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Wer ernten will, muss säen. Und wer säen will, muss erstmal überlegen, was man eigentlich ernten will. Janne hat sich darüber ganz genau Gedanken gemacht und verrät Dir, wie sie den Anbauplan für ihr Market-Gardening-Beet erstellt hat.

So klappt die Saisonplanung fürs Market Gardening

Wer ernten will, muss säen. Und wer säen will, muss erstmal überlegen, was man eigentlich ernten will. Janne hat sich darüber ganz genau Gedanken gemacht und verrät Dir, wie sie den Anbauplan für ihr Market-Gardening-Beet erstellt hat.

Quereinsteigerin Janne aus Schleswig-Holstein.

Quereinsteigerin Janne aus Schleswig-Holstein.

Moin liebe Hofhelden,

die ersten Saaten keimen und die Jungpflanzen entwickeln sich drinnen prächtig. Doch was gibt es eigentlich vorher alles zu bedenken, damit ich im Garten später nicht alles zu einem Zeitpunkt ernten muss, sondern auch für die Bestückung von Gemüsekisten über die Saison verteilt ernten kann?

Dafür ist es wichtig, sich vorab Gedanken zu machen und einen Plan auszuarbeiten, an den man sich im besten Falle dann auch hält (klappt bei mir bisher so mittelmäßig – ich übe noch :D). Falls Ihr auch gerne über das Jahr verteilt und nicht alles auf einmal ernten wollt, hilft Euch mein Vorgehen vielleicht. Das Ganze ist natürlich auch im kleinen Stil anwendbar!

Dafür habe ich mir folgende Fragen gestellt:

  • Was will ich anbauen?
  • Welche Ansprüche haben die Kulturen?
  • Wieviel will ich pro Kultur ernten?

Was will ich anbauen?

Als aller erstes habe ich mir einen Zettel genommen und aufgeschrieben, was ich denn gerne anbauen möchte. Da die Liste leider schnell sehr lang geworden ist habe ich Abstriche gemacht und priorisiert.

Wer ernten will, muss säen. Und wer säen will, muss erstmal überlegen, was man eigentlich ernten will. Janne hat sich darüber ganz genau Gedanken gemacht und verrät Dir, wie sie den Anbauplan für ihr Market-Gardening-Beet erstellt hat.

Jannes Platz, Pflanzen vorzuziehen, ist begrenzt. Auch das musste sie bei der Saisonplanung berücksichtigen. Foto: Janne Richling

Einerseits wollte ich nicht viele „exotische“ Dinge anbauen, die nicht jedermanns Geschmack sind. Dann war mir wichtig, dass das geerntete Gemüse nicht schnell verderblich ist und im besten Falle auch gut lagerfähig ist. Zu Letzt habe ich einen Fokus auf Direktsaaten gelegt, damit der begrenzte Platz drinnen auch ausreicht. Aspekte bezüglich möglichst kurzer Standzeit und möglichst hoher Gewinnmarge habe ich erstmal außen vor gelassen – wir wollen es ja nicht gleich übertreiben.

Welche Ansprüche haben die Kulturen?

So. Diese Liste war immer noch nicht die Kürzeste, aber damit habe ich erstmal gearbeitet. Da hatte ich also meine Liste mit Dingen, die ich gerne ernten würde. Einen Plan, welche Ansprüche die ganzen Kulturen so haben, aber überhaupt nicht. Ein Glück es gibt da das Internet. Doch jede Kultur hat so viele Sorten mit verschiedenen Eigenschaften und Ansprüchen … Sehr geholfen haben mir da die sortenspezifischen Infos, die es beim Bingenheimer Saatgut zu finden gibt!

 

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Ich habe mir also eine Excel Tabelle angelegt und für jedes Gemüse, das auf meiner Liste stand, meiner Meinung nach passende Sorten raus gesucht und die Zeiten von Voranzucht oder Direktsaat, Pflanzung und Ernte notiert sowie die Pflanzenabstände.

