Der Wolf wird in der Landwirtschaft immer mehr zum Problem. Auch Landwirtin Fräulein Deere macht sich hierzu ihre Gedanken.

Tödliche Realität statt Märchen und Mythen

Der Wolf wird in der Landwirtschaft immer mehr zum Problem. Auch Hofheld-Bloggerin Fräulein Deere macht sich hierzu ihre Gedanken.

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

Hallo ihr Lieben,

wenn ich an bis vor ein paar Jahren an den Wolf gedacht habe, kamen mir Geschichten wie Rotkäppchen, Der Schäferwolf oder Der Wolf und der Fuchs in den Sinn. Doch seit geraumer Zeit bringt man als Landwirt den Wolf nicht mehr mit Märchen oder Mythen in Verbindung, sondern mit nahezu immer tödlichen Angriffen auf ihre Tiere oder (versuchten) Angriffen auf Menschen. So ist es Landwirt Manuel Häusler-Schröder passiert, während er mit seinem Traktor gefahren ist.

Der Wolf breitet sich in Deutschland und im europäischen Ausland immer weiter aus. Besonders die Weidetierhalter unter uns Landwirten sind aufgrund der hohen Zahl an gerissenen Nutztieren und dem stetigen Verlieren an Scheu gegenüber der Menschen sehr besorgt.

Nachdem der Wolf im Jahr 2000 in Deutschland wieder heimisch geworden ist, sollen mehr als 3.500 Nutztiere dem Raubtier zum Opfer gefallen sein. In Brandenburg gab es bisher die meisten Verluste, so riss der Wolf dort mehr als 1100 Tiere. Danach folgen Sachsen (895), Niedersachsen (669) und Sachsen-Anhalt (373). Rund 500.000 Euro zahlten die Bundesländer bisher als Entschädigung für gerissene Tiere.

Nur was tun? Die EU-Kommission erteilt Rufen nach leichterer Bejagung eine Absage. Sie will den besonderen Schutzstatus des Wolfs nicht ändern. Breitet sich der Wolf stärker aus und darf nicht wie anderes Wild bejagt werden, bleibt nichts anderes übrig, als die Weidehaltung stark einzuschränken oder gar aufzugeben.

Ein Punkt in dem Umgang mit dem Wolf ist das Wolfmangement. In Bayern wird dies federführend von dem Bayrischen Landesamt für Umwelt (LfU) geleitet. Laut LfU umfasst das Wildtiermanagement „alle Maßnahmen und Aktivitäten für den Umgang mit Interessenskonflikten, die durch Wildtiere verursacht sind. Dabei sind die speziellen Ansprüche der Menschen und Wildtiere, die in der Region leben, zu berücksichtigen.“ Der Schwerpunkt liegt dabei auf der gesellschaftlichen Komponente, das heißt, betroffene Interessengruppen werden beim Erstellen der Pläne eingebunden.

Aufgaben des Wildtiermanagements laut LfU:

  • Monitoring (Erfassung und Zählung der Art)
  • Artenschutzmaßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Information und Beratung Betroffener
  • Prävention von Schäden
  • Ausgleichszahlungen

Abschließend habe ich in einer meiner Instagram-Stories ein paar Stimmen zum Wolf und der Landwirtschaft eingefangen:

  • „Der Bestand sollte unbedingt dezimiert werden. Einem Bekannten wurden 20 Schafe gerissen. Ich habe ehrlich gesagt Angst um meine Rinde.“
  • „Ist eine Gefahr für die Landwirtschaft.“
  • „Er hat schon gewissermaßen ein Recht, wieder hier zu sein. Aber dadurch, dass er nicht bejagt wird und keine natürlichen Feinde hat kann er machen was er will. Woher soll er denn wissen, dass er keine Schafe jagen darf, wenn er keine negativen Erfahrungen mit Menschen gemacht hat? Es ist für ihn natürlich auch einfach Schafe in ner Umzäunung zu reißen als eine Spur durch den Wald zu verfolgen.!

Wie denkt Ihr darüber? Schreibt mir und diskutiert mit!

Eure Fräulein Deere

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