Im August war Case-Vorführfahrer mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Tühringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

Vorführfahrer: Unterwegs mit der Presse

Im August war Case-Vorführfahrer Freschle mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Thüringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

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Vorführfahrer Freschle aus dem Schwarzwald.

Hallo Hofhelden,

in der ersten Augustwoche wurde endlich meine Presse, eine Case IH LB 436 HD, an den Händler in Bayern geliefert. Am Vormittag kam sie mit dem Lkw an, dann hieß es Gurte und Ketten weg, Presse anhängen und abladen. Danach ging es direkt in die Werkstatt. Hier mussten wir die Presse für den Ernteeinsatz richten. Dazu zählt zum Beispiel das „Geländer“ auf die Presse zu bauen, Messer einzubauen, die Zapfwelle zu kürzen usw. Am nächsten Tag ging es dann auf den Acker zum Ersteinsatz der Maschine. Hier wollten wir die Presse ohne das Beisein eines Kundens testen, sprich erstmal selbst sehen, wie sich die Maschine im praktischen Einsatz schlägt. Außerdem konnten wir hier noch einiges selbst an beziehungswiese mit der Maschine austesten.

Zum Abladen reicht auch der kleine Traktor. Foto: Florian Fröschle

Am nächsten Mittag begannen dann die Vorführungen. Da ich in einer starken Milchviehregion war, begann es natürlich mit Gerstenstroh, das der entsprechende Betrieb zum Füttern nutzen möchte. Die darauffolgenden Tage fuhr ich mit der Maschine in Ober- und Unterfranken landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen an. Gepresst wurde hier hauptsächlich Gerste und Weizen, jedoch hatte ich auch eine Vorführung, bei der wir Mitte August im Naturschutzgebiet Heu gepresst haben. Somit konnten ich die Maschine auch mal im Grünlandeinsatz zeigen und ich konnte selbst sehen, wie sie sich im Grünland schlägt. Darauf habe ich mich riesig gefreut :).

Im August war Case-Vorführfahrer mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Tühringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

Mit seinem Vorführgespann hat Freschle unter anderem im Naturschutzgebiet Heu gepresst. Foto: Florian Fröschle

Nach 1,5 Wochen Frankentour habe ich dann in einer Nachtschicht das Gespann 180 km richtung Mittelthüringen umgesetzt (Was heißt Nachtschicht, in etwas über 4 h war ich oben 😉 ) Hier in Thüringen ging es dann am nächsten Tag weiter. Wir waren hauptsächlich in LPGs und bei Lohnunternehmen unterwegs. Man merkt hier einfach direkt die Unterschiede zwischen Ost und West: die Flächen nach der ehemaligen Grenze sind einfach riesig, dagegen ist Franken total kleinstrukturiert. Ein 120-ha-Acker, der an einem Tag zu über 1.000 Packen gepresst werden soll, ist hier keine Seltenheit. Bei uns im Süden unvorstellbar.

Im August war Case-Vorführfahrer mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Tühringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

180 Kilometer Umsetzen an einem herrlichen Sonntagabend. Foto: Florian Fröschle

Bei den Vorführungen schauten die Betriebe auf unterschiedliche Aspekte. Den einen war der Durchsatz das Wichtigste, also wie viele Ballen schaffen wir pro Stunde beziehungsweise pro Tag. An einem guten Tag wollen die Betriebe über 1.000 Ballen Stroh pressen. Bei anderen ist das Ballengewicht das A und O, sprich der Ballen soll über 500 kg wiegen bei einem Ballenmaß von 220 cm x 120 cm x 90 cm. Das schafft bis jetzt nur ein geläufiger Pressenhersteller in seiner Serienpresse und dieses Ziel wollen wir mit der HD (High Destiny zu Deutsch Hochdruckpresse) auch erreichen. Wo wir schon dabei sind die Abkürzungen zu erklären: LB steht für Long Baler und 436 verrät das Ballenmaß in Feet sowie die Modellreihe. 1 Feet – also 1 Fuß – entspricht 30,48 cm: 4 Feet = 120 cm Ballenbreite, 3 Feet = 90 cm Ballenhöhe und dann noch die 6 für die Modellreihe. Die Bezeichnung ist also eigentlich ganz simpel wenn man weiß, was hinter den Zahlen steht 😉

Im August war Case-Vorführfahrer mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Tühringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

An seinen Magnum hatte Vorfrühfahrer Freschle die Case IH LB 436 HD angehängt. Foto: Florian Fröschle

Genug Theorie. Ich habe ja oben von 1.000 Ballen pro Tag gesprochen, das wollte ich unbedingt mal bei einer Vorführung erreichen. Da wir aber immer nur max. einen halben Tag gepresst haben, blieb es meist nur bei 400 bis 500 Ballen. Das Problem lag einfach daran, dass ich die Presse jeden Morgen warten und putzen sowie das Garn auffüllen musste (soweit nichts außergewöhnliches), aber dann musste ich oftmals 50 bis 60 km zu den Vorführungen fahren. Am Betrieb angekommen habe ich dann die Maschine erklärt, dann sind wir raus aufs Feld, haben ein zwei Schwaden gepresst, haben nochmals über die Presse gesprochen, den Mitfahrer oder Fahrer gewechselt usw. Heißt, wir hatten auf dem Acker viel Standzeit.

Im August war Case-Vorführfahrer mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Tühringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

Die tägliche Wartung der Presse. Foto: Florian Fröschle

In der Regel bin ich anfangs mit der Maschine gefahren, dann habe ich den Fahrer des Betriebes fahren lassen und habe mich nebendran gesetzt und die Presse erklärt. Viele Vorführungen bin ich aber auch komplett gefahren. Hier fuhren wir zum Teil dann gegen das Pressengespann, das bereits auf dem Betrieb ist. Nach 3,5 Wochen pressen begann es dann in Thüringen dauerhaft zu Regnen (nicht viel aber jeden Tag 2 Liter reichen, um einen zu ärgern). Da hier keine ordentliche Vorführplanung mehr möglich war und die Presse nur noch eine Vorführung die Woche machte, haben wir die Pressevorführungen abgebrochen. Somit konnten wir den Schlepper weiter in der Bodenbearbeitung zeigen. Die Presse musst ich komplett putzen, sodass sie wieder dastand wie neu.

Im August war Case-Vorführfahrer mit der Presse unterwegs; zuerst im eher kleinstrukturierten Franken und anschließend in Tühringen. Welche Presse er dabei hatte und wie es lief, verrät er hier.

125 ha an einem Stück. Foto: Florian Fröschle

Netter nebenfact: das Pressengespann aus Magnum 380 CVX und der Case IH LB 436 HD war ein gefragtes Fotografenobjekt. So hatte ich an meiner Presse Sven Stahl alias Landtechnik Live, Fotografie Maximilian Zieg, Daniel Jüngling Fotografie, Daniel Mertschoweit, Rhöner Landtechnik zum Filmen und Hüpfer Photo. 💪🏻

Was ich nach dem Pressen dann im Osten erlebt habe, dazu demnächst mehr. 🙂

Bis dann,

Euer Freschle

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