Im Sommer hat Friderike mithilfe einer Leitlinie des KTBL untersucht, wie sauber ihre Tiere sind. Diese Untersuchung hat sie nun wiederholt um zu überprüfen, wie erfolgreich die Maßnahmen waren, die sie daraufhin ergriffen hat.

Eigenkontrolle Tierwohl: das hats gebracht

Im Sommer hat Friderike mithilfe einer Leitlinie des KTBL untersucht, wie sauber ihre Tiere sind. Diese Untersuchung hat sie nun wiederholt um zu überprüfen, wie erfolgreich die Maßnahmen waren, die sie daraufhin ergriffen hat.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Kühe und Käse.

Hallo an alle,

im Sommer habe ich ja nach dem neuen des KTBL „Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Rind“ untersucht, wie sauber unsere Kühe sind. Ich hatte stichprobenartig den Verschmutzungsgrad am oberen Hinterbein, am unteren Hinterbein und am Euter unserer Kühe bewertet. Das Ergebnis war, dass der Verschmutzungsgrad an den unteren Beinen bei unseren Tieren ziemlich hoch ist.

Hofheld-Partner KTBL hat eine Leitlinie herausgegeben, die Landwirten helfen soll, das Tierwohl in ihren Ställen zu überprüfen. Friderike hat das mal ausprobiert.

Im Sommer war ich mit dem Verschmutzungsgrad unserer Kühe am oberen und unteren Hinterbein, sowie am Euter nicht ganz zufrieden. Foto: privat

Damals hatte ich euch ja versprochen, dass ich die Bewertung in einem halben Jahr wiederhole um zu sehen, wie sich die Ergebnisse verändert haben. Also habe ich am Wochenende nochmal 38 Milchkühe stichprobenartig bewertet, ebenso wie 10 Tiere aus unserer Trockenstehergruppe. Anhand des Leitfadens gibt es zwei Bewertungen: 0 ist sauber und 1 ist verschmutzt, beziehungsweise ist bei Grad 1 die Verschmutzung größer als die Handfläche. Das ist dabei herausgekommen:

Laktierende Kühe

  • Am oberen Hinterbein habe ich bei 18 Prozent der Tiere Verschmutzungsgrad 1 festgestellt. Im Sommer waren es 15 Prozent.
  • Am unteren Hinterbein habe ich bei 29 Prozent der Tiere Verschmutzungsgrad 1 festgestellt. Im Sommer waren es 50 Prozent.
  • Am Euter habe ich bei keinem Tier den Verschmutzungsgrad 1 festgestellt. Im Sommer waren es 6 Prozent.

Trockenstehende Kühe

  • Am oberen Hinterbein habe ich bei 30 Prozent der Tiere Verschmutzungsgrad 1 festgestellt. Im Sommer waren es 40 Prozent.
  • Am unteren Hinterbein habe ich bei 30 Prozent der Tiere Verschmutzungsgrad 1 festgestellt. Im Sommer waren es 80 Prozent.
  • Am Euter habe ich – ebenso wie im Sommer – bei keinem Tier den Verschmutzungsgrad 1 festgestellt.

Dieser Vergleich zeigt: der Verschmutzungsgrad hat sich bei beiden Stichproben-Gruppen beim unteren Hinterbein verringert und bei den Eutern konnte ich gar keinen Verschmutzungsgrad mehr feststellen. Nur beim oberen Hinterbein ist der Wert bei den laktierenden Kühen gestiegen, das ist ärgerlich aber zu tolerieren.

Der Verschmutzungsgrad am unteren Hinterbein hat sich deutlich verbessert, am Euter konnte ich gar keinen Wert mehr feststellen. Foto: privat

Jetzt wollt Ihr bestimmt wissen, was ich getan habe, um die Sauberkeit meiner Kühe zu verbessern. Seit dem Sommer haben wir unsere Boxenpflege umgestellt. Wir streuen nun mit einem Kalk-Strohgemisch ein, die Boxenmatte  soll dadurch fester und stabiler sein. So liegen die Kühe höher und koten nicht mehr so viel in die Box, das war der Hauptverursacher für die Verschmutzung am oberen Hinterbein.

Um die Sauberkeit zu verbessern, haben wir unsere Boxenpflege umgestellt. Foto: privat

Jedoch haben wir viele Färsen in der Herde, die einfach noch etwas zu klein für die Boxen sind und daher auch in die Boxen koten. Das erklärt, warum bei den laktierenden Kühen am oberen Hinterbein mehr Tiere verschmutz waren, als noch im Sommer. Und auch die Verschmutzungsrate bei den Trockenstehern lässt sich damit erklären: da haben wir viele kleinere Rinder, die zu tief in der Box liegen und hinein koten, daher verschmutzt sich das obere Hinterbein öfter als bei den Kühen.

Bei unseren kleineren Kühen und Färsen ist das oberen Hinterbein eher verschmutzt, als bei den älteren und größeren Tieren. Foto: privat

Ich finde trotzdem, das die neue Boxenpflege sich auszahlt, denn die 21 Prozent Unterschied beim unteren Hinterbein bei den Kühen und die 50 Prozent bei den Trockenstehern, zeigt mir, das die Kühe mehr liegen und nicht auf dem Laufgang im Kot stehen stehen.

Zum Vergleich zeige ich euch noch ein Bild von einer Kuh, die länger in der Abkalbehalle stand, in der es keine Boxen, sondern eine große Strohfläche gibt. Man erkennt gut, dass oberes und unteres Hinterbein komplett verschmutzt  und verkrustet sind. So etwas sollte absolute Ausnahme sein!!

Diese Kuh stand lange im Abkalbebereich, in der es keine Boxen, sondern nur einen großen Strohbereich gibt. Solche Verschmutzungsgrade sind die absolute Ausnahme. Foto: privat

Bis zum nächsten Mal,

Eure Friderike

 

ktbl_logo_4c_pos

Friderike ist als Hofheld-Bloggerin exklusiv powered by KTBL.

>> Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn jetzt mit Deinen Freunden! <<

Schreibe einen Kommentar