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Niko ermittelt bei seinem wissenschaftlichen Hilfsjob an der Uni verschiedene Strömungsdaten über und in einem Pflanzenbestand. Was er genau untersucht, warum, und wie der Versuch aufgebaut ist, erklärt er hier.

Mit Datenloggern und Niederschlagskippwage auf dem Feld

Niko ermittelt bei seinem wissenschaftlichen Hilfsjob an der Uni verschiedene Strömungsdaten über und in einem Pflanzenbestand. Was er genau untersucht, warum, und wie der Versuch aufgebaut ist, erklärt er hier.

Niko Ziegler bloggt über seine landwirtschaftliche Erfahrungen im In- und Ausland.

Niko bloggt über seine landwirtschaftliche Erfahrungen im In- und Ausland.

Hallo Hofhelden,

Anfang des Jahres kam ein Professor für Bodenphysik auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, an einem seiner Versuche mitzuarbeiten. Mein Interesse war sofort geweckt, denn grundsätzlich ist ein Nebenjob im wissenschaftlichen Bereich eine tolle Möglichkeit, das Versuchswesen kennenzulernen und sich Kenntnisse im Bereich Datengewinnung- und Auswertung anzueignen. So begann ich dann Ende März als Nebenjobler einen Dauerversuch zu begleiten.

Wie ist der Versuch aufgebaut und was wird untersucht?

In dem Projekt geht es um die langzeitliche Ermittlung von verschiedenen Strömungsdaten über und in einem Pflanzenbestand. Hört sich kompliziert an, tatsächlich verstecken sich dahinter ganz leicht verständliche Parameter, die über das Jahr hinweg beobachtet werden.

Die Messstation steht auf einem ca. 5 ha großen Acker in 60 km Entfernung zur Universität Hohenheim. Auf dem Schlag wird dieses Jahr Weizen angebaut. Da der Versuch über mehrere Jahre läuft befindet sich die Station mittig auf dem Schlag platziert direkt in einer Fahrgasse. So können wir jederzeit durch die Fahrspur zur Station laufen, ohne den Bestand großartig zu schädigen.

Niko ermittelt bei seinem wissenschaftlichen Hilfsjob an der Uni verschiedene Strömungsdaten über und in einem Pflanzenbestand. Was er genau untersucht, warum, und wie der Versuch aufgebaut ist, erklärt er hier.

Station mit den Verschiedenen Sensoren, Solarpanel und Datenloggern. Foto: privat

Die Einrichtung besteht aus den Sensoren, zwei Rechnern zur Datenspeicherung sowie einem Solarpanel und einer Brennstoffzelle für die Stromversorgung. Gemessen werden gängige Wetterdaten, wie Niederschlagsmenge, Sonnenstunden, Temperatur, Luftfeuchte und Windgeschwindigkeiten. Im Bezug dazu werden bodenphysikalische Parameter wie die Wassersättigung, Bodentemperatur und der CO2 Fluss beobachtet. Auch haben wir die Möglichkeit die Transpiration, also die Wassermenge, die der Bestand über die Blätter an die Luft abgibt, und die Strahlungsintensität der Sonne zu messen. Auf Basis dieser Daten können wir Rückschlüsse auf die Photosyntheseaktivität der Pflanzen, sowie über den Zustand des Bodenlebens ziehen.

Niko ermittelt bei seinem wissenschaftlichen Hilfsjob an der Uni verschiedene Strömungsdaten über und in einem Pflanzenbestand. Was er genau untersucht, warum, und wie der Versuch aufgebaut ist, erklärt er hier.

Das Innenleben einer Niederschlagskippwaage, mit der wir den Regen messen können. Foto: privat

Wofür bin ich zuständig?

Mir unterliegen sämtliche Wartungsarbeiten an der Station, sowie die Datenauswertung. Im zweiwöchigen Rhythmus fahre ich zur Station und übertrage die Daten von den Speicherkarten für die spätere Auswertung auf meinen Laptop. Darüber hinaus überprüfe ich den Zustand der Sensoren, reinige sie und halte das Areal frei von hohem Gras. Ab und zu müssen die Sensoren auch neu ausgerichtet werden, zum Beispiel wenn der Landwirt mal mit der Spritze dagegen gefahren ist.

Niko ermittelt bei seinem wissenschaftlichen Hilfsjob an der Uni verschiedene Strömungsdaten über und in einem Pflanzenbestand. Was er genau untersucht, warum, und wie der Versuch aufgebaut ist, erklärt er hier.

Ein Büro im freien Feld, was gibt’s schöneres? Foto: privat

Der zweite Teil meiner Arbeit besteht darin, die Daten ins Labor zu bringen und auszuwerten. Dazu lasse ich sie durch verschiedene Programme laufen und übertrage sie letztendlich in eine große Exceltabelle. Dabei müssen die Daten natürlich auch ab und zu mal geprüft/ umgerechnet werden, um zu sehen ob die Sensoren noch richtig arbeiten.

Warum ist so ein Langzeitversuch wichtig?

Der Langzeitversuch soll Rückschlüsse über die CO2- Bilanz sowie die Photosyntheseeffizienz der verschiedenen Kulturen erlauben. Wir können das Mikroklima im Bestand abschätzen und wichtige Aussagen über den Wasserverbrauch und die Bodenwasserströme treffen. Die Daten können dann in Langzeitgrafiken abgebildet werden und sind für viele Forscher zugänglich. Sie können als Basis für weitere Forschung in den Bereichen Photosynthese, Wettervorhersage und Klimawandel oder Nährstoffauswaschung genutzt werden.

Der Messstation läuft bereits seit Beginn 2018 und wird durch eine weitere Station in der Nähe von Pforzheim ergänzt. Die Messungen sollen in den nächsten Jahren weiterlaufen, um eventuelle Entwicklungen und Veränderungen zu erfassen.

Das war´s für heute! Hoffentlich konnte ich euch einen Einblick in meinen Nebenjob an der Uni geben und euer Interesse für die Forschung wecken.

Bis bald,

Euer Niko

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