti ist ausgebildeter Landwirt und besucht derzeit die Technikerschule in Triesdorf. Das wünscht er sich von Arbeitgebern:

„In der Stellenanzeige sollte sich der Betrieb möglichst genau vorstellen, lieber zu viele Details als zu wenige. Ich möchte wissen, auf was ich mich einlasse und was meine täglichen Arbeiten sind.
Ich lege außerdem Wert auf eine angemessene, der Ausbildung entsprechende Entlohnung. Sie sollte genau zu Fähigkeiten und Erfahrung des Bewerbers und zum Aufgabenfeld passen. Als künftiger Absolvent der Technikerschule stelle ich mir hier einen gewissen Stundenlohn vor.
Ein gutes Team, das in jeder Situation zusammenhält, ist auch wichtig.
Weiterhin sollte die geleistete Arbeit nicht als selbstverständlich angesehen werden. Respekt vom Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern ist sehr wichtig. Dazu gehört auch, dass jeder einmal Drecksarbeit macht – auch der Chef!“

 

Julia Schmidt, 30 aus Georgsmarienhütte bei Osnabrück

Für Julia Schmidt ist Kommunikation das A und O. Quelle: privat

Julia Schmidt ist ausgebildete Landwirtin. Sie findet:

„Mein Chef und ich sind auf einer Wellenlänge. Das habe ich gleich beim ersten Treffen gemerkt! Generell sollte man immer zwei bis drei Monate Probezeit mit seinem Arbeitgeber vereinbaren. Das verschafft einen guten Überblick über die täglichen Arbeitsabläufe und man merkt so, ob man in das Team passt.
Der Betrieb, auf dem ich arbeite, hat vor einigen Jahren von 320 auf 600 Sauen aufgestockt. Als der Bau fast fertig war, haben wir (meine Familie, seine Kinder und ich) den Chef und seine Frau in den Urlaub geschickt und uns während ihrer Abwesenheit um den Hof gekümmert. Das war ihr erster Urlaub seit 25 Jahren!
Kommunikation ist das A und O – Sympathie ist das eine, Probleme gibt es aber auch hin und wieder. Diese muss man unbedingt ansprechen, sonst frisst man sie in sich hinein. Das macht unzufrieden. Für mich persönlich sind außerdem Familienanschluss und geregelte Arbeitszeiten sehr wichtig.“

 

Julia Göggelmann, 21 aus Kammeltal in Schwaben

Unsere Bloggerin Julia Göggerlmann schrecken unfaire Löhne und ein schlechtes Arbeitsklima ab. Quelle: privat

Julia Göggelmann ist ausgebildete Landwirtin, besucht die Technikerschule und bloggt auch für Euch Hofhelden. Ihr ist das besonders wichtig:

Ein Arbeitgeber sollte eine faire Bezahlung bieten. Ein gutes Arbeitsklima ist auch wichtig. Wenn es ständig Stunk und Stress gibt, geht man nicht gerne in die Arbeit. Man sollte für sich selbst auch den Aufgabenbereich finden, der einem am meisten Spaß macht.
Mir persönlich gefällt alles an der Landwirtschaft – Landwirt sein ist vielmehr Berufung als Beruf.
Ich komme selbst von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Deswegen war es naheliegend, dass ich in dem Bereich tätig werde. Bei jeder Arbeitsstelle können unfairer Lohn oder ein schlechtes Arbeitsklima abschrecken.“

 

Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Maiausgabe von agrarheute.

Cover-agrarheute-Mai-2019

WhatsApp-LogoMelde Dich jetzt für den WhatsApp-Newsletter an und bekomme die aktuellen Beiträge von Hofheld bequem aufs Handy!

 

Schreibe einen Kommentar