Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Warum Friderike ihre Kuh aufs Kreuz legt

Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Halli, Hallo aus dem Kuhstall,

letzte Woche war wieder einiges los, unter anderem hatten wir Besuch von unserem Tierarzt – leider ungeplant. Wir hatten vor 2 Wochen in sehr kurzem Abstand 15 Kalbungen, sowohl Kühe als auch Färsen, die zum allerersten Mal kalben. 14 Tage nach der Kalbung ist immer nochmal eine kritische Phase, denn zu dem Zeitpunkt öffnet sich die Gebärmutter nochmal, um sich zu reinigen. Dies kann für die Kühe sehr unangenehme und schmerzhaft werden.

So auch bei unserer Färse Nr. 119, ihr ging es wohl so schlecht dabei, dass sie lieber länger in der Box liegen geblieben ist und dafür weniger zum Futter gegangen ist. Und das ist mit das Schlimmste was einer Kuh passieren kann: zu wenig zu fressen!

Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Wenn Kühe zu wenig fressen, kann es passieren, dass der Labmagen wie ein Heliumballon von der Unterseite des Bauchs nach oben steigt. Foto: privat

Denn nun geht die Maschinerie los: die Kühe fallen in ein Energiedefizit und sie schmelzen Körperfett ein, um weiter Milch zu geben. Dabei entstehen zu viele Ketonkörper und die Kuh wird krank. Sie fühlt sich mit zu hohem Ketonkörpergehaltim Blut wie wir, wenn wir einen richtig starken Kater haben. Schwindelig, Kopf- und Bauchschmerzen… da weiß man aus eigener Erfahrung: da bleibt man lieber liegen und verzichtet auf das Essen.

Bei den Kühen kann es dann noch weiter gehen. Durch das fehlende Futter im Pansen (einer der 4 Kuhmägen) kann es passieren, dass der Labmagen (ein weiterer Magen) aufgast und von der Unterseite des Bauches nach oben steigt. Ähnlich wie ein Heliumballon. Wenn das passiert hat die Kuh richtig Bauchschmerzen. Sie bekommt kalte Ohren, frisst nicht mehr und kann sich sogar festlegen, steht also unter Umständen gar nicht mehr auf.

Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Bei Verdacht auf eine Labmagenverlagerung hört man die Kuh zunächst mit dem Stehoskop ab. Foto: privat

Gott sei Dank haben wir es früh genug bemerkt. Wenn man den Verdacht einer Labmagenverlagerung hat, hört man die Kuh ab. Dabei legt man das Stethoskop am Bauch an und schnipst mit dem Finger gegen den Bauch. Normalerweise ist alles dumpf, aber wenn man den Labmagen trifft „klingelt“ es, ein helles „PING“.

Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Wenn man gegen den Labmagen schnipst, hört man ein klingelndes Geräusch. Foto: privat

Nach der Diagnose wurde operiert. Die Kuh wird auf den Rücken gelegt, damit der „Labmagen-Ballon“ wieder nach oben steigt, wo er hingehört. Und zwar gehört er auf die Unterseite des Bauches.

Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Damit der Labmagen-Ballon wieder dort hin steigt, wo er hingehört, wird die Kuh auf den Rücken gelegt. Foto: privat

Nun werden zwei „Löcher“ durch die Haut in den Labmagen gestochen, ein kleiner Anker hineingesetzt und ausserhalb fixiert. So bleibt der Labmagen an der richtigen Stelle.

Bei Friderike im Stall stand eine Kuh Kopf: wegen einer Labmagenverlagerung musste sie operiert werden. Und damit die Tierärzte ihre Arbeit tun konnten, mussten sie die Kuh auf den Rücken legen.

Durch die Haut wird der Labmagen fixiert. Foto: privat

Die Kuh bekommt noch Schmerzmittel und gegebenenfalls eine Antibiose jetzt heißt es abwarten, wann die Schmerzen nach lassen und sie wieder anfängt zu fressen. Heu ist immer eine guter Anfang nach so einer OP und das hat sie sich abends schon wieder schmecken lassen. Daher sind wir ganz optimistisch, dass es ihr bald besser geht.

Bis bald,

Eure Friderike

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Friderike ist als Hofheld-Bloggerin exklusiv powered by KTBL.

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