Auch im Winter gibt's für Ackerbauen auf dem Feld ordentlich was zu tun. Leo hat sich zum Beispiel um den Schnitt der Feldgehölze gekümmert. Warum, welche Vorgaben er beachten muss und was mit dem Schnittgut passiert, erklärt er im Beitrag.

Pflege von Feldgehölzen

Auch im Winter gibt’s für Ackerbauen auf dem Feld ordentlich was zu tun. Leo hat sich zum Beispiel um den Schnitt der Feldgehölze gekümmert. Warum, welche Vorgaben er beachten muss und was mit dem Schnittgut passiert, erklärt er im Beitrag.

Energielandwirt und AgrarScout Leo aus Bayern.

Energielandwirt und AgrarScout Leo aus Bayern.

Liebe Hofhelden,

was macht der Ackerbauer im Winter auf dem Feld? Ja, auch jetzt gibt es für uns was auf dem Acker zu tun. Und diese Tätigkeit hat weniger mit Bodenbearbeitung, Saat oder Ernte zu tun. Jetzt ist die optimale Zeit die Feldgehölze zu pflegen.

Was sind Feldgehölze bei uns in der Region?

Für die Feldgehölze gibt es viele Namen und Bezeichnungen. Beim Agrarantrag heißen sie Landschaftselemente, in der Umgangssprache sagen wir „Stauern“ dazu und der Laie würde wahrscheinlich Hecke sagen.

Auch im Winter gibt's für Ackerbauen auf dem Feld ordentlich was zu tun. Leo hat sich zum Beispiel um den Schnitt der Feldgehölze gekümmert. Warum, welche Vorgaben er beachten muss und was mit dem Schnittgut passiert, erklärt er im Beitrag.

Leo sieht in Feldgehölzen einen großen Nutzen für die Kulturlandschaft. Foto: Leo Rösel

Viele Landwirte sind oft nicht begeistert, wenn sie diese Landschaftselemente in und um ihre Felder haben, weil sie Mehrarbeit bedeuten oder oft im Weg sind. Ich sehe darin aber einen großen Nutzen für unsere Kulturlandschaft. Die Hecken gehören in unser Landschaftsbild und auch in unser Ökosystem. Aber sie gehören eben auch gepflegt, wo wir schon beim Thema wären.

Warum müssen die Hecken gepflegt werden?

Die meisten Feldgehölze bestehen bei uns aus Weißdorn/Schlehen, Haselnuss, Holunder, Weiden und oftmals auch aus Obstbäumen. Viele Hecken sind schon immer da, andere wurden zum Beispiel im Zuge einer Flurbereinigung neu angelegt. Egal ob gewachsen oder angelegt, von Zeit zu Zeit müssen sie eben gepflegt werden. Bei der Pflege von Feldgehölzen geht man anders vor als beim Heckenschnitt im Garten. Die Hecken auf den Feldern werden nicht jedes Jahr, sondern nur alle 3 bis 7 Jahre bei uns geschnitten. Dabei entnehmen wir keine einzelnen Äste, sondern setzen ein ganzes Stück auf Stock. Wir machen diese Arbeit immer bei Frost, so schädigen wir die Pflanzen nicht, man kann auf dem Feld besser fahren und macht keine Schäden. Die Stöcke treiben dann im Frühling wieder neu aus und es entsteht eine neue, junge Hecke.

Auch im Winter gibt's für Ackerbauen auf dem Feld ordentlich was zu tun. Leo hat sich zum Beispiel um den Schnitt der Feldgehölze gekümmert. Warum, welche Vorgaben er beachten muss und was mit dem Schnittgut passiert, erklärt er im Beitrag.

Alle 3 bis 7 Jahre kümmert sie Leo um den Schnitt der Feldgehölze. Foto: Leo Rösel

Bei größeren Landschaftselementen teilen wir diese in Abschnitte ein und machen jedes, oder jedes zweite Jahr einen Abschnitt. So haben wir viele verschiedene „Altersgruppen“ der Sträucher vertreten.
Würde man die Feldgehölze sich selbst überlassen, bricht das Holz in sich zusammen und die Hecke wird immer größer.

