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Die Trägerschaft des Volksbegehrens Artenvielfalt hat einen offenen Brief vom bayerischen Bauernpräsidenten Heidl beantwortet und diese Antwort nun veröffentlicht. Hofheld-Blogger Tobias hat sie gelesen und ist fassungslos.

„Die Initiatoren des Volksbegehrens nehmen ihre Vorwürfe nicht als solche wahr.“

Die Trägerschaft des Volksbegehrens Artenvielfalt hat einen offenen Brief vom bayerischen Bauernpräsidenten Heidl beantwortet und diese Antwort nun veröffentlicht. Hofheld-Blogger Tobias hat sie gelesen und ist fassungslos.

Tobias berichtet für Dich vom Milchviehbetrieb.

Tobias berichtet für Dich vom Milchviehbetrieb.

Hi Hofhelden,

vor kurzem habe ich Euch ja erklärt, inwiefern die Forderungen des Volksbegehren Artenvielfalt meinen Handlungsspielraum einschränken, mich für den Artenschutz einzusetzen. Jetzt möchte ich zum dem Thema nochmal etwas loswerden.

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbands, wendete sich mit einem offenen Brief an die Initiatoren des Volksbegehrens. Er bedauert in dem Brief, dass die Initiatoren des Volksbegehrens die Leistungen der Landwirte für Umwelt- und Naturschutz über das gesetzliche Niveau hinaus alle verschwiegen, die Landwirtschaft einseitig in den Fokus nähmen und die Bauernfamilien mit unsachlichen Vorwürfen öffentlich ins falsche Licht setzten.

Ist das Frechheit oder Bösartigkeit?

Die Trägerschaft des Volksbegehrens – Vertreter des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), der ÖDP, des Bündnis 90/Die Grünen und des BUND Naturschutz – haben Anfang Februar geantwortet und den Brief nun veröffentlicht. Den habe ich gelesen und frage mich: Ist das jetzt Frechheit oder berechnende Bösartigkeit? Im Brief stellt die Trägerschaft nicht nur ihre eigene Sichtweise dar, sondern lügt glatt. „Das Volksbegehren erhebt überhaupt keine Vorwürfe gegen Landwirte und Bauernfamilien, es formuliert lediglich bessere Rahmenbedingungen für eine naturverträglichere Landwirtschaft“, steht da geschrieben

Die Trägerschaft des Volksbegehrens Artenvielfalt hat einen offenen Brief vom bayerischen Bauernpräsidenten Heidl beantwortet und diese Antwort nun veröffentlicht. Hofheld-Blogger Tobias hat sie gelesen und ist fassungslos.

Foto: Screenshot

Zum einen lässt sich diskutieren, ob die geforderte Biolandwirtschaft naturverträglicher wäre. Kommt auch auf den Betrachtungswinkel an. Biolandwirtschaft nutzt andere Möglichkeiten stellt aber ganz klar wie jede Bewirtschaftung einen Eingriff in die Natur dar. Meiner Meinung nach werden der Umfang und die Intensität entscheidend sein.

Tobias setzt sich schon seit Jahren für den Artenschutz ein: auf seinen Flächen findet man z.B. zahlreiche Saumstrukturen, außerdem vermehrt er eine seltene Ackerunkrautart. Die Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt würde seinen Handlungsspielraum jedoch deutlich einschränken.

Ich selbst setze mich unter anderem mit einem Anbau- und Vermehrungsversuch einer seltenen Ackerunkrautart für die Artenvielfalt ein. Foto: privat

Zum anderen: „Überhaupt keine Vorwürfe“? Im zur Abstimmung gestandenen Gesetzesentwurf schrieben die Initiatoren in der Begründung: „Ursächlich hierfür sind der übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie die strukturelle Verarmung der Landschaft.“ Ist die Formulierung übermäßiger Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden nun ein Vorwurf oder nicht?

Die Trägerschaft des Volksbegehrens Artenvielfalt hat einen offenen Brief vom bayerischen Bauernpräsidenten Heidl beantwortet und diese Antwort nun veröffentlicht. Hofheld-Blogger Tobias hat sie gelesen und ist fassungslos.

