In den letzten Wochen fegten immer wieder starke Winde über Feld und Flur. Vor allem Waldbesitzer, Förster und Waldarbeiter müssen sich immer die Frage stellen, wie groß der Schaden bei einem Sturm wohl sein wird. Karina verrät, wie sie ihren Wald sturmfit macht.

Wie rüste ich meinen Wald für den Sturm?

In den letzten Wochen fegten immer wieder starke Winde über Feld und Flur. Vor allem Waldbesitzer, Förster und Waldarbeiter müssen sich immer die Frage stellen, wie groß der Schaden bei einem Sturm wohl sein wird. Karina verrät, wie sie ihren Wald sturmfit macht.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Hallo Hofhelden,

die letzten Wochen waren turbulent für die Natur: unter anderem hat ein Orkan mit Windstärken von bis zu 140 km/h sein Unwesen getrieben. An der Stelle soll einmal gesagt sein, dass ich hoffe, dass jeder von euch den Sturm gut überstanden hat.

Vor allem Waldbesitzer, Förster und Waldarbeiter stellen sich bei einer Sturmwarnung immer die bange Frage: Wie groß wird der Schaden im Wald nachher sein? Von einzelnen Bäumen bis zu ganzen Waldstrichen (wie beispielsweise in Oberösterreich) ist alles dabei. Doch mit der richtigen Waldbewirtschaftung kann man versuchen, großen Schäden vorzubeugen.

Aber was muss man alles beachten, um am Ende einen sturmfitten Wald zu haben? Hier einmal eine kleine Übersicht, wie man seinen Wald etwas auf Extremwetterereignisse vorbereiten kann.

Stabilität

Wichtig ist erstmal einzuschätzen, wie stabil der Bestand eigentlich ist. Dabei wird der sogenannte H/D-Wert ausgerechnet: Brusthöhendurchmesser in cm durch Baumhöhe in Metern. Je niedriger der Wert ist, umso besser. Ein stabiler Bestand sollte einen H/D-Wert von 80 und weniger haben.

In den letzten Wochen fegten immer wieder starke Winde über Feld und Flur. Vor allem Waldbesitzer, Förster und Waldarbeiter müssen sich immer die Frage stellen, wie groß der Schaden bei einem Sturm wohl sein wird. Karina verrät, wie sie ihren Wald sturmfit macht.

Brusthöhendurchmesser in cm durch Baumhöhe in Metern ergibt den H/D-Wert. Foto: privat

Ab einem Wert von 90 sollte man dringend den Bestand pflegen und liegt der Wert sogar bei 100 und mehr, ist der Bestand schon höchst instabil und wird einem Sturm nicht mehr richtig standhalten können. Wälder mit einem H/D-Wert von 100 erkennt man leicht an hohen, schmalen Bäumen mit kleinen Baumkronen. Mit regelmäßigen Durchforstungen stärkt man dagegen den Wald.

Baumarten

Auch die Baumarten selber sind unterschiedlich standfest. Fichten sind Flachwurzler und entwurzeln leichter als beispielsweise tiefwurzelnde Lärchen und Tannen. Außerdem sollten die Baumarten auch zum Standort und dem dortigen Klima passen. Der vielgerühmte Mischwald wäre natürlich auch in diesem Fall von Vorteil.

In den letzten Wochen fegten immer wieder starke Winde über Feld und Flur. Vor allem Waldbesitzer, Förster und Waldarbeiter müssen sich immer die Frage stellen, wie groß der Schaden bei einem Sturm wohl sein wird. Karina verrät, wie sie ihren Wald sturmfit macht.

Die verschiedenen Baumarten unterscheiden sich in ihrer Standfestigkeit. Foto: privat

Durchforstung

Die Durchforstungsintensität hat auch Einfluss auf die Wetterfestigkeit. Entnimmt man zu viele Bäume auf einmal, hat der Wind eine größere Angriffsfläche. Deshalb sollte man besser öfter und weniger, als einmal ganz viel herausschneiden. Beim Durchforsten gilt auch: Wenn möglich gegen die Hauptwindrichtung arbeiten! Kommt der Wind beispielsweise von Westen, dann sollte man im Osten mit den Schlägerungsarbeiten anfangen.

In den letzten Wochen fegten immer wieder starke Winde über Feld und Flur. Vor allem Waldbesitzer, Förster und Waldarbeiter müssen sich immer die Frage stellen, wie groß der Schaden bei einem Sturm wohl sein wird. Karina verrät, wie sie ihren Wald sturmfit macht.

Am Waldrand schützt der sogenannte Trauf die Bäume dahinter. Foto: privat

Und vor allem am Waldrand schützt der sogenannte Trauf die Bäume dahinter. Zum Schutz vor Wind und Wetter haben die Bäume am Waldrand gröbere und mehr Äste, die eine Barriere für Wind und Wetter bilden. Nach Möglichkeit sollte man also diesen Trauf nicht zerstören, um den Wald nicht unnötig angreifbar zu machen.

Man sieht also: Es gibt einige Möglichkeiten, den Wald zu stärken.

Liebe Grüße,

Eure Karina

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