Das Thema Tierwohl scheint in letzter Zeit besonders in zu sein. Gastblogger Markus findet, dass das an falschen Spielchen der Lebensmittelindustrie liegt, von denen der Landwirt nur wenig hat.

Gedanken zum Thema Tierwohl

Das Thema Tierwohl scheint in letzter Zeit besonders in zu sein. Gastblogger Markus findet, dass das unter anderem an falschen Spielchen der Lebensmittelindustrie liegt, von denen der Landwirt nur wenig hat.

Hallo liebe Hofhelden,

ich, Markus aus Österreich möchte Euch heute mit meinen Gedanken zum Thema Tierwohl abholen. Vor nicht allzu langer Zeit – so ums 18. Jahrhundert herum – waren noch rund 75 Prozent der Bevölkerung in Bayern in landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt. Arbeitete man als Dienstbote auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, so erhielt man als Entlohnung eine Schlafmöglichkeit sowie Verpflegung direkt am Hof. Die Arbeit war hart. Durch die Mechanisierung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts die Beschäftigung auf landwirtschaftlichen Betrieben immer weniger. Beispielsweise wurde im Jahr 1861 in England der erste Dampfpflug erfunden und patentiert.

Wie es damals war

Dann kamen die Weltkriege. Während des ersten und vor allem im zweiten Weltkrieg wurde sehr viel zerstört. Die Industrie und die damit verbundene Wirtschaft lag am Boden. Die Bevölkerung hatte fast nichts zu essen. Es gab damals nur eine Devise und die hieß: Produzieren ohne Rücksicht auf Verluste, damit man die Bevölkerung ernähren konnte. Richtlinien, Vorschreibungen und sonstige Auflagen gab es damals nur sehr eingeschränkt.

Was seitdem passiert ist

In den 50er – 80er Jahren wuchs die Wirtschaft dann rasant und stetig. Die Industrie war in einem Aufschwung, die Wirtschaft war stabil, die Bevölkerung hatte genug zum Essen, allen ging es gut. Dadurch stieg auch der Wohlstand in der Bevölkerung. Die Produktion auf landwirtschaftlichen Betrieben wurde über Jahrzehnte optimiert und dadurch gesteigert.

Das Thema Tierwohl scheint in letzter Zeit besonders in zu sein. Gastblogger Markus findet, dass das an falschen Spielchen der Lebensmittelindustrie liegt, von denen der Landwirt nur wenig hat.

Wissen, wo es herkommt – das wünschen sich heutzutage immer mehr Konsumenten von ihrem Fleisch. Foto: Zehentner

Das Zusammenspiel von wirtschaftlichem Aufschwung, dem ständig wachsenden Wohlstand in der Bevölkerung und der Steigerung der Lebensmittelproduktion in der Landwirtschaft, die auch durch Im- und Export gefördert wurde, führte zu einer Überproduktionen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Durch die Transformation der Landwirtschaft werden Tiere manchmal wie Industrieprodukte aufgezogen. Dumpingpreise waren und sind die Folge. Der Mensch will immer mehr, Haltungsform und Tierwohl leiden darunter.

Wie es heute ist

Es gilt heutzutage nicht mehr wie nach dem 2. Weltkrieg: Produzieren, damit wir überleben können. Stattdessen wollen wir heutzutage alle wissen, was genau auf unseren Tellern landet. Wie wurde das Tier gehalten? Woher kommt das Fleisch? Wie und mit welchem Futter wurde das Tier über die Lebzeit gefüttert? Der Begriff Tierwohl war geboren.

Labelflut der Lebensmittellobby

Im europäischen Raum gibt es mittlerweile über 100 Tierwohl-Labels auf Fleischpackungen in den Supermärkten. Der Konsument wird regelrecht überflutet mit Informationen. Jeder Konzern kocht sein eigenes Süppchen in Sachen Tierwohl-Label. Gerade in der heutigen Zeit, in der dem Konsumenten die Herkunft des Fleisches sowie die Haltung der Tiere und somit das Tierwohl immer wichtiger werden, nützt die Lebensmittellobby genau diesen Fakt als Werbemittel.

Das Thema Tierwohl scheint in letzter Zeit besonders in zu sein. Gastblogger Markus findet, dass das an falschen Spielchen der Lebensmittelindustrie liegt, von denen der Landwirt nur wenig hat.

Markus aus Österreich hat genug von den Tierwohl-Spielchen der Lebensmitteldinsturie. Foto: Zehentner

Durch marketingtechnische Strategien werden diese Labels äußerst positiv hervorgehoben. Die Konzerne schmücken sich dadurch mit Federn anderer. Durch die vielen verschiedenen Tierwohl-Labels ist die Transparenz dem Konsumenten gegenüber nicht mehr gegeben. Außerdem werden dem einzelnen Bauern zum größten Teil wenig bis nichts von der Mehreinnahmen-durch-mehr-Tierwohl-Politik der Lobby weitergegeben. Im Endeffekt ein Milliardengeschäft für die Lebensmittelkonzerne, bei dem der Bauer parallel ausgepresst wird wie eine Zitrone.

Wir müssen gegensteuern!

Gegensteuern kann man, indem man das Bewusstsein in der Bevölkerung schafft und sie in den bäuerlichen Alltag und die damit verbundene Arbeit mit einbindet. Genau das ist heutzutage mit den Social-Media-Netzwerken recht einfach realisierbar. Gerade Tierwohl kann man in Form von Fotos und Videos gut publizieren. Hierfür gibt es ja bereits schon viele gute Beispiele. Artgerechte Haltung und Tierwohl sind meiner Ansicht nach zukünftig mindestens genau so wichtig wie Digitalisierung in der Landwirtschaft.

Mein Appell an die Bäuerinnen und Bauern: Macht Euch weiterhin Gedanken, wie man das Wohl der Tiere verbessern und der Gesellschaft zeigen kann. Nur so ist es möglich, die hochwertigen Erzeugnisse aus der Landwirtschaft wertiger zu machen!

Liebe Grüße aus Salzburg,

Markus

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