Zum ersten Mal ganz ohne Pflug. So lautete Leos Devise für das Ackerbaujahr 2020. Dies ging für ihn Ende November zu Ende, nun zieht er ein Fazit.

Pfluglos durch das Jahr

Zum ersten Mal ganz ohne Pflug. So lautete Leos Devise für das Ackerbaujahr 2020. Dies ging für ihn Ende November zu Ende, nun zieht er ein Fazit. Ob er auch in diesem Jahr auf dem Pflug verzichtet?

Energielandwirt und AgrarScout Leo aus Bayern.

Energielandwirt und AgrarScout Leo aus Bayern.

Liebe Hofhelden,

das Ackerbaujahr 2020 ging bei mir spät im November zu Ende. Das Jahr war in vielerlei Hinsicht besonders, auch bei unserer Feldarbeit gab es einige Veränderungen. Es war das erste Jahr, wo wir komplett auf den Pflug verzichtet haben

Warum keinen Pflug mehr?

Grundsätzlich hat der Pflug auch Vorteile im Ackerbau und somit seine Berechtigung für gewisse Kulturen oder Verfahren. Für meine Philosophie auf dem Feld passt der Pflug nicht mehr dazu. Allerdings haben wir den Pflug nicht einfach von jetzt auf gleich weggelassen. Es war ein langer Weg bis dahin und es waren viele Schritte notwendig. Auch war der komplette Pflugverzicht nicht mein oberstes Ziel, aber es hat sich eben so ergeben.

Zum ersten Mal ganz ohne Pflug. So lautete Leos Devise für das Ackerbaujahr 2020. Dies ging für ihn Ende November zu Ende, nun zieht er ein Fazit.

Ein Selfie nach dem erfolgreichen Abschluss der Feldarbeit 2020. Foto: Leo Rösel

Wie lief der Verzicht auf den Pflug ab?

Als erstes haben wird den Pflug damals vor Mais weggelassen, die Zwischenfrucht und die passende Saattechnik am Feld haben das möglich gemacht. Hier stand der Erosionsschutz an erster Stelle.
Mit der Zeit haben wir immer mehr ausprobiert und feststellen dürfen, dass viele weitere Kulturen wie Weizen oder Roggen auch ohne Pflugeinsatz sehr gut gedeihen. Beim Anbau von Wintergerste ohne Pflug hatten wir anfangs mit Rückschlägen zu kämpfen, die bis zum Totalausfall nach dem Winter geführt haben.

Zum ersten Mal ganz ohne Pflug. So lautete Leos Devise für das Ackerbaujahr 2020. Dies ging für ihn Ende November zu Ende, nun zieht er ein Fazit.

Mit dem Grubber durch die Zwischenfrucht, statt mit dem Pflug auf dem brachen Feld. Foto: Leo Rösel

Mittlerweile haben wir aber alle von und angebauten Kulturen auch ohne Pflugeinsatz im Griff. Neben dem Einsatz von neuen, anderen Geräten muss das Umdenken aber vom allem Kopf stattfinden. Man muss sich mit der Materie beschäftigen, neue Dinge einfach mal ausprobieren und auch mal die eingefahrenen Wege verlassen.

Welche Vorteile haben sich mit der pfluglosen Bearbeitung ergeben?

Auf den Flächen, wo wir schon länger keinen Pflug mehr eingesetzt hatten konnten wir viele positive Effekte feststellen. Die Flächen wurden ebener und auch die Befahrbarkeit bei feuchten Bedingungen war wesentlich besser. Die Sorge, durch das Weglassen des Pfluges bekommen wir mehr Probleme mit Beikräutern hat sich nicht bestätigt.

Mit dem Grubber durch die Zwischenfrucht, statt mit dem Pflug auf dem brachen Feld.

Der Pflug blieb während der Ackerbausaison 2020 bei Leo das erste Mal komplett in der Halle stehen. Foto: Leo Rösel

Aber der Blick mit dem Spaten unter die Bodenoberfläche hat dann gänzlich überzeugt. Die Bodenstruktur wurde mit der Zeit viel besser. Die Regenwürmer und das Bodenleben danken es uns, nicht mehr jedes Jahr auf den Kopf gestellt zu werden.

Wie geht es bei uns weiter?

Wir setzen mittlerweile sehr viele Maßnahmen zur Bodenverbesserung um (Beispielsweise Flächenrotte und Mikroorganismen). Diese Maßnahmen möchte ich nicht einfach mit dem Pflug vergraben, deshalb war jetzt der letzte Schritt, auch die Winterfurche, klassisch mit dem Pflug, wegzulassen und den Boden im Herbst nur zu lockern. Grundsätzlich gehen die Böden bei uns nicht mehr „nackt“ über den Winter, lediglich für die Flächen, wo Sommergerste angebaut wird, haben wir noch nicht die passende Begrünung gefunden.

Zum ersten Mal ganz ohne Pflug. So lautete Leos Devise für das Ackerbaujahr 2020. Dies ging für ihn Ende November zu Ende, nun zieht er ein Fazit.

Mit dem Grubber im Sonnenuntergang. Foto: Leo Rösel

Meine Erfahrungen zeigen, dass auch ohne Pflug nicht mehr Beikräuter oder Krankheiten auf den Feldern sind. Durch viele verschiedene Maßnahmen konnten wir sogar den Einsatz von chemischem Pflanzenschutz reduzieren. Aber davon erzähle ich euch in einem anderen Beitrag.

Bis Bald,

Euer Leo

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