Wieviel will ich ernten?

Anschließend habe ich geguckt, wie viel ich gerne wann ernten will, um danach die Anzahl der Pflanzen zu überlegen. Auch habe ich geguckt, wann welche Kultur geerntet wird und welche anschließend den Platz einnehmen kann. Auf diese Weise habe ich dann meine 10 Beete zumindest virtuell bepflanzt und geerntet. Tja und dann muss noch berücksichtigt werden, dass die Gemüsekisten einen bestimmten monetären Wert nicht unterschreiten, aber auch nicht zu stark überschreiten sollten. Alles nicht so einfach. 😀

Wer ernten will, muss säen. Und wer säen will, muss erstmal überlegen, was man eigentlich ernten will. Janne hat sich darüber ganz genau Gedanken gemacht und verrät Dir, wie sie den Anbauplan für ihr Market-Gardening-Beet erstellt hat.

Nachdem die Samen gekeimt und sich die Jungpflanzen entwickeln, wird der Platz im Topf auch irgendwann zu eng. Mit frischer und gedüngter Erde können sich Wurzel und Pflanze besser entwickeln. Foto: Janne Richling

Shoppingtour im Saatgutland

Und dann ging es ans Shoppen! Saatgut bestellen. Das habe ich bereits im Dezember und Januar gemacht, bevor allen plötzlich auffällt, dass der Frühling vor der Tür steht und die Lieferzeiten ewig lang sind. Außerdem wollte ich nach Plan bereits Anfang Februar im Zimmer die ersten Samen in die Erde bringen.

Du willst Dein Saatgut nicht kaufen, sondern tauschen? Oder vielleicht selbst gesammeltes Saatgut weiterverkaufen? agrarheute verrät worauf Du dabei achten musst!

Regionalität vor Bio

Da mein Fokus und meine Ernte nicht auf darauf liegen, alles in Bio-Qualität zu kaufen, habe ich an dieser Stelle zu Saatgut aus dem Baumarkt und einer Online-Gärtnerei gegriffen und so sicherlich 50 Prozent Kosten eingespart. Mir ist es wichtig sagen zu können, dass das Gemüse aus der Region stammt und nicht 100 Prozent Bio sein muss. Gerade der Aspekt der Regionalität ist durch die Pandemie stärker in das Bewusstsein der Verbraucher gerückt.

Wer ernten will, muss säen. Und wer säen will, muss erstmal überlegen, was man eigentlich ernten will. Janne hat sich darüber ganz genau Gedanken gemacht und verrät Dir, wie sie den Anbauplan für ihr Market-Gardening-Beet erstellt hat.

Beim Anbau ist es Jannes oberste Priorität, regionale Produkte zu erzeugen. Foto: Janne Richling

Gartentagebuch: Dokumentation ist alles – naja fast …

Genau. So sieht er aus, mein ausgetüftelter Plan. Alle meine Steps mit Datum, Aussaatmenge, Sorte und Wetterdaten notiere ich mir in meinem Gartentagebuch, da erfahrene Market Gärtner immer wieder betonen wie wichtig die Dokumentation ist. Bisher bin ich gut davor. Mal sehen wie lange noch… 😀

Naja, aber auch ein toller Plan auf Papier nützt nichts, wenn das Wetter nicht so richtig mitspielt. Hier im Norden ist es doch deutlich kühler als im Rest Deutschlands und mein windiger Standort macht die Sache nicht besser. Aber irgendwas ist ja immer.

Bis dahin erstmal,

Janne

Übrigens: wenn ihr über Market Gardening mehr lesen wollt, kann ich euch wirklich sehr das Buch „Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten“ von Jean-Martin Fortier empfehlen. Das ist quasi die „Bibel“ der Marktgärtner. Oder aber die Instagram Accounts von Linus Keutzer @vom_garten_leben sowie von Orfeas Fischer @weierhoefer_gartengemuese

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