Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Vom Glück der vollständigen Herde

Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Julia Göggelmann sammelt neue Erfahrungen auf dern Alp - und teil sie mit dir auf Hofheld.

Julia Göggelmann sammelt neue Erfahrungen auf dern Alp – und teil sie mit dir auf Hofheld.

Hoi Hofhelden,

während bei euch wahrscheinlich die Mähdrescher fleißig ihre Runden drehen und unzählige Strohballen vom Feld abtransportiert werden müssen, wird es bei mir hier auf der Alp schon langsam ein bisschen „ruhiger“.

Mittlerweile ist schon fast der halbe Alpsommer vorbei und wir sind jetzt wieder auf die erste Staffel umgezogen, wo die Kühe nun den zweiten Aufwuchs fressen können. Doch auch unsere Kuhherde wird langsam ein bisschen kleiner, denn wir haben die ersten Kühe, die schon Anfang September kalben sollen, „galt“ (also trocken) gestellt. Das heißt für uns aber nicht „aus den Augen aus dem Sinn“, sondern jeden Abend nach den Galtkühen schauen. Eigentlich ist das aber nicht wirklich eine Arbeit, denn auf der Weide der trockenen Kühe ist es wirklich schön ruhig und man kann schon mal das ein oder andere Feierabendbier genießen.

Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Kleines Feierabendbier mit den Trockenstehern. Foto: privat

Nicht ganz so gemütlich ist dann widerrum das Mähen mit dem Motormäher. Doch ich muss sagen, bei strahlendem Sonnenschein und der richtigen Musik lässt sich auch ein Tag mit dem Balkenmäher aushalten. Viel mehr Spaß macht es aber immernoch zu zweit mit der lieben Leni und so haben wir uns am nächsten Tag kurzerhand einen weiteren Motormäher ausgeliehen. Mit der doppelten Frauenpower gings dann natürlich auch zweimal so schnell und wir waren ruckzuck mit der restlichen Weide fertig. Da bleibt dann auch mal kurz Zeit, die müden Füße ein wenig im eiskalten Stausee abzukühlen.

Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Die Arbeit mit dem Balkenmäher macht zu zweit mehr Spaß. Foto: privat

Vor Allem beim Melken haben wir aber eigentlich jeden Tag unseren Spaß. Und so kam uns die Schnapsidee auf unseren Bulle Fridolin drauf zu sitzen. Jedoch muss man dazu sagen, dass unser „Molli“ wirklich ein ganz ruhiger und braver ist, denn das würde vermutlich nicht jeder Bulle mitmachen.
Wenn wir fleißig weiter üben, können wir vielleicht bis zum Ende des Sommers auf ihm in den Sonnenuntergang reiten 😀

Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Unser Bulle Fridolin ist der heimliche Star der Alp. Foto: privat

An tollen Sonnenuntergängen fehlt es uns hier natürlich nicht, da wir jeden Tag ein super Wetter haben. Seit ich auf der Alp bin hat es untertags nur 3 mal geregnet und ab und an nachts ein bisschen. Für uns Älpler ist das natürlich toll, für den Grasbestand aber leider nicht ganz so gut, denn ohne Regen kann das Gras nicht soviel wachsen wie es eigentlich sollte. Damit wir aber trotzdem nicht auf Grund von Futtermangel irgendwann frühzeitg nach Hause müssen, wurde vorletzte Woche ein Sattelzug mit Heu, das wir nun im Stall zufüttern, abgeladen.

Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Unsere Alp ist mittlerweile ein zweites Zuhause für micht geworden. Foto: privat

Bei uns ist es aber auch nicht immer so ruhig. So mussten wir letzte Woche abends nach dem Melken ein Kalb einfangen, das dem Jungviehhirt beim umziehen auf die nächste Weide abgehauen ist. Leider hat sich das Kalb aber von Leni und mir trotz Salz und sonstigen Tricks nicht einfangen lassen und wir mussten Verstärkung rufen. Zum Schluss konnten wir das Kalb mit Hilfe von 8 Leuten und 2 „Lockkälbern“ dann doch einfangen, in den Anhänger verladen und mit den anderen beiden Kälbern zurück zur Herde bringen.

Während in Deutschland fleißig geerntet wird, wird es bei Julia auf der Alp in Liechtenstein langsam etwas ruhiger. Dachte sie jedenfalls. Denn dann stellte sie fest, dass zu wenig Kühe auf der Weide stehen.

Manchmal bleibt uns sogar Zeit, die Füße ins kalte Wasser zu hängen. Foto: privat

Aber auch unsere Kühe halten uns doch immer wieder auf Trab. So sind wir vor ein paar Tagen wieder auf unsere erste Staffel umgezogen und müssen somit wieder vor jedem Melken alle Kühe im Stall nach Bauern sortiert anlegen. Doch wenn man am Morgen um kurz nach 4 auf dem Weg zum Melken feststellt, dass viel zu wenig Kühe auf der Weide sind und die anderen sich in der Nacht offensichtlich selbständig gemacht haben, sinkt die gute Laune dann doch recht schnell auf den Tiefpunkt. Gottseidank sind unsere Damen aber anscheinend erst kurz bevor wir gekommen sind in den Stall eingebrochen, denn bis auf das gefressene Heu hielt sich die Verwüstung doch noch relativ in Grenzen.

Wie ihr seht wird es hier also auch mit weniger Kühen nicht langweilig und es warten jeden Tag neue Überraschungen auf uns. Trotzdem oder vielleicht auch deshalb macht mir die Arbeit richtig Spaß und unsere Alp ist mittlerweile wie ein zweites Zuhause für mich geworden.

Sonnige Grüße aus dem schönen Liechtenstein und bis bald.

Eure Julia

Was Julia auf der Alp alles erlebt, liest Du hier.

>> Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn jetzt mit Deinen Freunden! <<

Schreibe einen Kommentar