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Bergbäuerin Karin erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln für Wanderer im Umgang mit Rindern. Außerdem gibt sie Tipps, was man im Notfall tun sollte.

So sollten sich Wanderer bei Rindern verhalten

Bergbäuerin Karina erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln für Wanderer im Umgang mit Rindern. Außerdem gibt sie Tipps, was man im Notfall tun sollte.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Hallo an alle Naturliebhaber!

In meinem letzten Beitrag habe ich ja schon über das Thema Kuhangriffe berichtet. Diesmal möchte ich ein paar Punkte aufzählen, wie man sich am Besten im Umgang mit Weidetieren verhält. Man muss keine Angst haben, aber dafür Respekt vor den Tieren, die schließlich in der Gegend wohnen, in der wir unsere Freizeit verbringen. Also wie sollte man sich als Wanderer im Umgang mit Rindern verhalten? Zuerst mal ist es nicht automatisch erlaubt, jede Weide einfach so zu betreten. Im Gegensatz zum Wald dürfen nämlich landwirtschaftliche Grundstücke grundsätzlich nur mit Zustimmung des Eigentümers, beziehungsweise des Bewirtschafters betreten werden. Am besten fragt man vorher um Erlaubnis oder hält sich an markierte Wanderwege.

Bergbäuerin Karin erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln für Wanderer im Umgang mit Rindern. Außerdem gibt sie Tipps, was man im Notfall tun sollte.

Rinder am Wegesrand sollten weder gestreichelt oder gefüttert werden, noch sollte man ein Selfie mit ihnen machen. Foto: privat

Wenn man beim Wandern auf einem öffentlichen Wanderweg eine Weide durchquert gilt: Jedem Tier mit einer gewissen Vorsicht begegnen. Das gilt nicht nur für Mutterkuhherden, sondern auch für Jungviehherden und Milchkuhherden. Bei Mutterkuhherden muss man allerdings besonders aufpassen, da Kühe ihre Kälber beschützen wollen. Grundsätzlich sind Rinder friedliche Tiere, man darf sie aber nicht unterschätzen! Hier heißt das Gebot der Stunde: Abstand halten! Eine Weide ist kein Streichelzoo. Die Tiere also nicht anfassen, füttern und auch keine Selfies mit den Rindern schießen. Außerdem wichtig: Unter keinen Umständen das „ach so niedliche“ Kälbchen streicheln! Dadurch provoziert man die Mutterkuh, bei der sich der Beschützerinstinkt regt. Am besten ist es, man geht mit großzügigem Abstand leise und ruhig an der Herde vorbei.

Bergbäuerin Karin erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln für Wanderer im Umgang mit Rindern. Außerdem gibt sie Tipps, was man im Notfall tun sollte.

Beobachtet man bei Rindern ein hektisches Schwenken des Kopfes, ist das ein Anzeichen für Unruhe oder Aggressivität. Foto: privat

Den Tieren sollte man nicht unbeobachtet den Rücken zukehren und immer auf Anzeichen von Unruhe oder Aggressivität bei den Rindern achten. Scharren mit den Klauen, Senken oder hektisches Schwenken des Kopfes und Brüllen sind zum Beispiel klassische Anzeichen von Drohgebärden. Bei den ersten Anzeichen von Unruhe oder sogar Drohgebärden, muss man den Abstand zum Tier sofort vergrößern und die Weide zügig verlassen. Um sich im Notfall verteidigen zu können, sollte man zudem beispielsweise einen Stock mitführen. Außerdem sollte man unbedingt darauf achten, die Tiere nicht zu erschrecken (Stichwort: Scare-a-cow-challenge bzw. #kulikitaka-Challenge). Denn die Tiere können in ihrer Panik sich oder andere verletzen oder auch in den Verteidigungsmodus umschalten und angreifen.

Bergbäuerin Karin erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln für Wanderer im Umgang mit Rindern. Außerdem gibt sie Tipps, was man im Notfall tun sollte.

Auch das Scharren mit den Klauen ist ein klassisches Anzeichen für Unruhe. Foto: privat

Grundsätzlich sollte man die Wanderwege möglichst nicht verlassen. Blockiert aber gerade ein Tier den Weg, bitte großräumig umgehen. Falls man die Weide durch ein Tor betritt oder verlässt, sollte man dieses auch wieder gut verschließen. Für mich ist das zwar selbstverständlich, für viele ist es das jedoch leider noch nicht.

Bei Hunden gilt erhöhte Vorsicht

Falls man mit seinem Hund unterwegs ist, gelten nochmal besondere Regeln. Meine Empfehlung: Nach Möglichkeit die Route so planen, dass man keine Weiden queren muss oder durch Mutterkuhweiden wandert. Vor allem unruhige und laute Hunde sollten möglichst keine Weiden queren. Wenn das nicht möglich ist, müssen die Hunde unbedingt an der kurzen Leine geführt und bei Anzeichen eines Angriffes sofort abgeleint werden! Da das im Notfall schnell gehen muss, sollte die Leine beispielsweise nicht um die Hüfte gewickelt werden. Das ist deshalb so wichtig, weil Rinder in den meisten Fällen nur die Hunde als Gefahr sehen und nicht den Menschen. Allerdings werden „Hindernisse“, die sich zwischen Herde und Hund befinden, niedergetrampelt, was tödlich für Menschen enden kann. Zudem kann der Hund schnell rennen und dadurch eher flüchten. In solchen Situationen braucht man sich also weniger Sorgen um seinen machen. Was man auf keinen Fall tun darf: Seinen Hund auf den Arm nehmen, um ihn so beschützen zu wollen. Bei Begegnungen von Hunden und Weidetieren gilt deshalb immer besondere Vorsicht. Der Vollständigkeit halber, will ich hier noch einmal erwähnen: Um das Naturerlebnis auch für andere nicht zu trüben, nimmt man seinen Müll und die Hinterlassenschaften seines Hundes wieder mit.

Bergbäuerin Karin erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln für Wanderer im Umgang mit Rindern. Außerdem gibt sie Tipps, was man im Notfall tun sollte.

Jeder Wanderer sollte darauf achten, die Tiere nicht zu erschrecken. Foto:privat

Das wären die wichtigsten Verhaltensregeln, um seine Wanderung möglichst ohne unangenehme Zwischenfälle genießen zu können. Dann steht dem Naturerlebnis auch nichts mehr im Wege.

Bis zum nächsten Mal.

Eure Karina

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