Ein "Barbarazweig" als Orakel für die Erntegröße oder Rauhnächte, in denen böse Geister vertrieben werden. Fräulein Deere erzählt von alten Bräuchen in der Landwirtschaft und wie sie auf ihrem Hof gepflegt werden.

Traditionen und Bräuche

Ein Barbarazweig als Orakel für den Ernteertrag oder Rauhnächte, in denen böse Geister vertrieben werden. Fräulein Deere erzählt von alten Bräuchen in der Landwirtschaft und wie sie auf ihrem Hof gepflegt werden.

Biolandwirtin Julia alias Fräulein Deere aus Bayern.

Biolandwirtin Julia alias Fräulein Deere aus Bayern.

Hallo meine Lieben,

das Jahr verging rasend schnell, einmal umgedreht und schon ist es Dezember. Der Winter, aber auch die Adventszeit hat einen besonderen Zauber. Besonders in der Landwirtschaft werden in der dunklen Zeit Traditionen und Bräuche gepflegt.

Eine davon sind die Rauhnächte. An diesen Tagen sollen besondere Dinge passieren, da das Band der diesseitigen zur jenseitigen Welt viel stärker ist als gewöhnlich. Die 12 heiligen Rauhnächte symbolisieren die Wiederkehr der Seelen und das Erscheinen der Geister. Eines der Rauhnächte Rituale ist das Räuchern. Es dient der Reinigung, soll positive Energien durch den Stall strömen lassen und böse Geister vertreiben.

Ein "Barbarazweig" als Orakel für die Erntegröße oder Rauhnächte, in denen böse Geister vertrieben werden. Fräulein Deere erzählt von alten Bräuchen in der Landwirtschaft und wie sie auf ihrem Hof gepflegt werden.

In den Rauhnächten wird der Stall mit Weihrauch geräuchert, um positive Energie durch den Stalll strömen zu lassen. Foto: privat

Mit dem Räucherwerk aus Pflanzen (Beifuß, Lavendel, Holunder und Mistel) und Harzen geht der Landwirt dreimal gegen den Uhrzeigersinn durch den Stall. In der Zeit der Rauhnächte baut sich so ein energetischer Schutz gegen böse Geister auf. Als Abschlussritual eignet sich insbesondere der Dreikönigstag. Früher waren die Landwirte meist sehr gläubige Menschen, da wurden die Bräuche noch von den meisten gepflegt. Bei uns am Betrieb wurden noch von Martins Großeltern in den Rauhnächten den Rindern geweihtes Brot gefüttert um ihnen zu Danken.

Ein "Barbarazweig" als Orakel für die Erntegröße oder Rauhnächte, in denen böse Geister vertrieben werden. Fräulein Deere erzählt von alten Bräuchen in der Landwirtschaft und wie sie auf ihrem Hof gepflegt werden.

Das Räucherwerk besteht aus Beifuß, Lavendel, Holunder, Mistel und Harzen. Foto: privat

Ein weiterer in der Landwirtschaft verbreiteter Bauch ist der „Barbarazweig“. Eine Bauernregel besagt: „Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.“ Nach der Überlieferung bringt das Aufblühen der Barbarabzweige Glück. Der Zweig sollte aber nicht nur Glück bringen, sondern er dient auch als Orakel. So soll die Blütenanzahl die erwartete Erntegröße voraussagen oder bei ledigen Frauen weist der zuerst blühende Zweig auf den künftigen Ehemann hin.

Welche Bräuche (in der Landwirtschaft) kennt ihr und welche praktiziert ihr selbst? Wir räuchern, meist einmal in den Rauhnächten, mit Weihrauch den Stall aus.

Bis bald,

Eure Fräulein Deere

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