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Gestern und heute treffen sich die Teilnehmer des 17. Studienkurs Niedersachsen zum ersten Mal. In den folgenden Monaten warten wieder spannende Kursblöcke voller Herausforderungen und Erlebnisse auf sie. Doch was macht den Kurs eigentlich so besonders? Das haben wir Kursleiter Berndt Tietjen gefragt.

Das macht den Studienkurs Niedersachsen so besonders

Am 7. und 8. September 2020 treffen sich die Teilnehmer des 17. Studienkurs Niedersachsen zum ersten Mal. In den folgenden Monaten warten wieder spannende Kursblöcke voller Herausforderungen und Erlebnisse auf sie. Doch was macht den Kurs eigentlich so besonders? Das haben wir Kursleiter Berndt Tietjen gefragt.

Es ist wieder so weit! Die langen Kurse gehen in die nächste Runde. Als erstes fällt der Startschuss wie gewohnt beim Studienkurs Niedersachsen. Am 7. und 8. September lernen sich die 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung in Hannover kennen. Berndt Tietjen – Kursleiter der ersten Stunde – verrät uns, was die Truppe erwartet und was den Studienkurs von den anderen unterscheidet.

Wie ist der Studienkurs Niedersachsen entstanden?

Den Studienkurs gibt es seit 2004, somit findet er in diesem Jahr zum 17. Mal statt. Initiiert haben ihn eine Gruppe von Junglandwirten, die sich in den Arbeitskreisen der Junglandwirte engagiert haben und Lust hatten, sich weiterzubilden. Er ist also rein aus dem Ehrenamt heraus entstanden.
Ich selbst war damals Landesvorsitzender bei den Junglandwirten und habe das ganze zusammen mit meinen Mitstreitern auf die Beine gestellt. Wir waren eine eigeschworene Gemeinschaft von lernhungrigen Pionieren. Erster Unterstützer war der Landesbauernverband. Aber auch einzelne Führungspersönlichkeiten haben uns geholfen. Jörn Dwehus, damaliger Geschäftsführer der CMA, hat die Medientrainer an Bord geholt. Axel Lohse, Vorstandssprecher der heutigen RAISA eG, hat den Genossenschaftsblock auf Spur gebracht. Otto Lattwesen, damals ehrenamtlicher Chef von Nordmilch und Masterrind hat uns Türen geöffnet für die Großunternehmen und für einen hochkarätigen Berater von Aufsichtsräten.

Auf was legst Du besonderen Wert beim Programm?

Da nenne ich fünf Punkte:

  1. Auswärtsspiele in fremden Milieus
  2. Gespräche mit Führungspersönlichkeiten
  3. Praxisnahe Trainingseinheiten
  4. kritische Reflexion
  5. Gruppendynamik

Die Teilnehmer bekommen damit Impulse für ihre Persönlichkeitsentwicklung. Das ist ja die Grundidee, auf der jeder lange Kurs aufbaut. Wir bieten auch Erlebnisse, die das landwirtschaftliche Ehrenamt nicht direkt betreffen. Einen Morgenlauf vor dem Frühstück. Einen Bücherabend mit Platon, Goethe und Thomas Mann. Eine Führung in der Hamburger Kunsthalle. Ein Gespräch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Frei nach dem Motto: morgens frische Luft, tagsüber Disziplin, abends freier Geist. Unser Symbol ist ein norddeutsches Segelschiff mit grünen Segeln, unterwegs zu neuen Horizonten.

Gestern und heute treffen sich die Teilnehmer des 17. Studienkurs Niedersachsen zum ersten Mal. In den folgenden Monaten warten wieder spannende Kursblöcke voller Herausforderungen und Erlebnisse auf sie. Doch was macht den Kurs eigentlich so besonders? Das haben wir Kursleiter Berndt Tietjen gefragt.

Berndt Tietjen leitet den Studienkurs Niedersachsen seit der ersten Stunde. Foto: Studienkurs Niedersachsen

Wie läuft der Studienkurs hinsichtlich Corona diesmal ab?

Wir passen uns an, aber Corona hält uns nicht auf. Die erste Prüfung in diesem schwierigen Fahrwasser war die Teilnehmerrekrutierung. Anstatt der Info-Abende in Hannover und in Vechta haben wir Videokonferenzen angeboten. Das hat sehr gut funktioniert und ich bin mir sicher, dass wir unser Schiff auch über Winter auf Kurs halten werden. Natürlich müssen wir uns einschränken. Der sogenannte Spaßfaktor wird kleiner – die Empfänge und Partys, die insbesondere während der Grünen Woche in Berlin stattfinden, werden „herunter gefahren“. Unser ausgebuchter Kurs ist für mich aber ein Zeichen, dass wir auch unter „Corona-Bedingungen“ für Junglandwirte attraktiv sind. Und nach Berlin fahren wir im Januar trotzdem.

Wie läuft denn die Teilnehmerrekrutierung ab?

Die Rekrutierung läuft ausschließlich über Empfehlungen, von ehemaligen Kursteilnehmern oder von landwirtschaftlichen Organisationen. Die potenziellen Teilnehmer bekommen ein Informationsangebot und bewerben sich anschließend. Bei der Auswahl ist uns dann wichtig, dass wir eine möglichst bunte Mischung haben; hinsichtlich der Betriebsrichtung, des Alters, des Geschlechts und der regionalen Verteilung. So haben wir auch in diesem Jahr wieder Teilnehmer von Anfang 20 bis Anfang 30, die regional breit verteilt sind. Eine Teilnehmerin kommt sogar aus Bayern.
Aus unserer Sicht ist es gut, wenn man zu Beginn des Kurses gar keinen kennt. Die Erfahrung zeigt, dass wir damit richtig fahren. Die Teilnehmer sagen im Nachgang immer wieder, dass sie während des Kurses Freundschaften fürs Leben geschlossen haben.
Gestern und heute treffen sich die Teilnehmer des 17. Studienkurs Niedersachsen zum ersten Mal. In den folgenden Monaten warten wieder spannende Kursblöcke voller Herausforderungen und Erlebnisse auf sie. Doch was macht den Kurs eigentlich so besonders? Das haben wir Kursleiter Berndt Tietjen gefragt.