Foto: Screenshot

In beinahe jedem Presseartikel von LBV, BUND oder den Grünen (die ÖDP ist durch ihre politisch quasi Bedeutungslosigkeit lange nicht so pressepräsent), in dem es um Landwirtschaft, Landnutzung oder Arten geht, wird gebetsmühlenartig und unwidersprochen genau dieser Vorwurf platziert. Diese bewertende Aussage richtet sich gegen jede Form konventioneller Landbewirtschaftung. Anscheinend ist diese Art von Kritik bei den Akteuren bereits so verinnerlicht, dass sie nicht einmal mehr als Vorwurf wahrgenommen wird.

Bleibt nur noch meine persönliche Feststellung: Die Zielsetzung des Volksbegehrens ist nicht eine andere konventionelle Landwirtschaft, sondern keine!

Bis zum nächsten Mal,

Euer Tobias

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6 Comments

  • Jochen Uphues

    6. März 2019 at 13:44

    Moin Tobias, Was für eine seltene Akerunkautart setzt du dich dich den durch Anbau und Vermehrung ein? Und wo siehst du den den Unterschied zu den Wildkreutern die du nicht auf deinem Aker und auf den Akerrandstreifen (so weit vorhanden) haben möchtest?

    Antworten
    • Tobias Volkert

      7. März 2019 at 13:06

      Hallo Jochen,
      die Vermehrung von Lämmersalat führe ich für das Projekt ‚Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft‘ durch.
      Auf der Seite http://www.bayerischekulturlandstiftung.de/ackerwildkraeuter-fuer-bayerns-kulturlandschaft werden die Projektinhalte detailiert dargestellt.
      Neben der Vermehrung bewirtschafte ich die Flächen, die in den letzten zwei Jahre als Vermehrungsfläche dienten ackerwildkrautfreundlich.
      Versuchsweise habe ich auch schon die Arten jähriger Knäuel, Saatmohn und Bauernsenf vermehrt.
      Da die Vermehrung mit erheblichem Zeit und Arbeitsaufwand verbunden ist (2017 waren es über 250 Stunden!) habe ich das Ganze auf die besonders anspruchsvolle Art Lämmersalat konzentriert und die Vermehrungsfläche deutlich reduziert. Auf anderen Versuchstandorten ist diese Rote Liste Art nicht zurechtgekommen aber bei mir wächst sie richtig gut.
      Der riesige Unterschied zu den Unkrautarten, die ackerbaulich herausfordernd sind oder gar Probleme machen, ist die sehr geringe Konkurrenzkraft dieser seltenen Arten. Sie sind also wirklich nur Beikräuter und nicht Unkräuter bzw Ungräser wie Kornblume, Quecke, Windhalm oder Gänsefuß. Diese überwuchern teils sogar die Kulturpflanzen, sind ernsthafte Konkurrenten um Licht, Wasser und Nährstoffe und können über giftige Fruchtstände oder Pflanzenteile Lebensmittel oder Futter massiv belasten. Ambrosia, Stechapfel, Nachtschatten und Co sind kein Spaß. Ein nicht unerheblicher Teil der Lebensmittelrückrufe ist Giftstoffen wie Tropanalkaloiden geschuldet.
      Noch nebenbei: die extensive Nutzung hat auch am Feld vorkommende Arten wie Mäuseschwänzchen und Ackerrittersporn offenbart. Trotz Mulchsaat für Mais mit Glyphosateinsat war gerade im Randbereich meines konventionellen Ackers eine unerwartete Unkrautflora zu finden.
      Meine bisher bestbesuchte Blühfläche waren ein paar Quatratmeter Ackerrittersporn im Maisfeld. Auf einer kleinen Fehlstelle beim Pflanzenschutzeinsatz (wo aber Gänsefuß, Kamille und Ackerkratzdistel per Hand reguliert werden mussten!) gab es monatelang Riesenandrang von Hummel, Bienen Schmetterlingen und Co.

      Antworten
  • K. Kurz

    13. März 2019 at 0:06

    Mein Kommentar zu einem anderen Beitrag – vor dem Volksbegehren:
    • > Vor 2010 sind die Anzahl der Bienenvölker dramatisch gefallen! Um rund 40%!
    Vor 2008 hatte ein Imker über Jahrhunderte im Juni keine Völkerverluste! Da sind die Völker am Stärksten!

