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Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Praxistest: Outdoor-Schutzhüllen für das Smartphone

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Originalbeitrag von Dagmar Deutsch für agrarheute.

Heutzutage ist das Smartphone viel mehr als nur ein Telefon. Es ist Kompaktbüro, Terminkalender und der direkte Draht zu Lieferanten und Kunden. Geht das Handy kaputt, kann leicht ein organisatorisches Chaos auf dem Betrieb ausbrechen. Umso wichtiger ist es, das Gerät vor den äußeren Einflüssen auf dem Betrieb zu schützen. Wenn es sich beim Smartphone nicht gerade um ein explizites Outdoor-Modell handelt, hilft beim Schutz vor Staub, Stürzen und Feuchtigkeit die richtige Hülle.

„Von meiner Handyhülle erwarte ich einige Dinge“, sagt Hendrik Wolper, der mit seinem Vater einen Legehennenbetrieb mit Direktvermarktung, Ackerbau und Dienstleistungen im Lohn in Einbeck-Salzderhelden in Niedersachsen bewirtschaftet. „Sie soll im Alltag vor Staub schützen und gegen Schäden beim Runterfallen. Außerdem muss die Hülle den Komfort des Handys widerspiegeln. Man kauft sich ja extra ein flaches Handy und möchte dann auch nicht die dickste Hülle außenrum haben.“

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Junglandwirt Hendrik Wolper aus Niedersachsen testet mit uns verschiedene Outdoor-Smartphonehüllen. Foto: Philipp von Rössing

Der 26-Jährige weiß, dass es sich lohnt, sich beim Kauf der Hülle Gedanken zu machen. „Ich habe einmal mein Handy aus Versehen ­neben statt in die Hosentasche gesteckt. Es fiel 3 m in die Tiefe, genau auf die Kante, und das Display war gebrochen. Hätte ich damals lieber mal mehr in die Handyhülle investiert.“ Für unseren Test war er daher sofort Feuer und Flamme und hat sich mit uns gemeinsam vier Modelle aus verschiedenen Preisklassen ganz genau angesehen.

Bei den Testobjekten handelt es sich um 360-Grad-Hüllen, die mit integriertem ­Displayschutz auch die empfindliche Vorderseite des Smartphones vor Kratzern schützen. Jedoch ist anzumerken, dass es sich bei keiner der Hüllen beim Displayschutz um Panzerglas handelt. Einem Splittern des Displays kann man somit mit diesen Hüllen nicht vorbeugen. Der Touch-ID-Sensor und die Bedienung des Displays funktionierten bei allen vier Produkten einwandfrei.

Bei unserem Praxistest auf Hendrik Wolpers Hof mussten sich die Mobilgeräte-Hüllen beim Sturz aus zwei beziehungsweise vier Metern beweisen, sich beim Staubtest dem Fluss aus einer Getreideschnecke mit 15 t/h Fördervolumen stellen und wurden – sofern wasserdicht – in einen Wasserzylinder geworfen. Zwei der geprüften Hüllen hielten sogar der Überfahrt mit dem Traktor stand.

FRE von Lifeproof

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Die FRE von Lifeproof ist das teuerste unserer Testprodukte. Foto: Philipp von Rössing

  • Preis: ab 79,99 € (je nach Handymodell)
  • Gewicht: 36 g
  • Dicke: 11 mm

Bei der teuersten Hülle unter unseren Testmodellen handelt es sich um die FRE von Lifeproof. Sie besteht aus Vorder- und Hinterseite, die laut Hersteller gegen Schmutz, Staub, Schnee und Wasser versiegeln. Auf die Hülle gibt der Hersteller eine zweijährige Garantie. Die FRE ist die schlankste in unserer Testreihe und gewinnt damit sofort die Aufmerksamkeit unseres Testers Hendrik. Auch den Lautsprecher- und Mikrofonschutz sowie die Klappe über der Ladebuchse entdeckt er sofort. „Da kann garantiert kein Staub reinkommen.“

Allerdings stellt er sich die Frage nach der Hörqualität – unbegründet, wie sich beim Testen herausstellt. „Die Hörqualität am Ohr ist top, bei der Lautsprecherfunktion hört man den Anrufer ein klein wenig leiser“, lautet sein Urteil. Dieses Problem, sofern man es so nennen kann, lässt sich jedoch über den Lautstärkeregler leicht beheben.

