Wie lässt sich ein Rollenkonflikt vermeiden und was tun wenn der Streit schon entfacht ist? Mit diesen Fragen hat sich Christina in ihrer Bachelor-Arbeit ausführlichst beschäftigt. Das Fazit ihrer Arbeit erhältst Du hier.

Rollenkonflikt vermeiden

Wie lässt sich ein Rollenkonflikt vermeiden und was tun, wenn der Streit schon entfacht ist? Mit diesen Fragen hat sich Christina in ihrer Bachelor-Arbeit ausführlichst beschäftigt. Das Fazit ihrer Arbeit erhältst Du hier.

Christina kommt von einem landwirtschaftlich-gastronomischen Hof, hat ihren Bachelor in Betriebswirtschaftslehre in der Tasche und steht nun vor der Frage aller Fragen: "Soll ich den Betrieb übernehmen oder nicht?" Auf Hofheld nimmt sie Dich mit auf den Weg zu ihrer Entscheidung, inklusive Sackgassen, Umwegen, Pannen, Schnellstraßen und wunderbaren Ausblicken.

Christina aus Nordrhein-Westfalen

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

in meinen letzten beiden Hofheld-Beiträgen habe ich zum einen von der Themensuche für meine Bachelor-Arbeit berichtet und zum anderen, die darin jeweils wichtigen Schlüsselwörter vorgestellt. Ich gebe zu, das war vielleicht etwas theoretisch – aber ich hoffe, ihr verzeiht es mir. Denn jeeetzt erhaltet ihr gaaanz exklusiv und ohne, dass ihr die 50 Seiten der BA lesen müsst, mein Fazit!

Dass wir als Personen unterschiedliche Rollen in den unterschiedlichen Systemen Familie und Unternehmen einnehmen, habe ich nun schon mehrfach thematisiert. So kommt es zu Überschneidungen von unterschiedlich herrschenden Werten. Diese Überschneidungen können positiv, durch zum Beispiel eine stärkere Bindung der Familienmitglieder gegenüber dem Familienunternehmen, aber gleichzeitig auch negativ sein.

Insbesondere dann, wenn die Familie, so wie bei mir, sich in einer Situation befinden, die nicht alltäglich ist: Dem Generationswechsel! Auf unserem Betrieb findet dieser zum ersten Mal statt, sodass noch keine Regeln o.ä. festgelegt worden sind, um diesen Prozess zu erleichtern.

Und damit sind wir schon bei einer der wichtigsten Erkenntnisse: Es bedarf Regeln! Denn jeder Prozess erfordert Rahmenbedingungen und Regeln, die ein Miteinander erleichtern. Wichtig ist dabei, dass diese Regeln für den Prozess von ALLEN gemeinsam erarbeitet werden. Bedeutet, dass meine Eltern als mögliche abgebende Generation, meine Schwester als mögliche weichende Erbin und ich, als mögliche übernehmende annehmende Generation, GEMEINSAM Regeln erarbeiten.

Wie lässt sich ein Rollenkonflikt vermeiden und was tun wenn der Streit schon entfacht ist? Mit diesen Fragen hat sich Christina in ihrer Bachelor-Arbeit ausführlichst beschäftigt. Das Fazit ihrer Arbeit erhältst Du hier.

Christina und ihr Vater. Foto: privat

Dabei sollten mögliche Konfliktherde, also Situationen die zu Streitigkeiten führen könnten, aufgedeckt werden. Es sollen also alle auf den Umgang miteinander sensibilisiert werden. Dies stellt eine Art der Streitvermeidung (Prävention) dar, denn durch diese Vorgehensweise versucht man, es gar nicht erst zu einem Streit kommenzulassen.

Was jedoch tun, wenn der Streit schon längst entfacht ist? Wenn ich in Stresssituationen nicht mehr erkennen kann, ob meine Mutter oder meine Chefin mit mir spricht? Meist hilft dann, eine neutrale Person hinzuziehen, die ein klärendes Gespräch zwischen allen Beteiligten moderiert. Wichtig dabei ist, dass die Person wirklich neutral ist und keiner der beteiligten Parteien näher und damit einer Klärung im Weg steht. Solche Moderatoren lassen sich meist über die IHK oder über die jeweiligen Landwirtschaftskammern finden.

Entscheidend ist, dass frühzeitig ein Bewusstsein für die Bedeutung eines geregelten Generationswechsels und die damit möglicherweise einhergehenden Rollenkonflikte geschaffen wird. Ich kann euch zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass diese Sensibilisierung nicht immer funktionieren wird. Gerade in stressigen Zeiten, in der der „Mob tobt“ und alle auf dem Zahnfleisch gehen, wird es schwierig, sich in den Gegenüber hineinzuversetzen und zu versuchen zu verstehen, aus welcher Rolle gerade agiert wird. Geht dann aber nicht zu hart mit euch ins Gericht, das ist völlig normal! Diese Beschäftigung trägt in jedem Fall dazu bei, dass im ruhigeren Alltag alle Beteiligten für dieses Thema sensibilisiert sind und im besten Fall umsichtiger handeln.

Ich wünsche euch bei dem Hineinversetzen in den jeweils anderen viel Erfolg und wie gesagt: Bleibt realistisch, es kann nicht immer alles nach den Regeln gehen!

Im nächsten Beitrag wird es eine kleine Exkursion dazu geben, wie wir als Betrieb, der sich eigentlich in den Startlöchern für seine Hochsaison befindet, mit den aktuellen Einschränkungen umgehen und aus mancher Not eine Tugend machen. So viel sei schon jetzt verraten: freut euch auf wunderbare Begegnungen der „neuen Art“.

Bleibt gesund und passt auf euch und eure Lieben auf!

Eure Christina

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