So funktioniert die intradermale Impfung

Nicht alles erklärt sich von selbst. Manche Begriffe, egal wie einfach oder fremdartig sie auch klingen mögen, brauchen eine Erklärung. Für jeden verständlich. Wir erklären die intradermale Impfung.

Originalbeitrag von Dr. Lothar Richter, Schweinegesundheitsdienst Bayer,  für agrarheute

Die intradermale Impfung mit dem Hipradermic-Gerät erfolgt ausschließlich über Druck. Im Inneren des Geräts befindet sich ein Bolzen, der mittels Feder gespannt wird. Die Energie hierfür wird elektrisch über den Akku bereitgestellt. Es wird weder Stallluft angesaugt, noch muss eine Druckluftkartusche mitgeführt werden. Der Lieferumfang beinhaltet immer ein Impfgerät mit zwei Akkus, die jeweils für 1.500 Impfungen ausgelegt sind, und ein Ladegerät. Da die Geräte nicht verkauft, sondern zur Verfügung gestellt werden, kümmert sich der Anbieter Hipra um die einmal jährliche Wartung.

Da das Gerät die Impfstoffflaschen über einen RFID-Chip am Etikett erkennt, lassen sich die Impfungen gut dokumentieren. Über die App Hipralink können die Daten des Impfstoffs (Chargennummer, Ablaufdatum, Dosismenge) und die vom Gerät gesammelten Daten (Datum, Anzahl der Impfungen) verbunden, dokumentiert und verwaltet werden.

Intradermale Impfung

Auch aus arbeitswirtschaftlicher Sicht ist das nadelose Impfen auf den Betrieben beliebt. Quelle: Adobe Stock

Nur deshalb funktioniert es

In der Haut befinden sich wesentlich mehr sogenannte dendritische Zellen als im Muskel. Diese Zellen sind für das Auslösen einer Immunantwort entscheidend. Das macht die intradermale Impfung erst möglich. Durch die Technik können nur geringe Flüssigkeitsmengen von 0,2 ml appliziert werden, weshalb die Antigenmenge in einer Impfdosis um das 10-Fache höher konzentriert ist als bei der intramuskulären Impfung per Nadel. Bei beiden Impfvarianten ist die gleiche Menge Antigen bei unterschiedlichen Mengen an Lösungsmittel enthalten. Die Vielzahl an dendritischen Zellen in der Haut ermöglicht eine sichere Immunantwort.

Intradermal Impfen

Intradermal Impfen –  so geht es. Quelle: Schweinegesundheitsdienst Bayer

So sieht es aus

Das Foto zeigt die einzelnen Hautschichten: Epidermis (äußere Schutzschicht der Haut), Dermis (enthält die dendritischen Zellen), subkutanes Fett (enthält kaum Immunzellen und Gefäße) und Muskel. Die Grafik im Bild verdeutlicht das zeitliche Druckprofil bei der Impfung:
A: zu Beginn starker Druck, um die Epidermis zu durchdringen

B:abnehmender Druck, um eine wolkenförmige Verteilung des Impfstoffs in der Dermis zu erreichen

C: Ende der Injektion

Den gesamten Beitrag sowie weitere spannende Artikel zu Energie, Technik, Pflanzenbau, Tierhaltung, Politik und Management liest du in der Augustausgabe von agrarheute.

Cover-agrarheute-August-2019

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