Das Maislabyrinth der Familie Gekle war zu Beginn eigentlich nur eine "Schnapsidee" . Zudem wurden ihnen Anfangs einige Steine von den Behörden in den Weg gelegt. Doch nun besteht es seit über 17 Jahren, und das Erfolgreich.

So entsteht ein Maislabyrinth

Das Maislabyrinth der Familie Gekle war zu Beginn eigentlich nur eine Schnapsidee. Zudem wurden ihnen Anfangs einige Steine von den Behörden in den Weg gelegt. Doch nun besteht es seit über 17 Jahren und das erfolgreich.

Originalbeitrag von Katharina Krenn, agrarheute.

Ein Irrgarten im Maisfeld als wichtiges Standbein für den Betrieb? Das hat Landwirt Eugen Gekle nicht erwartet, als er damals mit seiner Familie am Tisch saß und die erste Idee dafür auf eine Serviette kritzelte. Und doch, seit nunmehr 17 Jahren kommen Besucher aus allen Himmelsrichtungen in den kleinen Ort Rexingen am Neckar, um sich auf dem Maisacker der Gekles zu verirren.

So Kommt das Motiv auf den Acker

Jedes Jahr nehmen sich die Gekles ein anderes Motiv aus der Märchenwelt vor. Dieses Jahr kommt der Baron von Münchhausen auf den Acker. Dafür sät Gekle im April eine späte Silomaissorte in Einzelkornsaat und in einem Reihenabstand von 37,5 cm. Die Saatdichte erhöht er auf 180.000 Körner pro Hektar. Ist der Mais 20 cm hoch gewachsen, geht es ans Mähen des Wegenetzes.

Damit das Märchenmotiv auf den Acker kommt, nutzt Gekle die GPS-Vermessungs- und Navigationssoftware Navicat. Das Motiv wird dafür auf eine Klarsichtfolie gezeichnet und auf einen Bildschirm geklebt, auf dem das Satellitenbild des Ackerschlags zu sehen ist. „Dann können wir die Wege mit dem Standortsignal ablaufen und abstecken“, so Gekle.

Das Maislabyrinth der Familie Gekle war zu Beginn eigentlich nur eine "Schnapsidee" . Zudem wurden ihnen Anfangs einige Steine von den Behörden in den Weg gelegt. Doch nun besteht es seit über 17 Jahren, und das Erfolgreich.

Im vergangenen Sommer hat Familie Gekle Motive aus dem Kinderbuch Max und Moritz auf den Acker gemäht. Foto: Müller

Ein Schmalspurschlepper mit Fräse mäht schließlich entlang der Markierungen die Wege ins Maisfeld. Das Ergebnis überprüfen die Gekles mit einer Drohne. Das Ganze dauert etwa zwei Tage. Alle paar Wochen wird nachgefräst.

Strohhüpfburg, Maiskörnerbad, Rätselstationen, Feuershow – die Gekles lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um Jung und Alt bei der Stange zu halten, denn heute gibt es allein im Umkreis von 100 km rund zehn Maisirrgärten.Trotzdem hat sich das Maislabyrinth zu einem eigenständigen Betriebszweig enwickelt und trägt maßgeblich zum Einkommen bei.

Zitterpartie um Genehmigung

Der Erfolg ist ihnen jedoch nicht in den Schoß gefallen. Der Besucheransturm blieb nicht aus, aber nach dem ersten Labyrinth-Sommer klopften die Behörden an. Bauamt, Landwirtschaftsamt, Verkehrsamt – alle waren skeptisch.

Der Forderungskatalog der Ämter schien endlos. Für den Bürocontainer brauchten sie eine Baugenehmigung. Ein Antrag für Geschwindigkeitsbegrenzung musste gestellt werden, da das Feld direkt an eine Straße grenzt. Das Straßenbauamt prüfte Zufahrt und Parkplätze.

Damit hatten die Gekles nicht gerechnet. Doch sie ließen sich nicht beirren und arbeiteten fleißig die Forderungen ab. Der Sommer kam, das Maislabyrinth stand, aber die Genehmigung ließ auf sich warten. Eine Zitterpartie, die erst kurz vor dem Eröffnungstermin endete.

Maisrasierer Marke Eigenbau

Das Maislabyrinth der Familie Gekle war zu Beginn eigentlich nur eine "Schnapsidee" . Zudem wurden ihnen Anfangs einige Steine von den Behörden in den Weg gelegt. Doch nun besteht es seit über 17 Jahren, und das Erfolgreich.

Für die Labyrinthpflege haben die Gekles einen Rapstrenner senkrecht an den Schlepper angebaut. Foto: Müller

Im mittlerweile 17. Jahr läuft der Laden. Bevor die Kasse öffnet, fährt der Junior noch schnell mit dem Schmalspurschlepper die Labyrinthwege ab. Maisblätter fallen zu Boden. Ein senkrecht angebauter Rapstrenner rasiert die Maiswände – ein praktisches Gerät Marke Eigenbau. Bis zum Ende der Sommerferien hat das Rexinger Maislabyrinth täglich geöffnet, dann kommt der Feldhäcksler und der Irrgarten landet in der Biogasanlage.

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Die gesamte Reportage sowie weitere spannenden Beiträge aus den Bereichen Pflanze, Technik, Politik, Managament, Markt und Land und Leben der Januarausgabe findest du in der akutellen Ausgabe der agrarheute.

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