Wie war die Resonanz auf das Projekt Superkühe des WDR? Wir haben bei den Machern nachgefragt.

Superkühe – live aus dem Stall

30 Tage aus dem Leben einer Kuh – aufgezeichnet von Sensoren und erzählt von einem Computer. Wir haben nachgefragt, was das Projekt Superkühe gebracht hat.

Beim Projekt Superkühe wurden von 3 Kühen 30 Tage lang mit Sensoren Bewegung, Körpertemperatur und der Pansen-pH-Wert der Kühe, sowie Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Geräuschkulisse im Stall wurden erfasst. Auch die Bewegungsaktivität fand den Weg ins elektronische Kuh-Tagebuch. Die Melktechnik schrieb ebenfalls mit und berichtete über Milchmenge und ihre Inhaltsstoffe.

Diese Tagebücher öffnete das WDR am 4. September 2017 in ihrer Sensorstory „Superkühe“ für Jedermann, wie euch bereits Fräulein Deere berichtet hat. Jetzt haben wir einen der Erfinder, Dr. Jakob Vicari befragt, was das Projekt gebracht hat.

Sensorstory

War es schwer, Landwirte zu finden, die bereit waren, ihren Betrieb zu öffnen?

Vicari: Wir bereiteten uns ein Jahr auf das Thema vor. Uns war es wichtig, die Betriebe selbst zu finden. Außerdem sollte es von beiden Seiten passen. Wir haben also viel telefoniert und uns mit Landwirten ausgetauscht. Einige Landwirte waren skeptisch, aber schließlich hatten wir drei Rinderhalter gefunden, die aus Überzeugung an dem Projekt mitarbeiteten. Außerdem passten sie mit ihren Betriebsstrukturen gut in das Konzept: ein Großbetrieb, ein kleinerer, konventioneller Familienbetrieb und ein Biobetrieb. Das war zwar nicht repräsentativ, aber es zeigte gut die verschiedenen Haltungsformen in der Milchviehhaltung.

Wie war die Resonanz der Zuschauer?

Vicari: Die Resonanz der Zuschauer war sowohl quantitativ als auch qualitativ sehr gut. Die Zuschauer mochten es, in klassischen Radio- oder Fernsehbeiträgen etwas über die Milchproduktion zu erfahren und zusätzlich die Superkühe im Internet zu begleiten. Das hohe Interesse hat uns positiv überrascht – und bestätigt uns in der innovativen Herangehensweise an das Thema Milchviehhaltung in Deutschland.

Wie haben Sie kritische Themen angesprochen und wie reagierten die Zuschauer darauf?

Vicari: Wir haben sehr viel Sorgfalt daraufgelegt, auch Themen zu behandeln, die in der Gesellschaft als kritisch angesehen werden. So haben wir zum Beispiel die Kälbertrennung und das Enthornen so gezeigt, wie es stattfindet. Bewusst haben wir dazu sehr ausführliche Filme gemacht, die den Vorgang möglichst lückenlos zeigen. Unser Eindruck war, dass die meisten Zuschauer die Behandlung kritischer Themen positiv fanden. Kritik kam unter anderem von der Organisation Vier Pfoten, auf die wir detailliert eingegangen sind.

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