Ein Trecker Babe bei den Ritchie Bros.

Mut und Leidenschaft – Theresa Kastning zeigt in der Kabel-1-Serie Trecker Babes, dass man beides sowohl für die Landwirtschaft als auch vor der Kamera braucht. Wir durften sie an einem besonderen Drehtag auf der Landtechnikauktion begleiten.

Es riecht nach Bratwurst und Diesel. Im Hintergrund hört man den unverkennbaren Singsang der schnellsprechenden Auktionatoren. Am Tresen der Ritchie-Bros.-Auktionshalle lässt sich die Landwirtin Tabea-Theresa Requardt-Kastning aus dem niedersächsischen Exten gerade ihre Bieternummer und die Auktionsmappe geben.

Sie ist jung, blond und hat eine mitreißende Ausstrahlung – allein dafür riskiert der ein oder andere Besucher oder Bieter der Auktion schon mal einen Blick. An diesem Tag hingegen sind es nicht nur diese Attribute, sondern auch ihr auffälliges Gefolge. Ein Regie- und Kamerateam haftet an ihren Fersen und begleitet sie für eine Reportage der Kabel-1-Sendung „Abenteuer Leben“ über das Gelände der Ritchie Bros. in Meppen.

Am Thresen der Ritchie Bros. beginnt das Abenteuer Auktion. Die Kamera ist immer dabei. Quelle: Münch

Die junge Landwirtin ist eine von sechs Protagonistinnen der Doku-Reihe „Trecker Babes“. In diesem Format bekommt derZuschauer einen Einblick, wie sechs Frauen den noch meist von Männern besetzten Beruf des Landwirts, Lohnunternehmers oder Traktoristen ausführen. Gezeigt werden sie in ihremabwechslungsreichen Alltag auf dem Trecker, Häcksler oder der Forstmulcherraupe.

Warum auch nicht

„Ich habe mich dafür gar nicht beworben“, sagt Tabea-Theresa Requardt-Kastning. Eileen Splitt aus der Redaktion Trecker Babes hat sie direkt über Instagram angeschrieben. „Zuerst habe ich gar nicht reagiert. Ich dachte es sei so ein Fake-Zeug“, erklärt sie und lacht so, dass man ihr Zungenpiercing hervorblitzen sieht. Und dann wollte sie es doch wissen, befragte dazu erst ihre Freundin Hedi, die schon in früheren Folgen der Trecker Babes zu sehen war, ob das eine ernstgemeinte Anfrage sei, und schrieb dann Eileen Splitt zurück.

Der Fendt 936 Vario soll es sein – auf diesen wird das Trecker Babe zusammen mit ihrem Vater bieten. Quelle: Münch

Auf ein paar Nachrichten folgten Telefonate, ein Bewerbungsvideo und schließlich die Zusage, dass die Landwirtin aus Niedersachsen eines der neuen Trecker Babes wird. „Ich habe mich sehr gefreut“, erzählt Tabea-Theresa. „Und warum sollte ich da auch nicht mitmachen. Man ist doch nur einmal jung.“

Das Fernsehteam geht mit Tabea-Theresa Requardt-Kastning, zu der sich nun auch ihr Kumpel Piju Niemeier gesellt hat, durch die Reihen der Trecker, die zur Auktion bereitstehen. Immer auf der Suche nach dem Fendt 936 Vario, denn genau der soll es heute sein. Die junge Landwirtin bietet zusammen mit ihrem Vater, der von zu Hause online dabei ist, später auf die auserwählte Maschine.

Tabea-Theresa Requardt-Kastning nimmt den Fendt 936 Vario genau unter die Lupe. Quelle: Münch

„Bitte noch einmal hier um die Ecke kommen.“ Wieder Stopp und zurück. „Einmal noch.“ Tabea-Theresa nimmt es mit einem Lachen hin und auch für die Redaktion, den Kameramann und den Tontechniker ist das der ganz normale Alltag. Dann stehen sie am Fendt, Eileen Splitt fragt, was an dieser Maschine so besonders ist, ob sie gut in Schuss ist und worauf die Landwirtin vor dem Kauf achtet. Tabea-Theresa Requardt-Kastning antwortet in ihrer lockeren Art. Das Kaugummi bleibt im Mund. Wieder ist eine Szene im Kasten.

