Zwei Meerschweinchen knabbern Grünzeug

Superfood: Global vs. regional

Superfood drängt auf den deutschen Markt. Doch sind diese Lebensmittel wirklich so toll? Gastbloggerin Elisabeth findet, dass regionale Produkte durchaus Alternativen darstellen und genauso super sind.

Kenn‘ ich nicht? Hört sich abgefahren an? Kauf‘ ich!

Goji, Acai, Matcha? Was sicht anhört wie die Namen asiatischer Kampfsporttechniken sind tatsächlich Lebensmittel. Das sogenannte Superfood hat seinen Siegeszug in den deutschen Supermarktregalen angetreten. Längst streuen sich nicht mehr nur Hipster Chia-Samen über den Salat. Nö, auch Lieschen Müller kauft jetzt angesagtes „Bonzenfutter“- du bist schließlich was du isst. Das Konzept „Superfood“ hat sich durchgesetzt und mittlerweile haben sich viele Restaurants und Lebensmittelproduzenten auf die hippen Gesundmacher spezialisiert.

Antioxidantien, Ballaststoffe, ein hoher Eiweißgehalt – im Zeitalter der Selbstoptimierer wird natürlich auch beim Essen nichts mehr dem Zufall überlassen. Die Lebensmittelindustrie suggeriert, dass diese Lebensmittel das Nonplusultra für gesunde Ernährung sind. Dabei gibt es auch tolle regionale Produkte, die genauso gut sind wie Superfoods – sich vielleicht nur nicht so cool anhören.

1.Chia-Samen vs. Leinsamen

Ursprünglich wurde die Chia-Pflanze in Lateinamerika angebaut, mittlerweile kommen die Samen aber auch aus Australien, China und Indien. Bei den Chi(n)a-Samen sollte man besondere Vorsicht walten lassen, da sie oft einer hohen Pestizidbelastung ausgesetzt sind. Chia-Samen sind vor allem für ihre hohe Konzentration an Omega-3-Fettsäuren bekannt. Zudem sind sie reich an Proteinen, Eisen und Vitaminen. Veganer nutzen Chia als Ei-Ersatz. Leinsamen sind die Samen der Flachspflanze und stehen den Chia-Samen in nichts nach. Sie sind ebenfalls reich an Calcium, Eiweiß und den wertvollen Omega-3-Fettsäuren und haben eine verdauungsfördernde Wirkung.

Chiasamen

Chia-Samen stammen aus Lateinamerika. Foto: pixapay

2. Gojibeere vs. Johannisbeeren

Gojibeeren sind die Früchte des Gemeinen Bocksdorn, welche viel Vitamin C und A enthalten. Der Strauch wächst auch in Deutschland, doch die im Handel erhältlichen Früchte sind meist importiert. Auch hier wurden Pestizidrückstände gefunden. Eine tolle Alternative stellen jedoch Johannisbeeren dar. Hier gilt: Je dunkler, desto gesünder. Auch haben die sauren Früchtchen weniger Kalorien als die Gojibeeren.

Goji-Beeren

Goji-Beeren unterliegen oft einer hohen Pestizidbelastung. Foto: pixabay

3. Matcha vs. heimische Teesorten

Matcha ist nichts anderes als gemahlener Grüntee. Im Unterschied zu gewöhnlichen Teesorten wird jedoch weniger Wasser bei der Zubereitung verwendet, wodurch eine höhere Konzentration an Antioxidantien erzielt wird. Wer Matcha trinkt, soll angeblich seinen Cholesterinwerten und seinem Blutdruck etwas Gutes tun. Die gleiche Wirkung erzielt man aber auch mit heimischen Teesorten wie Kamille, Löwenzahn oder Hagebutte.

Matcha-Tee

Matcha-Tee gilt als Schlankmacher. Foto: pixabay

4. Açaí-Beere vs. Heidelbeeren

Die Açaí-Beere gilt als Diät-Wundermittel und Jungmacher. Die Früchte der Kohlpalme werden in Brasilien geerntet. Die positive Wirkung der Beeren ist jedoch nicht wissenschaftlich erwiesen. Heidelbeeren enthalten viele Antioxidantien und Magnesium, was diese zu einer echten Alternative macht.

Acai-Beeren

Eine Alternatvie zu Acai-Beeren sind Heidelbeeren. Foto: pixabay

5. Quinoa-Samen vs. regionales Getreide

Quinoa gilt als „Pseudo-Getreide“. Die Samen stammen aus Südamerika und gelten als glutenfreie Eiweißlieferanten. Für Menschen mit Zöliakie stellt Quinoa eine gute Alternative zu Getreidesorten wie Weizen oder Dinkel dar. Da die Zahl der tatsächlich Betroffenen in Deutschland aber verschwindend gering ist, ist die aktuelle Glutenverteufelung eher eine gehypte Marketingstrategie. Hirse hat vergleichbare Wirkungen wie Quinoa, da sie jedoch auch meist importiert wird, sollte darauf geachtet werden, heimische Hirse zu kaufen.

Quinoa

Quinoa gilt als Pseudogetreide. Foto: pixabay

Mein Fazit: So super, wie das Superfood beworben wird, ist es oft gar nicht. Pestizidrückstände und eine hohe tansportbedingte CO2-Belastung haben nichts mit  einer nachhaltigen und gesunden Lebensweise zu tun. Wenn man auf regionale und saisonale Produkte zurückgreift, kann man sich sicher sein, wo die Produkte herkommen. Zudem unterstützt man die heimische Landwirtschaft und schont seinen Geldbeutel. Und wer findet, dass sich „heimische Lebensmittel“ zu uncool anhört, der kann ja Vintage-Food sagen – Vintage ist nämlich auch gerade voll in. 😉

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