    > Seit 2008 starben die Völker im Juni in großen Massen! Allein in Baden-Württemberg über 30.000 Völker – nachweislich durch Neonikotinoide, wie das Clothianidin!
    (Auch ich hatte von 2008 bis 2012 insgesamt 26 Völkerverluste jeweils Anfang Juni! Jeweils die Hälfte der Völker! Innerhalb von 2-3 Tagen starben die Völker vollständig ab! Versuche in einem Schweizer Forschungsinstitut ergaben: Wenn den Versuchsvölker Wasser mit unter der Nachweisgrenze extrem verdünntem Clothianidin gegeben wurde, starben sie innerhalb von 4 Minuten!
    Ich bekam nichts! Jedes Volk bedeutet ein Verlust von rund 500 €.)

    > Der Landwirt bekommt für jeden *Furz* Entschädigung und massenweise Subventionen!

    > Und der Imker bekommt für seine Verluste wieviel? — absolut nichts!
    Ein Hobbyimker hat sowieso nur einen Stundenlohn von etwa 1€! ( Da würde der Landwirt nicht mal dafür lächeln – höchstens lachen.)

    > Die Imker sorgen mit ihrem immensen finanziellen, ideellen und zeitintensiven Einsatz für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen – rund 80-85 % wird durch die Honigbienen bestäubt.

    > Die Anzahl der Bienenvölker stieg in den letzten Jahren nur deshalb (in bescheidenem Rahmen), da hier die Imkerverbände und die örtlichen Imkervereine enorm viel Nachwuchsarbeit geleistet haben. (In Bayern halten die Kleinimker rund 80% der Völker). Und zudem muß der Imker jedes Jahr sehr viel Zeit und Geld investieren, um die Völker-Verluste wieder durch Nachzüchtungen auszugleichen (allein letztes Jahr hatte ich vergebens 96 € für 6 Königinnen ausgegeben – 5 Völker starben dadurch im Sommer, naheliegend an ausgebrachten Pestiziden). Im Winter hatte ich nie Verluste.

    > Falsch: „Lediglich die Zahl der Wildbienen nimmt ab“.
    Richtig: Die gesamte Insektenwelt ist erheblich reduziert, wie z.B.auch Schmetterlinge – viele Insektenarten sind vom Aussterben bedroht – manche bei uns schon ausgestorben. Bestimmte Insekten sind auf bestimmte Blüten spezialisiert. Gibt es diese Insekten nicht mehr, gibt es auch diese Blütenpflanzen nicht mehr.
    Dies hat auch zur Folge, dass z.B. die Vögel und anderes Kleingetier nicht mehr genug Nahrung finden, und dadurch auch diese immer weniger werden. Und auch Kleinvögel dienen wiederum als Nahrung für größeres Getier – auch diese nehmen ab. Vögel sorgen z. B. auch in der Nahrungsaufnahme für die Vermehrung durch Samen-Verbreitung.
    Mal eine Frage an Landwirte: „Wann haben Sie das wunderschöne Trällern der Lerche zum letzten Male gehört?“ Jeden, den ich fragte, sagte: „Das ist schon lange her.“ oder: „ich kann mich nicht mehr erinnern.“
    Dies ist auch bei vielen anderen Vögeln so. Noch vor 10-20 Jahren sah ich auf Feldern in der Nähe noch Kibitze – jetzt nicht mehr.

    > Wir mähen die Rasenwiese immer sehr spät. Dadurch wachsen eine Vielzahl von Blütenpflanzen. Sehr niedrig – auf einer Fläche von 1 m² zählte ich mal über 20 verschiedene Blütenpflanzen.

    > – Diese – Maßnahmen (Volksbegehren) betreffen die Landwirtschaft. Aber eine Vielzahl von anderen Maßnahmen und erheblichen Einschränkungen und hohen Kosten betreffen den Verkehr, Gewerbe, Privathaushalte mit großen Belastungen beim Strom, Wasser, Müll – das spürt doch mittlerweile schon jeder!

    – Auch hier profitieren wieder die Landwirte: Deren Haus- und Stalldächer sind voll mit hochsubventionierten Photovoltaik-Anlangen! Und wer muß diesen völlig überteuerten Bio-Strom bezahlen? Das breite Volk – und vor allem die „Armen“ (immerhin rund 20% – jeder 5.) trifft es besonders hart!

