Start-ups

Start-ups im Agribusiness

Sie sind klein, verdienen meist kein Geld und haben oft nicht mehr zu bieten als eine Idee. Trotzdem vertrauen Investoren ihnen Millionen von Euro an. Die Rede ist von sogenannten Start-ups, kleinen Gründerfirmen. Und die haben für die Landwirtschaft einiges zu bieten.

Besonders beliebt bei Investoren ist – neben den Klassikern Gesundheit und Software – alles rund um das Thema Landwirtschaft und Ernährung. Der steigende Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung an Lebensmitteln, Energieträgern und umweltfreundlichen Materialien sorgt für einen positiven Grundton.

So ist es nicht verwunderlich, dass Start-ups im Agribusiness 2017 weltweit rund 10 Mrd. US-Dollar oder über 8 Mrd. Euro Investorengeld einnahmen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 29 Prozent.

Geldgeber sind unter anderem eigens gegründete Risikofonds von etablierten Agribusiness-Konzernen wie BASF, Cargill oder Monsanto. Auch Nahrungsmittelriesen wie Kraft Heinz und Nestlé investieren in die Gründerszene, nicht zu vergessen Internetriesen wie Google und sogar Staatsfonds.

Weniger Stickstoff

Überdurchschnittlich hoch war im vorigen Jahr das Interesse an Start-ups, deren Projekte direkt auf die landwirtschaftliche Produktion abzielen. Rund 275 Mio. US-Dollar stellten verschiedene Fonds und die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates voriges Jahr dem Biotechnologie-Unternehmen Ginkgo Bioworks zur Verfügung. Zusammen mit dem Bayer-Konzern gründete das Unternehmen ein Joint Venture namens Joyn Bio. Das Ziel lautet, Bodenmikroben zu entwickeln, die Getreide mit Stickstoff (N) versorgen.

Sind die Forscher erfolgreich, könnte das Verfahren dazu beitragen, den Bedarf an mineralischem N-Dünger zu verringern. „Wir wollen Innovationen hervorbringen, die den Landwirten helfen, intelligenter und nachhaltiger zu produzieren“, sagt John Kers, der den Bereich Stickstofffixierung bei Joyn Bio leitet.

Schwarmintelligenz

Auch im Einkauf, in der Vermarktung und beim Risikomanagement sind vielversprechende Neugründungen zu beobachten. So zählt das in den USA angesiedelte Farmers Business Network (FBN) nach Einschätzung von Experten zu den am großzügigsten finanzierten Startups. Einer der ersten Geldgeber war Google Venture (GV), die Risikokapitaltochter des Suchmaschinenriesen Google. Das FBN ist ein von Landwirten für Landwirte gegründetes Netzwerk. Nach eigenen Angaben ist es unabhängig und nur seinen Mitgliedern verpflichtet. Über die Plattform farmersbusinessnetwork.com tauschen sich die Mitglieder über Erträge, Sorten, Anbautechnik oder wirtschaftliche Ergebnisse aus. Sie kaufen Betriebsmittel gemeinsam ein und profitieren dabei von Mengenrabatten. Auf der Absatzseite erhalten sie Marktdaten, Vermarktungsempfehlungen und Kontraktangebote, um ihr Preisrisiko zu senken. Die Mitgliedschaft kostet pauschal 600 US-Dollar jährlich. Laut FBN wertet das Netzwerk inzwischen die Anbaudaten von über 22 Mio. ha der wichtigsten Ackerkulturen aus.

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