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Beim Staubtest muss sich die Lifeproof FRE dem Fluss einer Getreideschnecke stellen. Foto: Philipp von Rössing

Laut Hersteller hält die Lifeproof FRE einer Stunde lang in 2 m Wassertiefe dicht. Auch bei unserem Bad im Wasserzylinder beweist sie, dass sie wasserdicht ist. Beim Sturztest enttäuscht sie aber. Das Handy bleibt zwar unversehrt, aber bereits nach zwei Stürzen aus 2 m Höhe reißt die Abdeckung der Ladebuchse aus und die Hülle seitlich längs ein. Das ist ärgerlich, Garantie hin oder her. Da wundert man sich dann fast schon, dass die Hülle die Überfahrt mit dem Traktor ohne weitere Risse übersteht. Das Handy ist danach jedoch Mus.

Beim Staubtest ist wiederum nichts zu beanstanden. Obwohl die Klappe über der Ladebuchse zu dem Zeitpunkt schon abgebrochen ist, ist nach dem Halten in den Getreidefluss kein Dreck in der Ladebuchse zu finden. Die Abdeckungen von Lautsprecher und Mikrofon tun ihren Dienst und schützen die Öffnungen vor dem Dreck.

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Obwohl die Abdeckung, die die Ladebuchse vor dem Eindringen vor Schmutz schützen soll, abgebrochen ist, besteht die Lifeproof FRE unseren Staubtest anstandslos. Foto: Philipp von Rössing

Abschließend bleibt bei dieser Hülle zu sagen, dass sie sich nur mit einem 2-Cent-Stück oder Ähnlichem öffnen lässt, indem man die beiden Hüllenhälften auseinanderhebelt. „Das ist etwas tricky“, findet Hendrik Wolper. Aufgrund des Ergebnisses beim Sturztest hält er das Preis-Leistungs-Verhältnis der Lifeproof FRE für „überhaupt nicht akzeptabel“.

Defender (Pro) von Otterbox

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Die Defender von Otterbox ist baugleich mit ihrer Schwester Defender Pro. Bei unserem Test fassen wir das Ergebnis daher zusammen. Foto: Philipp von Rössing

  • Preis: 49,99 € (59,99 € für Pro)
  • Gewicht: 75 g (134 g mit Gürtelclip)
  • Dicke: 15 mm

Bei der Otterbox Defender (Pro) fällt Hendrik als Erstes die hochwertige Verpackung auf und das Holster mit rotierbarem Gürtelclip. „Da hat man sofort das Gefühl, dass man für sein Geld auch etwas bekommt.“ Die Hülle ist leicht an das Handy anzubringen. Sie umhüllt es mit einer zweiteiligen Innenschicht aus Plastik, die mit einer Schutzhülle aus Gummi zum Aufziehen ummantelt wird.
Bei der Otterbox Defender Pro soll bei dieser Außenhülle eine antimikrobielle Technologie zudem vor vielen alltäglichen Bakterien ­schützen. Da sie sich sonst in keinster Weise von der Defender unterscheidet, haben wir die Bewertung für die beiden Hüllen zusammengefasst.

Der Hersteller verspricht robusten Schutz vor Stürzen, Schmutz und Kratzern und gibt eine zweijährige Garantie auf die Hülle. Die Ladebuchse ist mit einer Gummiklappe geschützt, einen Schutz vor der Kamera, dem Lautsprecher oder Mikrofon sucht man aber vergebens.

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Den Sturztest aus zwei Metern steckt die Defender (Pro) von Otterbox locker weg. Foto: Philipp von Rössing

Die Hörqualität der Otterbox Defender (Pro) lässt sowohl am Ohr als auch über den Lautsprecher keine Wünsche offen. Als Hendrik Wolper das Handy samt Otterbox-Hülle in die Hosentasche steckt, fällt ihm auf, dass die Gummihülle dabei etwas bremst. „Wenn man das Handy aber im Traktor mal irgendwo ablegt, ist das gut, weil es dann nicht gleich wegrutscht.“

Rutscht es dann doch und fällt auf den Boden, muss man sich mit dieser Hülle keine Sorgen um sein Smartphone machen. Den Sturztest steckt die Otterbox Defender (Pro) locker weg. Auch nach mehrmaligen Stürzen aus 4 m Höhe bleibt das Handy unversehrt, lediglich auf der Außenhülle sind leichte Abriebspuren zu erkennen. „Da lässt man das Handy gerne fallen“, stellt Hendrik mit einem Augenzwinkern fest. Aber dass die Defender (Pro) die Herausforderung Traktorüberfahrt mit seinem 700er-Fendt ebenfalls mit Bravour meistert, überrascht ihn dann doch. Weder Hülle noch Handy weisen danach auch nur einen Sprung auf.