    > Es ist richtig, dass „nur 2% der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt“. >Aber Der Großteil der Landwirte vergiftet mit Pestiziden, Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden einen Großteil des Bodens der BRD, das Grundwasser, die Nahrungsmittel, die Luft. Das ist hinlänglich bewiesen. Auch im Blut und im Körper der Menschen finden sich viele der Giftstoffe – auch schon bei Säuglingen, und in der Muttermilch! Diese Giftstoffe verursachen viele Erkrankungen, bis zum Tode. Und diese Gifte werden immer stärker in der Wirkung – da auch die mit Gift behandelten Mikroorganismen, Schadinsekten, Pilze usw. immer resistenter werden.
    – 2015 wurden in der BRD rund 49.000 t Pestizide ausgebracht – das sind rund 17.000 Tanklastzüge voll. An Herbiziden rund 15.000 t – also nochmals 5.000 Tankzüge voll! In Deutschland waren 2016 ca. 270 Wirkstoffe in insgesamt 753 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln zugelassen – deren teils hochgiftigen Auswirkungen und Wechselwirkungen können gar nicht alle erforscht werden. Es werden auch immer nur Grenzwerte für einzelne Stoffe ausgegeben – wie sieht es aber mit der hohen Summe von Grenzwerten der verschiedensten Giftstoffe aus?! Darüber gibt es überhaupt keine Untersuchungen!

    > Mit den Bio-Bauern gibt es davon löbliche Ausnahmen – aber das sind nur wenige – und nur Freiwillige! Der Großteil tut praktisch nichts! Ein verantwortungsvoller Landwirt würde und wird seine Umwelt nie so vergiften.

    >> Da freiwillig kaum etwas geschieht, soll durch das Volksbegehren eben weitaus mehr Landwirte (auch wieder mittels hoher Subventionen) dazu gebracht werden, mit der Umwelt pfleglicher umzugehen – also Biolandwirte zu werden.
    > Paradoxerweise sind auch viele Bio-Bauern gegen dieses Volksbegehren! Sie fürchten um ihre (z.T. sehr hohen) Pfründe – durch erhöhtes Angebot von Bio-Lebensmitteln – zu viele Bio-Produkte drücken die Preise.

    > Auch die EU-Subventionen müssen begrenzt werden. Ab einer bestimmten Hektargröße keine Subventionen mehr! Gestaffelt nur noch für Kleinbauern bis zu mittleren Betrieben!

    > Durch das Volksbegehren könnte / kann sich der Verbraucher gesündere Lebensmittel durch niedrigere Preise leisten.
    (Hier muß allerdings der Gesetzgeber auch den Händlern / Supermärkten / Discountern / Bio-Händlern Preis-Beschränkungen auferlegen. Die Handelsspanne / Aufschlag ist bei Bioprodukten unverschämterweise um rund das 3-fache höher, als bei vergleichbaren Normalprodukten!)

    > Ach ja, die Zwischenfrüchte! Auch hier wird wieder von der EU subventioniert! Die wenigstens Landwirte machen es von sich aus (löblich, ich kenne einige).
    > Die Landwirte haben sich viel zu abhängig gemacht von den EU-Subventionen – und vor allem auch von der Pharma- und der Landwirtschafts-Industrie! Keiner dieser Landwirte wird behaupten können, er produziere gesunde Nahrungsmittel! Der Anteil und die Menge der Nährstoffe in den Landwirtschaftsprodukten hat sich die letzten 60 Jahre erheblich reduziert! Pflanzen werden immer größer, immer dichter, immer mehr Kunstdünger, falsche Fruchtfolgen, viel zu viel Mais – da werden die Böden immer mehr auslaugt, verdichtet, kaum mehr Regenwürmer (wären für die Bodenverbesserung immens wichtig – und eine viel höhere Anzahl von Mikroorganismen). Auch dies ist mit die Ursache für immer mehr Überschwemmungen – das Regenwasser kann nicht mehr schnell genug abfließen!
    – Wer von den Landwirten weiß denn, dass der „windbestäubte“ Raps, wenn er durch Bienen bestäubt wird, um 30% bis 50% höheren Ertrag bringt (je nach Abstand der Bienenvölker), und bei besserer Qualität! (Auf Versammlungen hörte ich dann: „Das wissen wir ja gar nicht.“ Ich antwortete dann: „Ja, weil Ihr nur blind auf die EU und deren Subventionen schaut, anstatt selbst zu denken, und sich selbst zu informieren.“

