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Tipps für Ferienjobber

Dieses Jahr gibt es einige coronabedingte Anpassungen bei den Regeln für Minijobs. Das müssen Schüler und diejenigen, die Ferienjobber anstellen, beachten.

Der Originalbeitrag ist im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen die schulfreie Zeit, um sich mit einem Minijob das Taschengeld aufzubessern oder erste Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Was  Du hierbei beachten musst und welche Besonderheiten während der Corona-Pandemie gelten, erklärt die Minijob-Zentrale.

Es gibt zwei Arten von Minijobs, die man als Ferienjob ausüben kann:

  • Der kurzfristige Minijob: Hier kannst Du unbegrenzt Geld verdienen, die Beschäftigungsdauer ist allerdings eingeschränkt – derzeit auf 115 Tage.
  • Der 450-€-Minijob: Hier gibt es keine jährliche Zeitbegrenzung. Der monatliche Verdienst liegt bei 450 € und der jährliche Verdienst ist auf  5400 € begrenzt.

Anpassungen aufgrund von Corona

Bisher durfte man in einem kurzfristigen Minijob maximal drei Monate bzw. 70 Tage im Jahr arbeiten. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Zeitgrenze auf fünf Monate bzw. 115 Arbeitstage angehoben. Diese Regelung gilt übergangsweise vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020. Auch beim 450-€-Job gibt es Anpassungen: Bisher galt die Regelung, dass ein Überschreiten der monatlichen Verdienstgrenze von 450 €, aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen, in einem Zeitraum von drei Kalendermonaten erlaubt war. Unvorhersehbar heißt, dass die Mehrarbeit im Voraus nicht vereinbart war. Während der Corona-Pandemie kann das Zunehmen durch Krankheits- und Quarantänefälle auftreten. Deshalb ist vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020 ein fünfmaliges Überschreiten der monatlichen Verdienstgrenze möglich.

Diese Regeln gelten bei der Arbeitszeit

Arbeitgeber müssen das Jugendarbeitschutzgesetz beachten, demnach gelten für Ferienjobs folgenden Regelungen:

  • Kinder unter 13 Jahren dürfen keine Ferienjobs ausüben.
  • Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren, dürfen bis zu zwei Stunden täglich arbeiten.
  • Zwischen 15 und 17 Jahren: Maximal Acht Stunden Arbeit täglich und 40 Stunden pro Woche.
  • In der Landwirtschaft: Jugendliche über 16 Jahre dürfen während der Erntezeit maximal neun Stunden am Tag und 85 Stunden in der Doppelwoche arbeiten.
  • Für unter 18-Jährige gilt generell: Gefährliche Tätigkeiten sowie Akkord-, Wochenend- und Nachtarbeiten sind tabu.
  • Mit der Volljährigkeit gelten diese Einschränkungen nicht mehr.

Alle Arbeitstage im Kalenderjahr zählen

Vorsicht gilt hierbei für Schüler, wenn sie während des aktuellen Kalenderjahres bereits andere kurzfristige Minijobs ausgeübt haben. Die jeweiligen Beschäftigungszeiten werden dann zusammengerechnet. Liegen die bereits gearbeiteten Tage unter der Zeitgrenze von fünf Monaten bzw. 115 Tagen, kann der Ferienjob als kurzfristiger Minijob ausgeübt werden. Eine Verdienstgrenze gibt es nicht.

Bei Schülern besteht keine Berufsmäßigkeit

Ein kurzfristiger Minijob liegt außerdem nur dann vor, wenn die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Berufsmäßig bedeutet, dass sie für den/die Angestellt*in nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist, sondern er/sie damit seinen/ihren Lebensunterhalt sichert. Schüler gehören grundsätzlich nicht zu den berufsmäßig Beschäftigten. Eine Berufsmäßigkeit kann sich aber aufgrund von Vorbeschäftigungszeiten ergeben, wenn der Schüler zu häufig im laufenden Kalenderjahr gearbeitet und dabei auch mehr als 450 € verdient hat.

Im Normalfall müssen weder Steuern noch Sozialversicherung gezahlt werden

Wichtig: Für Schulentlassene, welche die Zeit bis zur Berufsausbildung oder zum Studium mit einem Job überbrücken wollen, gelten die Ausführungen zur berufsmäßigen Beschäftigung nicht gleichermaßen. Sozialversicherungsabgaben fallen für Schüler bei einem kurzfristigen Minijob nicht an. Zudem müssen keine Steuern gezahlt werden, wenn der Steuergrundfreibetrag nicht überschritten wird. Arbeitgeber*innen müssen für einen kurzfristigen Minijob nur geringe Umlagen zahlen. Beiträge zur Kranken- oder Rentenversicherung fallen nicht an. Ein Versicherungsschutz entsteht für die Beschäftigten daher nicht.

Weitere spannende Berater zum Thema Leben und Arbeiten auf dem Land findest Du in der aktuellen Ausgabe des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts.

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