Teilnehmerin Freya reflektiert beim Smalltalk-Training über ihr Gefühl und Verhalten bei der ersten Begegnung mit den anderen Kursteilnehmern. Foto: Studienkurs Niedersachsen

Wie unterscheidet sich der Studienkurs von anderen langen Kursen?

Die Hauptzielgruppe des klassischen langen Kurses sind 20-jährige. Unsere Teilnehmer sind wie gesagt schon etwas älter. Zudem greifen wir als Studienkurs nicht auf staatliche Fördergelder zurück. Über unsere Konzeption sind wir enger an den landwirtschaftlichen Organisationen dran, die den Studienkurs ja mitfinanzieren und mit ihren Vertretern aus Verbänden und Unternehmen als Referenten in den Kurs kommen. Und dann gibt`s noch den größten Unterschied: Wir sind der einzige Kurs, der einen modularen Aufbau hat. Die Gruppe ist immer nur maximal eine Woche zusammen und dann wieder vier Wochen auf dem Betrieb oder im Studium.

Warum macht ihr das mit dem modularen Aufbau?

Da die Teilnehmer etwas älter sind als die der anderen langen Kurse, sind sie in der Regel schon weiter im Betrieb eingespannt. Die meisten jungen Betriebsleiter können den Hof nicht 6 oder 8 Wochen am Stück verlassen. Darauf gehen wir mit dem modularen Aufbau ein.
Außerdem haben wir damit den Vorteil, dass wir in den Kurswochen das Programm sehr intensiv gestalten können. Das wird von den Teilnehmern auch erwartet und wertgeschätzt. So ein eng getaktetes Programm könnten wir aber nicht fünf Wochen am Stück machen.

Was können die Teilnehmer nach dem Studienkurs, was sie davor nicht konnten?

Zum einen haben sie für sich selbst einen konkreten Überblick über Betätigungsfelder im landwirtschaftlichen Ehrenamt. Durch die Gespräche mit erfahrenen Ehrenamtlichen haben sie zudem einen Einblick bekommen, was hinter den Kulissen passiert, das ist – denke ich – sehr wichtig. In diesem Zusammenhang können sich die Teilnehmer im Verlauf des Kurses einige Fragen beantworten: Habe ich mehr Lust auf Öffentlichkeitsarbeit oder interessiere ich mich mehr für Zahlen und bin besser im Aufsichtsrat aufgehoben? Bin ich jemand, der sich gerne auf die Bühne stellt oder jemand, der eher im Hintergrund bleibt?
Ganz wichtig: Die Teilnehmer lernen Führung. Dazu gehört auch das anschließende Feedback der Kollegen. Jeder bekommt zweimal während des Kurses die Verantwortung als Tagesleiter und darf dann als Schiffskapitän die „Besatzung“ führen.
Gestern und heute treffen sich die Teilnehmer des 17. Studienkurs Niedersachsen zum ersten Mal. In den folgenden Monaten warten wieder spannende Kursblöcke voller Herausforderungen und Erlebnisse auf sie. Doch was macht den Kurs eigentlich so besonders? Das haben wir Kursleiter Berndt Tietjen gefragt.

Hendrik, Max und Wilhelm (v.l.) beim Rollenspiel im Rahmen des Smalltalk-Trainings. Foto: Studienkurs Niedersachsen

Welche Herausforderung wartet auf die Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung?

Den Teilnehmern geht im Vorfeld des Auftakttreffens viel durch den Kopf: Wer kommt da noch? Wer erwartet mich? Kriegen wir das betrieblich zu Hause geregelt? Lohnt sich das alles überhaupt? Einerseits die Verheißung eines „Winterabenteuers“, andererseits die Organisation der betrieblichen Abkömmlichkeit.
Natürlich habe ich mir für das Auftakttreffen einige Übungen überlegt: Da ist der erste Auftritt vor der Gruppe an unserer großen Niedersachsenkarte. „Wer bin ich? Wo komme ich her? Was wünsche ich mir?“. Die zweite rhetorische Übung vor der Gruppe läuft dann in der Marktkirche in Hannover: „Stelle Dich bitte an den Altar und trage einen biblischen Text vor.“ Das ist gar nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhört – jeder Teilnehmer spürt dann die Aura des weiten Kirchenschiffs und die Gegenwart einer erfahrenen Pastorin.

Wie geht es nach der Auftaktveranstaltung weiter? Worauf dürfen sie sich freuen?

Freuen darf sich jeder auf die Zeit im Gutshaus in Barendorf in der Lüneburger Heide. Ein Empfang im Roten Salon, ein Abendessen in festlicher Kleidung bei Einhaltung sämtlicher Tischmanieren, eine Farb- und Stilberatung vor dem Spiegel im Wintergarten, Gespräche mit erfahrenen Ehrenamtlichen im Kaminzimmer, ein Lauftraining im Park, dazu ein Besuch der Greenpeace-Zentrale in Hamburg. Für mich ist es bereits der 17. Studienkurs. Trotzdem: ich freue mich wie beim ersten Mal!

Auch in diesem Jahr werden die Teilnehmer des Studienkurs Niedersachsen als Projektblogger auf HofHeld von ihren Erlebnissen berichten. Sei gespannt auf exklusive Einblicke hinter die Kulissen der fünf Kursblöcke!

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