Bunter und lauter

Dass das Trecker Babe heute so entspannt bei einem Dreh ist, war nicht immer so. „Als sie das erste Mal bei uns zu Hause waren, war es mega aufregend“, erzählt sie. „Es musste noch öfter wiederholt werden.“ Gestellt ist allerdings nichts. „Die Arbeiten auf dem Hof müssen erledigt werden und wir begleiten sie dabei“, sagt Trecker-Babes-Redakteurin Eileen Splitt. Oft wird die Go-Pro-Kamera in der Fahrerkabine befestigt und die Trecker Babes erzählen, während sie unterwegs sind, von dem, was sie gerade erleben, wo Probleme liegen. Manchmal singen sie auch einfach nur laut und fröhlich zur Musik auf dem Trecker mit. Je nach Charakter sind diese Videos etwas ruhiger oder etwas lauter und bunter.

Bei der Auktion der Ritchie Bros. finden Trecker jeden Alters aber auch gezogene Maschinen und was man alles auf dem Betriebs gebrauchen könnte, einen neuen Besitzer. Quelle: Münch

In Tabea-Theresas Szenen geht es meistens laut und fröhlich zu. Die Landwirtin erzählt und manövriert währenddessen die großen Maschinen über Äcker, Wiesen und Straßen.

Der Hammer

Dann wird es noch mal kurz hektisch. Der Fendt 936 Vario steht bereit, um auf der Rampe vor dem Theater der Auktionshalle vorgeführt zu werden. Und dann heißt es schnell sein. Bieter und Interessenten aus der ganzen Welt können online mitbieten. Genauso wie die Gäste vor Ort.

Handzeichen, Blicke auf die Anzeigetafeln, auf denen Eckdaten und das aktuelle Gebot stehen, Handzeichen – die Bitcatcher vor den Rängen sammeln die Gebote blitzschnell ein und geben dem rasend schnell sprechenden Auktionator Bescheid, dass das nächste Gebot angenommen wurde. Zwei Minuten lang kann für jede Maschine geboten werden. Zwei Minuten ist für die mitbietende und mitfiebernde Tabea-Theresa Kastning eine elendig lange Zeit. Klack, der Hammer ist gefallen und der Trecker verkauft. Das Trecker Babe jubelt. Die Kamera läuft. Ihr Vater hat den Zuschlag online bekommen.

Anspannung beim Kamerateam, denn jetzt muss alles sitzen: geboten werden kann nur einmal und auch die Freude über den ersteigerten Schlepper soll drauf sein. Quelle: Münch

„Das ist wirklich Adrenalin, das einem da in die Adern schießt“, erzählt die Niedersächsin. „Das Gefühl kann man schwer beschreiben, das muss man mal mitgemacht haben. Genau wie das hier, die Trecker Babes“, sagt Tabea-Theresa, während schon wieder lautstark für den nächsten Schlepper geboten wird.

Hektisch und arbeitsintensiv geht es auch auf den drei Betrieben zu, die Tabea-Theresa Requardt-Kastning und ihre Eltern bewirtschaften. Auf allen drei Standorten konnten sie nicht wachsen. So laufen sie mit unterschiedlichen Schwerpunkten weiter. Bullen-, Rinder- und Schweinemast, Ackerbau und Grünland, insgesamt 360 ha, sowie das Lohnunternehmen – all das gehört zu dem Betrieb der Familie Kastning dazu.

Und dann darf das Trecker Babe noch einen der Trecker, die zum Verkauf stehen über die Auktionsrampe fahren. Quelle: Münch

„Mein Herz gehört aber den Arbeiten auf dem Acker, die Zeit auf den großen Landmaschinen“, sagt Tabea-Theresa. Und diese Liebe kommt nicht von ungefähr. Ihr Großvater weckte diese Leidenschaft in ihr. Er brachte ihr das Treckerfahren bei und vererbte der jungen Landwirtin seinen MB-Trac. Als Andenken an diese Geste und ihren Opa verewigte sie ihn in einem Tattoo auf dem Oberarm.

Ihr Großvater brachte ihr das Treckerfahren bei und vererbte ihr ihren geliebten MB-Trac. Quelle: Münch

Es geht weiter

Während der Tontechniker mit seiner Drohne noch letzte Aufnahmen vom Gelände macht, packt der andere Teil des Teams seine Sachen. Alle Szenen sind im Kasten und der Fendt ist gekauft. Doch der Tag ist noch nicht ganz vorbei. Es geht noch auf den Betrieb der jungen Landwirtin. „Unsere Nacht war schon recht kurz, wir waren noch am Maishäckseln – aber das schaffen wir jetzt auch noch“, sagt Tabea-Theresa, lacht und haut ihrem Kumpel aufmunternd auf die Schultern.

TV-Tipp
Welche Szenen das Kamerateam von den Trecker Babes einfangen konnte, siehst Du jetzt am Sonntag den 27.10. und dann am 3.11. um 20:15 auf Kabel 1.

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