Mara beantragt für alle ihre Weine eine freiwillige Qualitätsweinprüfung. Warum, was das genau ist und wie so etwas abläuft, das erklärt sie Dir hier.

So läuft die Qualitätsweinprüfung ab

Mara beantragt für alle ihre Weine eine freiwillige Qualitätsweinprüfung. Warum, was das genau ist und wie so etwas abläuft, das erklärt sie Dir hier.

Mara, die stellvertretende Bundesvorsitzende des BDL.

Mara, die stellvertretende Bundesvorsitzende des BDL.

Hallo zusammen!

Am 1. April haben wir dieses Jahr unsere Weine abgefüllt. Bis wir die Weine dann verkaufen können, sind aber noch ein paar Schritte nötig. Was das ist, möchte ich euch heute gern kurz erklären.

Nach dem Abfüllen bringen wir von jedem Wein eine Flasche ins Weinlabor. Das Labor ist amtlich zertifiziert und dort werden die Analysen zu u.a. Restzucker, Säure, Schwefelwert und Alkoholwert gemacht. Diese Werte sind nachher ausschlaggebend, ob der Wein z.B. gesetzlich trocken ist oder nicht.

Bei Mara wurde Anfang April der Wein abgefüllt. Auf ihrem Betrieb wird nicht mit den eigenen Maschinen, sondern mit einem Lohnfüller abgefüllt. Wie der Tag abläuft und was es alles zu machen gibt, erzählt Mara hier.

Mit dem Abfüllen des Weins ist er noch nicht für den Verkauf bereit. Zuerst sind noch einige Analysen nötig. Foto: privat

Mit diesen Analysen und dem Antrag kommt der Wein zur Qualitätsweinprüfung. Für jedes Weinanbaugebiet gibt es eine extra Stelle. In Württemberg müssen die Weine nach Weinsberg, das sind rund 50 km von uns. Auf dem Antrag müssen wir genau angeben, welcher Wein (Jahrgang, Rebsorte, ggf. Lage) in der Flasche ist und bei den Cuvées auch die Verschnittpartner. Dazu, wann der Wein gefüllt wurde und in welcher Menge.

Darauf kommt es bei der Verkostung an

Bei der Qualitätsweinprüfung werden im ersten Schritt die analytischen Werte geprüft, ob diese zu den gesetzlichen Vorgaben passen. Im zweiten Schritt werden die Weine von einer Kommission von bis zu fünf Personen verkostet. In diesen Verkostungskommissionen sitzen Winzer, Kellermeister, Mitarbeiter der staatlichen Verwaltung und auch Verbraucher. Alle haben eine Sachverständigenprüfung abgelegt, also kann leider nicht jeder Weintrinker dort mit verkosten. Die Verkostung findet in einem speziellen Verkostungsraum statt. Dort ist es besonders wichtig, dass gutes Licht vorhanden ist, es keine ablenkenden Gerüche gibt und die Verkostung findet natürlich verdeckt statt. Der Verkoster weiß also nicht, welchen Wein er im Glas hat. Er weiß nur, Jahrgang, grobe Herkunft und Rebsorte, manchmal noch ob der Wein im Barriquefass war.

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In so einem Raum findet die Qualitätsweinprüfung statt. Foto: privat

Bei der Verkostung spielen Farbe, Geruch und Geschmack eine Rolle. Die Prüfer vergeben zwischen null und fünf Punkten und der Durchschnitt der Prüfergebnisse ist dann ausschlaggebend. Ein Wein muss mindestens 1,5 Punkte erhalten, damit er die Prüfung besteht. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Punktzahl im Schnitt zwischen 1,5 und 2,5 Punkten liegt. Die Prüfer „punkten also nicht aus“. Aber wichtig ist uns eh immer nur, dass wir mindestens die 1,5 Punkte erreicht haben. Es gibt in der Branche immer wieder Diskussion, ob der Punktewert den Winzern überhaupt mitgeteilt werden soll oder ob sie nur ein ja oder nein erhalten.

Mara beantragt für alle ihre Weine eine freiwillige Qualitätsweinprüfung. Warum, was das genau ist und wie so etwas abläuft, das erklärt sie Dir hier.

Solche Anträge reicht Mara für die Qualitätsweinprüfung ein. Foto: privat

Wichtig bei der Qualitätsweinprüfung ist es, dass die Weine hier nicht nach „schmeckt mir oder schmeckt mir nicht“ probiert werden, sondern anhand von qualitativen Faktoren. Falls ein Wein die Mindestpunktzahl von 1,5 Punkten nicht erreicht, erfährt der Winzer auch, mit welchem Grund die Kommission den Wein abgelehnt hat. Hier kann es z.B. um Fehltöne aus dem Weinkeller gehen, Noten von Oxidation (Sauerstoffeinfluss) oder vorzeitige Alterung des Weines. Wenn die Kommission sich nicht sicher ist und der Durchschnittswert der Prüfer „knapp unter 1,5 Punkten“ liegt, gibt es die Option der „Probenanforderung“. Damit ist der Wein nicht gleich komplett abgelehnt und er bekommt eine zweite Chance. Dann wird er nochmal verkostet und vielleicht erreicht er dann die 1,5 Punkte.
Über das Ergebnis der Verkostung werden wir einen Tag danach per Mail informiert. Immer sehr spannend, was die Mail dann für Überraschung parat hat! Die Kosten für die Prüfung hängen übrigens von der abgefüllten Menge ab.

Mara beantragt für alle ihre Weine eine freiwillige Qualitätsweinprüfung. Warum, was das genau ist und wie so etwas abläuft, das erklärt sie Dir hier.

Jeder Prüfer hat seinen eigenen Platz, an dem er den Wein nach qualitativen Faktoren bewertet. Foto: privat

Natürlich könnten wir die Weine auch ohne Qualitätsweinprüfung verkaufen. Dann dürften wir aber „Württemberg“ nicht auf das Etikett schreiben und auch einige Rebsorten dürfen dann nicht auf dem Etikett angegeben werden. In Deutschland sind aktuell rund 95 % der Weine Qualitätsweine, also sind so gut wie alle Weine nach dem oben beschrieben Schema geprüft.

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Auf dem Familienweingut von Mara und ihren Eltern sind alle Weine Qualitätsweine. Die entsprechenden Unterlagen legt sie akkurat ab. Foto: privat

Bei uns auf dem Weingut sind alle Weine Qualitätsweine. Somit können wir nach der positiven Qualitätsweinprüfung die Etiketten drucken lassen und dann die Flaschen damit ausstatten. Wie das geht, zeige ich Euch auch bald!

Viele Grüße,

Mara

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