Vielfalt in Mexiko

Hofheld-Gastbloggerin Anne-Kathrin Meister war als Jugenddelegierte bei der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen in Mexiko. Hier erzählt sie, wie es war.

Hofheld-Gastbloggerin Anne-Kathrin Meister.

Hofheld-Gastbloggerin Anne-Kathrin Meister.

Vor ziemlich genau einem Jahr beteiligte ich mich an einer Ausschreibung der Naturschutzjugend (NAJU), ein zweites Mal ein Mitglied der Voice for Biodiv, der deutschen Jugenddelegation für Biologische Vielfalt, zu werden. Nach der Zusage folgten insgesamt drei Treffen, bei denen wir sechs Delegierten mehr über die Konferenz erfuhren und auch eine Sommertour planten. Die führte uns den ganzen Sommer über quer durch Deutschland. Dabei erklärten wir vor allem Kindern und Jugendlichen Biodiversität und ihre Bedeutung. Was wir währenddessen alles erlebten, haben wir in einem eigenen Blog festgehalten.

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Die Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen fand diesmal in Mexiko statt.

Im Dezember war es dann soweit, ich durfte zum zweiten Mal an der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen teilnehmen. Das letzte Mal fand die Konferenz im Hochgebirge in Südkorea statt und wir froren ordentlich. Quasi als Ausgleich dafür ging es diesmal nach Cancun, Mexiko und größer hätte der Unterschied wohl nicht sein können.

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Die Jugenddelegierten kamen vor allem aus Entwicklungs- und Schwellenländern.

Auch wenn wir als deutsche Delegation hinfuhren, vor Ort waren wir Teil des Global Youth Biodiversity Network (GYBN) und haben bei den Verhandlungen der Jugend eine Stimme gegeben. Zu der Konferenz kamen insgesamt etwa 6000 Menschen aus 195 Ländern. Wir, die Jugend, waren etwa fünfzig junge Leute, die vor allem aus dem globalen Süden kamen (Entwicklungs- und Schwellenländer).

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Auch die deutsche Delegation war vor Ort Teil des Global Youth Biodiversity Network.

Die Möglichkeit des Austauschs, der sich uns mit den Jugendlichen und Delegierten aus allen Herren Länder bot, war einfach toll. Wann sonst hat man dazu die Gelegenheit? Sie berichten von ihrer Arbeit mit Tigern oder Affen so, als wäre es das normalste der Welt. Nicht nur über die Arbeit wurde sich ausgetauscht, wir erfuhren auch viel über die Lebensumstände und die Schwierigkeiten die manche hatten, um ein Visum für Mexico zu bekommen. Für uns Deutsche unvorstellbar, müssen wir doch nur unseren Reisepass bereit halten.

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Die Konferenz bot auch Zeit zum Austausch.

Bereits in der Vorbereitung auf die Konferenz haben wir uns intensiv mit einem Thema beschäftigt, das jeder selbst auswählen konnte. Ich habe mich für Landwirtschaft entschieden, was dieses Jahr neu auf der Agenda stand. Der Konferenzalltag war durchaus anstrengend und begann jeden Morgen mit der Kontrolle durch die Sicherheitsleute, um überhaupt auf das Konferenzgelände zu kommen.

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Auf das Konferenzgelände zu gelangen war gar nicht so einfach.

Danach ging es mit einem internen Treffen der Politikgruppe weiter, um zu klären wer heute welcher Arbeitsgruppe folgt, da immer zwei parallel stattfanden. Bei besonders umstrittenen Themen wie zum Beispiel Mainstreaming (zu dem auch Landwirtschaft gehört) oder Synthetischer Biologie konnte im Plenum keine Einigung erzielt werden. So trafen sich die beteiligten Länder abends noch einmal im kleineren Kreis um dort intensiv an einem Kompromiss zu arbeiten dem alle Länder zustimmen konnten. In diesen sogenannten „contact groups“ waren wir als YOUTH geduldet, was bedeutete, dass wir den Verhandlungen beiwohnen durften, aber kein Rederecht hatten. Trotzdem ist es sehr spannend dabei zu sein und zu sehen, wie viel Kompromissbereitschaft es von allen Seiten braucht, bis es zu einer Entscheidung kommt.

Das Global Youth Biodiversity Network gab bei den Verhandlungen der Jugend eine Stimme.

An dem Wochenende zwischen den beiden Konferenzwochen hatten wir die Möglichkeit Ausflüge zu machen und entschieden uns dafür, nach Chichen Itza zu fahren. Diese Ruinenstätte war sehr beeindruckend und wir staunten nicht schlecht über die Kunst der Maya solche Stätten, ohne Hilfsmittel wie wir sie heute kennen, zu errichten.

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Auch Ausflüge wie der zur Ruinenstätte Chichen Itza standen auf dem Programm.

Auf dem Weg dorthin fiel uns auch die Armut auf, die in diesem Teil vom Land herrscht. Auch, oder gerade weil  die Halbinsel Yucatan eigentlich als absolutes Reiseziel gilt, wirkten die Gegenden fernab der Hotelzonen sehr ärmlich. Industrie findet man dort allerdings kaum, sodass alle sehr auf dem Tourismus angewiesen sind.

Und natürlich hatten wir bei unseren Ausflügen auch die Gelegenheit, die Natur und ihre Bewohner kennenzulernen.

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Eigentlich sollte die Konferenz Samstagnachmittag enden, allerdings war sich die letzte Gruppe, die noch über das Budget diskutierte, zu diesem Zeitpunkt noch weit von einer Einigung entfernt und so endete die Konferenz Sonntagnacht um kurz nach fünf.

Die Tatsache, dass ich drei Tage vor Heiligabend noch am Strand war, gepaart mit der ganzen Weihnachtsdekoration bei mindestens 30°C war sehr ungewohnt und lies auch keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen, trotzdem war es eine einmalige Erfahrung.

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Bei 30°C kam nur wenig Weihnachtsstimmung auf.

Auch, wenn ich diesmal mit dem Ablauf vertrauter war als beim letzten Mal, war die Conference of the Parties (COP) 13 in Cancun wieder ein spannendes und beeindruckendes Ereignis und ich bin sehr froh dabei gewesen zu sein.

Übrigens: wenn du mehr über Biodiversität erfahren willst, dann schau doch mal auf unserer Website www.keineinheitsbreit.de vorbei.

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