Niko ist der neue Blogger auf Hofheld. Doch welche Verbindung hat der Arztsohn eigentlich zur Landwirtschaft? Das und mehr verrät er Dir hier.

So kam der Arztsohn auf den Traktor

Niko ist der neue Blogger auf Hofheld. Doch welche Verbindung hat der Arztsohn eigentlich zur Landwirtschaft? Das und mehr verrät er Dir hier.

Niko Ziegler bloggt über seine landwirtschaftliche Erfahrungen im In- und Ausland.

Niko bloggt über seine landwirtschaftliche Erfahrungen im In- und Ausland.

Hey ihr Hofhelden,

ich habe Euch ja in meinem ersten Beitrag versprochen, dass ich Euch erzähle, wie ich zur Landwirtschaft gekommen bin.

Mein Weg zur Landwirtschaft begann so richtig mit 14 Jahren als ich anfing, auf dem Betrieb meines besten Freundes auszuhelfen. Sehr schnell fand ich Spaß am Umgang mit Tieren, Menschen und Maschinen und auch das aufgeschlossene, familiäre Verhältnis zur Betriebsleiterfamilie führte dazu, dass ich mich nach dem Abitur für ein agrarwissenschaftliches Studium an der Universität Hohenheim eingeschrieben habe. Bereits während des Abiturs und der ersten beiden Studiensemester hatte ich die Möglichkeit, nebenbei auf mehreren Betrieben im näheren Umfeld als Fahrer zu arbeiten und mir so ein paar Kröten dazu zu verdienen. Dies verschaffte mir immer mehr Praxiswissen und noch während des ersten Semesters fiel die Entscheidung, mal zeitweise auf einem Großbetrieb im Ausland arbeiten zu wollen.

Erste Auslandsernte 2016

Im Sommer 2016 verbrachte ich in den Semesterferien meine erste Ernte im Ausland. Es ging nach Lettland auf einen Marktfruchtbetrieb mit 2.700 ha Ackerbau. Bis dahin hatte ich nur die Ernte auf den kleineren Betrieben mit rund 100 ha hier auf der Schwäbischen Alb miterlebt. In Latvia erwarteten mich neben einem größeren Team, anderen Böden und neuen Maschinen auch Schichtarbeit rund um die Uhr auf riesigen Flächen.

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Nasse Löcher und zu zweit in einer Furche pflügen – das war beides Neuland für mich. Foto: privat

Ich begann mich auf dem Großbetrieb wohlzufühlen und sah in dem Praktikum eine Möglichkeit, mein Studium zu finanzieren, mir praktisches Wissen anzueignen und nebenbei die Welt besser kennen zu lernen. So erlebte ich im Baltikum neben landwirtschaftlichen Erkenntnissen auch eine wunderbare Natur und lustige Ausflüge mit den anderen Erntehelfern. Von diesem Punkt an war klar: Ab jetzt wird jede Minute im Sommer genutzt und die kommenden Ernten auf Großbetrieben gearbeitet.

Der nasse Sommer 2017 und der umso heißere Herbst

Im darauffolgenden Sommer 2017 heuerte ich auf einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern an und verbrachte dort die Ernte. Obwohl ich mich hier auf einem 2.200-ha-Betrieb befand, war die Atmosphäre sehr familiär und gemeinsam mit den Angestellten und den drei anderen Erntehelfern in meinem Alter waren wir in der Lage, diese nasse Saison zu rocken! Bereits hier konnte ich von meinen Erfahrungen aus dem vergangenen Sommer profitieren und nasse Löcher meistens frühzeitig erkennen. Allerdings verlor ich in dieser Ernte meine „Jungfräulichkeit im Festfahren“, was hart an meinem Stolz nagte. Allerdings wurde dieser Dämpfer wieder gut gemacht, als ich die Challenger Raupe in der Bodenbearbeitung fahren durfte.

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Kilometerlange Äcker und GPS-Lenkung, wieder was Neues! Foto: privat

Australien

Direkt im Anschluss, also im Herbst 2017, ging es gemeinsam mit einem guten Freund nach Australien. Die Harvest-Season verbrachten wir dort auf etwa 20.000 ha Ackerland. Ziemlicher Tapetenwechsel: Von einer zu nassen Ernte und einem einsetzenden Winter direkt ins Outback mit 40°c Außentemperatur und staubiger Trockenheit.

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2017 Australia Harvest auf 20.000ha: mein Überladewagen-Gespann im Sonnenuntergang. Foto: privat

Unsere 20-Mann/Frau-starke Truppe kam aus der ganzen Welt zusammen. Dänen, Briten, Franzosen, Thailänderinnen und sogar ein Paar aus Estland waren dabei. Rückblickend könnte ich wohl tagelang nur witzige Geschichten von dieser bunt gemischten Crew erzählen und ich bin froh, gesehen zu haben, wie am anderen Ende der Welt gewirtschaftet wird.

Dürresommer 2018

Für die Ernte 2018 verschlug es mich dann wieder auf den gleichen Betrieb nach Mecklenburg, wo ich während des kommenden Sommers 2019 auch wieder arbeiten werde. Ich finde es interessant zu sehen, wie sich ein Betrieb über mehrere Jahre entwickelt, welche Maschinen dazukommen und ob es Änderungen im Anbau oder in den genutzten Verfahren gibt.

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Der 9620RX in den wunderschönen Weiten Mecklenburgs: Eine Neuanschaffung in 2018. Foto: privat

So ergab sich mir die Möglichkeit, das extrem nasse Jahr 2017 in Sachen Ertrag, Arbeitsaufwand und ackerbaulich genutzten Verfahren direkt mit dem extrem trockenen Jahr 2018 zu vergleichen. Veränderte Bedingungen erwarteten mich: Neue Möglichkeiten und andere Prioritäten erforderten ein Umdenken bei einzelnen Arbeitsschritten. Dazu galt es den ein oder anderen „Hitzekonflikt“ im Team zu lösen … Trotz der schlechten Erträge war der Sommer 2018 für mich persönlich sehr erkenntnisreich und ich konnte wieder einige neue Freunde gewinnen.

Stand der Dinge

Im Moment vertreibe ich mir meine vorlesungsfreie Zeit hier, wo meine Wurzeln liegen. Auf dem 100-ha-Betrieb meines besten Freundes mit angeschlossener Sauenhaltung bin ich stets ein gern gesehenes Gesicht und ab und an kann ich hier durch meine Erfahrungen den ein oder anderen Denkanstoß geben und bei Bedarf alle anfallenden Arbeiten übernehmen. Auch bei einer Biogasanlage schaue ich ab und zu mal vorbei oder besuche spannende Exkursionen und Vorträge an der Universität Hohenheim.

In Zukunft habe ich das Glück, die ein oder andere Vorlesung an der Uni halten zu dürfen, um mein Praxiswissen mit anderen Studenten zu teilen und sie zu Praktika zu ermutigen. Ihr seht also ich bin ein Agrarstudent, der auf vielen Höfen und Betrieben unterwegs ist, sich so seine Praxiserfahrung einfach selbst holt und dabei noch schöne Flecken auf der Erde kennen lernt.

Ich bin mit Stolz ein Hofheld. Fragen zu allen Betrieben könnt ihr mir gerne über Hofheld oder auf meiner Instagram Seite stellen!

Bis bald,

Euer Niko

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