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Tobias setzt sich schon seit Jahren für den Artenschutz ein: auf seinen Flächen findet man z.B. zahlreiche Saumstrukturen, außerdem vermehrt er eine seltene Ackerunkrautart. Die Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt würde seinen Handlungsspielraum jedoch deutlich einschränken.

Volksbegehren Artenvielfalt: Welche Folgen für mich drohen

Tobias setzt sich schon seit Jahren für den Artenschutz ein: auf seinen Flächen findet man z.B. zahlreiche Saumstrukturen, außerdem vermehrt er eine seltene Ackerunkrautart. Die Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt würde seinen Handlungsspielraum jedoch deutlich einschränken.

Tobias berichtet für Dich vom Milchviehbetrieb.

Tobias berichtet für Dich vom Milchviehbetrieb.

Hallo Hofhelden,

ihr hab doch bestimmt von dem Volksbegehren Artenvielfalt gehört, für das man noch bis Mittwoch unterschreiben kann. Meine Meinung dazu: Wer etwas für die Umwelt tun möchte und deshalb bei dem Volksbegehren unterschreibt, kann konsequenterweise auch aus der Kloschüssel trinken, wenn der Kaffee abgekühlt ist. Warum ziehe ich diesen Vergleich? Nun ich habe mir – anders als viiiiele Unterschreiber – den Gesetzentwurf des Volksbegehrens durchgelesen und auf die Wirkung für die von mir bewirtschafteten Flächen und Saumstrukturen und bewertet.

Tobias setzt sich schon seit Jahren für den Artenschutz ein: auf seinen Flächen findet man z.B. zahlreiche Saumstrukturen, außerdem vermehrt er eine seltene Ackerunkrautart. Die Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt würde seinen Handlungsspielraum jedoch deutlich einschränken.

Ich setze mich mit einem Anbau- und Vermehrungsversuch einer seltenen Ackerunkrautart für die Artenvielfalt ein. Foto: privat

Ich habe mich unlängst intensiv mit der Weiterentwicklung des Vertragsnaturschutzes befasst. Mein Wunsch ist es, diesen für konventionelle Betriebe interessanter zu gestalten, und dennoch naturschutzfachliche Ziele zu erreichen. Jetzt weiß ich immerhin relativ gut, warum ich bisher keinen Vertragsnaturschutz abgeschlossen habe. Mein Vermehrungs- und Anbauversuch eine seltenen Ackerunkrautart läuft jetzt im dritten Jahr. Ein Korsett aus Auflagen und Einschränkungen – wie im Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VPN) üblich – ist zwar leicht zu kontrollieren, dient aber der Sache nicht. Zu starr und einseitig, von der Realität in der Praxis meilenweit entfern. Zum Beispiel sind massive Einschränkungen der Fruchtfolge auf einen Fünfjahreszeitraum teil des VPN, was Anbauversuche wie meinen erschwert.

Volksbegehren ist nicht durchdacht

Das Volksbegehren schlägt genau in die gleiche Kerbe. Es habe das Ziel, das „wirksamste Naturschutz- und Artenvielfalt-Gesetz“ zu schaffen. Allerdings ist es aus meiner Sicht inhaltlich nicht gut durchdacht und wird dem Anspruch, eine Verbesserung zu erreichen, absolut nicht gerecht. Es ist eine unausgegordene politische Forderung einer kleinen Partei, das von diversen Unterstützern sehr beworben wird. Auch der Einsatz finanzieller Mittel ist gigantisch, zum Beispiel von Unterstützerkampagnen der Umweltverbände. In den Städten sind ganze Unterschriftenmotivationsdrückerkolonnen unterwegs.

Tobias setzt sich schon seit Jahren für den Artenschutz ein: auf seinen Flächen findet man z.B. zahlreiche Saumstrukturen, außerdem vermehrt er eine seltene Ackerunkrautart. Die Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt würde seinen Handlungsspielraum jedoch deutlich einschränken.

Der Versuch läuft bereits im dritten Jahr. Foto: privat

Die geforderten Änderungen halten selbst die Intiatoren, wenn sie auf Einzelpunkte angesprochen werden, für noch nicht spruchreif. Die Regierung bzw. das Kabinett möge doch einen Gegenvorschlag erarbeiten. Dieser muss sich dann jedoch mit den teils utopischen Vorstellungen messen lassen und wird – wie ich befürchte – in der Wahrnehmung immer schlechter wegkommen. Das Volksbegehren schwimmt auf der Welle der Weltunergangsstimmung, nach dem Motto: Wir müssen etwas tun. Egal was und wie.

Tobias setzt sich schon seit Jahren für den Artenschutz ein: auf seinen Flächen findet man z.B. zahlreiche Saumstrukturen, außerdem vermehrt er eine seltene Ackerunkrautart. Die Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt würde seinen Handlungsspielraum jedoch deutlich einschränken.

Bei Felderbegehungen zeige ich, wie wir Landwirte uns für die Artenvielfalt einsetzen. Foto: privat

 

Zum Beispiel sieht das Volksbegehren eine Einschränkung der land- und forstwirtschaftlichen Flächennutzung vor. Das verschärft die bereits jetzt eingeschränkte Handlungsfreiheit, Flächen zu bewirtschaften, massiv. Der gesetzliche Rahmen, Fachrecht und Zielkonflikte würden mit den Änderungen des Naturschutzgesetzes teils widersprüchlich ergänzt. Außerdem sollen die vorhandenen Saumstrukturen Schutzstatus bekommen. Das könnte eine Anzeigewelle bedeuten, wenn nicht-Fachkundige negative Beeinträchtigungen dieser Strukturen vermuten.

Hier sind übrigens ein paar Bilder von Insekten, die ich auf meinem Betrieb fotografiert habe:

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Eine weitere Forderung ist, das Verbot, Dauergrünland umzubrechen (ist übrigens bereits jetzt schon Fachrecht), mit einem Verbot von Pflanzenschutzmitteln im Grünland zu kombinieren. Das heißt aber auch, dass bei erheblichen Schäden durch z.B. Wildschweine kaum noch Handlungsspielraum für eine erfolgreiche Neuansaat bestünde.

Ihr seht also: Wiesen, die als Spielwiese für ein Volksbegehren dienen, machen keine Kühe satt.

In diesem Sinne,

Euer Tobias

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