Auch beim Staubtest überzeugt die Hülle, trotz fehlendem Schutz vor Lautsprecher, Mikrofon und Kamera. Dennoch ist Hendrik skeptisch, ob im täglichen Gebrauch nicht doch Staub in die kleinen Öffnungen eindringt.

Vor unserem Wasserzylinder bleibt die Otterbox Defender (Pro) verschont, da sie nicht wasserdicht ist, was Hendrik Wolper nicht als Problem sieht. Alles in allem gibt der Landwirt volle Punktezahl in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Waterproof Case von beeasy

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Das Waterproof Case von beeasy ist das günstigste unserer Testprodukte. Foto: Philipp von Rössing

  • Preis: 19,99 €
  • Gewicht: 48 g
  • Dicke: 14 mm

Das Waterproof Case von beeasy ist das ­günstigste unserer Testprodukte und das merkt man auch. „Die sieht so aus wie die Hüllen, die ich auf Mallorca an jedem Eck im kleinen Shop kriege“, urteilt Hendrik Wolper beim ersten Blick. Beim Auspacken fällt sofort auf, dass der Displayschutz im Gegensatz zu ­unseren anderen Testobjekten sehr instabil ist.

Das hat gleich mehrere Folgen. Die Folie spiegelt und schlägt Wellen. Diese beeinträchtigen die Hörqualität für die Person am anderen Ende der Leitung. Will man bei der Lautsprecherfunktion während des Telefonats nach einem Termin im Kalender schauen, bewirkt das Wischen auf der welligen Folie, dass die angerufene Person kein Wort mehr versteht. Ob die lebenslange Garantie, die der Hersteller auf die Hülle gibt, darüber hinwegtröstet, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Aufgrund seines instabilen Materials leidet die Hörqualität, wenn man mit dem Waterproof Case von beeasy telefoniert. Foto: Philipp von Rössing

Beim Anbringen ans Handy hat Hendrik Wolper dann doch ein Lob für die zweiteilige Hülle übrig, die das Smartphone seitlich und oben mit Gummi umrandet und Vorder- und Rückseite mit einer Folie schützt. Zwar braucht es etwas Kraft, um die beiden Hälften zuerst auseinander zu ziehen und anschließend wieder vollständig um das Smartphone zu schließen. Das verspricht jedoch, „dass da garantiert kein Staub reinkommt“, glaubt der Landwirt. Der Staubtest bestätigt seine Vermutung. Lautsprecher und Mikrofon sind abgedeckt, die Ladebuchse schützt eine Klappe, der Staub bleibt somit draußen aus allen Ritzen und Öffnungen.

Überzeugt hat das beeasy Waterproof Case auch im Wasserzylinder. Laut Hersteller hält das Waterproof Case 30 Minuten in 2 m Wassertiefe dicht. Er weist jedoch darauf hin, dass nach der Nutzung im Wasser leichte Rückstände die Anrufqualität beeinflussen können und empfiehlt in dem Fall, Handy und Hülle einfach an der Luft trocknen zu lassen.

Staub, Stürze, Feuchtigkeit – ein Smartphone muss auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einiges wegstecken. Wir haben mit agrarheute getestet, welche Handyhülle dabei am besten hilft.

Beim Bad im Wasserzylinder der Name des Waterproof Case von beeasy, was er verspricht: auf dem Handy im Inneren ist danach kein Tropfen zu sehen. Foto: Philipp von Rössing

Auch beim Sturztest hält die Hülle, was der Hersteller verspricht. 2 m sind demnach kein Problem und das steckt sie auch locker weg. Das Handy bleibt heil, die Gummiumrandung des Waterproof Case weist lediglich etwas Abrieb auf. „Ganz normale Gebrauchsspuren nach einem Sturz“, stellt Hendrik Wolper zufrieden fest.

Die Hülle dem Traktortest auszusetzen, haben wir uns aufgrund ihrer Instabilität aber dann doch gespart. Und so lautet das Fazit des Landwirts: „Sehr günstiger Kandidat, dementsprechend ist auch die Qualität. Aber die Hülle erfüllt zum größten Teil ihren Job.“

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