    > Als verantwortlicher Mensch könnte ich niemals die Umwelt und die Nahrungsmittel so vergiften!
    > Gesunde Nahrungsmittel müssen wieder im Vordergrund stehen.
    > Und dies gilt vor allem auch für die Lebensmittelindustrie – die ebenfalls unsere Nahrungsmittel mit unzähligen Giftstoffen verseucht!

    > Da für die meisten Landwirte vor allem nur der Kommerz zählt, und freiwillig fast nichts geschieht – ja zum Volksbegehren! (Kein Gesetz ist perfekt – aber dies ist allemal besser, als bisher.)

    (Meine Vorfahren hatten nachweislich schon seit 200 Jahren Zwischenfrüchte ausgebracht, mit genauen, bodenverbessernden Fruchtfolgen – in 8 Jahren die Felder jeweils 2 Mal brach liegengelassen – ohne jegliche Subventionen! Mein Großvater hatte über 40 Jahre keinen Kunstdünger ausgebracht, erst die Nazis zwangen ihn dazu. Er würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte, dass sich die Landwirtschaft immer zum Giftverbreiter entwickelt hat.)

    PS: Ich habe Kontakte in die Landwirtschaft (früher auch beruflich). Etliche Male wurde mir * vorgeführt *, wie sie z.B. 1 oder 2 *glückliche“ Schweine abgesondert in einem weitläufigen Stallabteil (ca. 15-20 m²) halten, mit dicker Strohschicht und speziellem Futter (keine Antibiotika!): „Die sind nur für uns!“

    Ich appelliere an alle Landwirte – wenige Ausnahmen machen es schon: Fangt endlich an, unsere Umwelt, den Boden, das Grundwasser, die Luft, die Pflanzen, die Tier- und Insektenwelt und die Menschen zu schützen – vor diesem unsäglichen Umweltgiften! Erzeugt wieder gesunde Nahrungsmittel = >Lebens<-Mittel! Und nicht nur ein paar Blühstreifen – das ist Augenwischerei!
    Es wird Zeit, dass die Menschen zu einem Landwirt wieder aufschauen können.

    Antworten
  • S. Beck

    13. März 2019 at 17:34

    Sehr geehrter Herr Kurz,

    wenn Ihr Großvater Landwirt war und Sie so genau wissen, was die überwiegende Mehrzahl der Landwirte falsch macht, warum sind Sie nicht selbst Landwirt, biologisch wirtschaftend ohne einen Antrag auf Zuschüsse zu stellen? Sie könnten doch allen anderen zeigen, wie gut das funktioniert und Sie bei niedrigen Erträgen, niedrigen Preisen und ohne Zuschüsse trotzdem noch Geld damit verdienen. Das wäre echt spannend. Was haben Sie mit Ihren Flächen gemacht? Meistbietend verpachtet oder verkauft?

    Antworten
    • K. Kurz

      15. März 2019 at 17:48

      An H. S. Beck: Nichts wissen, aber persönlich angreifen!

      Meinen väterlichen Vorfahren wurden die Güter in Hinterpommern (heute Polen) „gestohlen“ – obwohl sie keine Nazis waren. Hier im Westen behielten alle ihre Höfe.

      Ich bin unter ganz armen Umständen aufgewachsen – davon haben sie überhaupt keine Ahnung! (davon über 7 Jahre im Heim, da meine Mutter sehr krank war, und der Vater vermisst.)