Wie siehts gesetzlich aus?

Sobald man mit der Heckenpflege beginnt, ruft das viele Hobbynaturschützer auf den Plan. Letzens haben wir eine Hecke an einem Wanderweg gepflegt, wo viele Leute vorbeikommen. Manche Fragen interessiert, was man denn da mache, andere hatten sofort abfällige Kommentare wie „warum holzt ihr alles ab, wo sollen die Vögel hin“ parat. Die Leute, die anständig fragen, bekommen die Pflegemaßnahme erklärt. Den abfälligen Kommentaren muss man dann schon etwas schlagfertiger entgegentreten. Mit der Zeit bekommt man da gute Routine. Auch vorherige Kommunikation, zum Beispiel mit der Ortsgruppe des Landesbunds für Vogelschutz, hilft da weiter. Damit habe ich positive Erfahrungen gemacht.

Auch im Winter gibt's für Ackerbauen auf dem Feld ordentlich was zu tun. Leo hat sich zum Beispiel um den Schnitt der Feldgehölze gekümmert. Warum, welche Vorgaben er beachten muss und was mit dem Schnittgut passiert, erklärt er im Beitrag.

Vorher – Nacher: Bei Feldgehölzen, die als Landschaftselemente im Agrarantrag stehen, müssen die angegebenen Flächengrößen immer eingehalten werden. Foto: Leo Rösel

Rein rechtlich ist es so, dass in der Zeit vom 1.10 bis 28.2. der so genannte Pflegezeitraum ist, wo die Feldgehölze geschnitten werden dürfen. Im Zeitraum vom 1.3. bis 30.9 ist in diesen Bereichen Schutzzeit für Vögel und Niederwild. Wenn sich Feldgehölze allerdings zu weit ausbreiten und in ein Feld hineinwachsen, darf dieses Gehölz immer geschnitten werden.

Meistens sind die Feldgehölze bei uns auch als Landschaftselemente im Agrarantrag aufgenommen, deshalb müssen die angegebenen Flächengrößen immer eingehalten werden. Eine natürliche Ausbreitung wäre möglich, muss aber im Antrag entsprechend angepasst werden, eine Verkleinerung oder gar Rodung von diesen Hecken ist verboten.

Was passiert mit dem Schnittgut?

Wir haben schon viele technische Varianten ausprobiert, um diese Arbeit möglichst angenehm zu gestalten. Zwickscheren am Bagger, Kreissägen an Auslegern und Handarbeit wurden schon getestet. Für unseren Arbeitsumfang hat sich die motormanuelle Arbeit mit Hochentaster oder Kettensäge bewährt. Die abgesägten Sträucher, die auch mal auf die Größe von kleinen Bäumen heranwachsen können, sammeln wir mit einem Forstgreifer auf und stapeln sie am Feldrand.

Auch im Winter gibt's für Ackerbauen auf dem Feld ordentlich was zu tun. Leo hat sich zum Beispiel um den Schnitt der Feldgehölze gekümmert. Warum, welche Vorgaben er beachten muss und was mit dem Schnittgut passiert, erklärt er im Beitrag.

Wenn eine nennenswerte Menge zusammenkommt, verarbeitet Leo das Schnittgut zu Hackschnitzeln. Foto: Leo Rösel

Wenn nennenswerte Mengen zusammenkommen, verarbeiten wir das Schnittgut zu Hackschnitzeln. Auch das muss innerhalb des Pflegezeitraumes bis zum 28.2. passieren. Da die Hackschnitzel so noch zu nass zum Verfeuern sind, trocknen wir diese bei uns auf dem Hof, anschließend werden sie wieder regional vermarktet. So schließt sich ein regionaler Stoffkreislauf, wie ich es sehr gerne bei meinen Erzeugnissen habe 😉

Bis Bald!

Euer Leo

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