      Meine Mutter wurde 6 Jahre zum Kriegsdienst eingezogen, davon 3 1/2 in Russland (und erkrankte schwer). Aber als Dank wurde sie dann von diesem „Scheiß“-Staat und seinen Beamten 25 Jahre lang um die Hälfte der sowieso schon mikrigen Kriegsrente betrogen (kam erst 1976 durch einen jungen Beamten auf, Beweise liegen vor). Aber sie bekam keinerlei Nachzahlung. Ein Minister 1989 im Bundestag nach einer Anfrage: „Dieser ungerechte Umgang mit den Kriegsrentner war damals leider gängige Praxis, um Kosten für den Staat zu sparen.“ (Die Bauern bekamen da schon lange üppige Subventionen!) Ich weiß, was Armut ist! Davon haben Sie keine Ahnung!)
      Lt. einer internationalen Studie (auch im TV veröffentlicht) dauert es in Deutschland 6 Generationen (150 Jahre), um aus der Armut zu entfliehen – international dauert es in westlichen Ländern aber nur etwa 3 1/2 Jahre. Dies ist ein ganz erbärmliches Zeugnis für die Fehl-Politik in Deutschland! Die Reichen werden immer reicher – die Armen immer ärmer!

      Ich selbst hatte aber seit der Kindheit immer den Bezug und das Interesse zur Landwirtschaft. 4 meiner mütterlichen Halbonkeln hatte eine Landwirtschaft, 2 wandelten sie in einen Handwerksbetrieb um. Einer hatte in den 60ern 6.000 Hühner in einer Hühnerfarm in enger Käfighaltung – es stank fürchterlich, ganz schlechtes Licht, keine Sonne und kein Freigang, meist nackt in den Käfigen!

      Ebenfalls in den 60ern besuchte ich öfters einen Hof (kein Biohof), der seinen 60 Kühen (damals noch viel) Freiheit gab: Jede Kuh hatte zwar ihren Platz (ohne Ankettung), sie konnte aber jederzeit zur Futterscheune und fressen so viel und so oft sie wollte. Sie konnten jederzeit auf die große Wiese – auch im Winter – es war Lebensfreude pur. Es tat dies nicht mit EWG-Subventionen, sondern aus eigener freier Einsicht.

      Eine Schulfreundin (heute noch mit ihr befreundet) heiratete in einen Bauernhof ein. 1983 wandelten sie diesen in einen Biohof um. Aber sie mussten die Felder 5 Jahre biologisch bewirtschaften, durften aber erst ab dem 6. Jahr Bioprodukte verkaufen! Molkereien und Grohändler hielten sich nicht an Verträge. Es war eine verlustreiche Zeit! Andere Bauern verlachten sie als „Spinner“ (sie waren aber keine Grünen). Aber sie setzten sich durch. Der Sohn wollte aber keine Bauer werden, studierte technisch, so wollten sie in Rente gehen. Beim Verladen der letzten Tiere wurde ihr Mann (65) von einem Stier erdrückt – kein gemeinsamer Lebensabend mehr.
      Heute erfolgt die Umwandlung in einen Biohof unter weitaus leichteren und subventionierten Bedingungen.

      Ich hatte ja schon geschrieben, keine Subventionen mehr an Großbauern / Industrie-Landwirtschaft. Subventionen nur noch an Klein- und Mittelbetriebe, gestaffelt abhängig auch von der Umstellung auf ökologischen / biologischen Landbau.

      Nochmals an Sie H. S. Beck: Persönlich angreifen! Aber Sie haben zu keinem meiner Punkte Stellung genommen. Glauben Sie ernsthaft, dass das alles falsch ist?
      Die Landwirtschaft muß wieder zurück zu einer natürlicheren, gesünderen Bewirtschaftung – zum Schutz der Natur, humanem, artgerechten Umgang mit den Tieren und gesünderer, nährstoffreicheren und giftfreien Lebensmitteln!

      Antworten
  • K. Kurz

    15. März 2019 at 17:56

    Ergänzung: Ich war 2017 auf über 500 Höfe – oft schon landwirtschaftliche Großbetriebe. Dort habe ich gesehen, wie gut es diesen Bauern geht (ich spreche nicht von Klein- und Kleinst-Bauernhöfen). Und die Siedlungen und Städte sind voll von unzähligen Mietshäusern, die von Bauern gebaut wurden und werden. Die Abbezahlung dieser Häuser erfolgt aber durch die Mieter, der ärmeren Bevölkerungsschicht.
    Auch ein Beweis für die Fehl-Politik in Deutschland: In den westlichen Ländern ist der Anteil an Mieteigentum meist bei 70-85 %. Im „reichen“ Deutschland hingegen nur bei rund 50 % – durch Subventionen an Immobilienhaie – die immer reicher werden!

    Antworten

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