Niedersächsische Landjugend in Israel

Niedersachsen zu Gast in Israel

Eine kleine Gruppe der niedersächsischen Landjugend begab sich auf eine Entdeckungsreise nach Israel. Bei der Reise zwischen Tradition und Moderne lernten sie das Land mit seinen Bewohnern und Sehenswürdigkeiten kennen.

Stephanie und Lisa waren mit der NLJ in Israel.

Stephanie und Lisa waren mit der NLJ in Israel.

Die Niedersächsische Landjugend machte sich Ende April auf zu einer Reise zwischen Tradition und Moderne: am 27.04. fanden sich nach und nach die Teilnhmer aus den verschiedenen Ecken Niedersachsens in Berlin ein, um am nächsten Tag gemeinsam in Richtung Tel Aviv zu starten. Nachdem wir uns Abends mit den Spezialitäten Schawarma und Falafel kulinarisch auf die Reise eingestimmt haben und am Morgen die Sicherheitskontrolle, ausführlichen Befragungen der einzelnen Fluggäste, die wiederholte Prüfung unseres Handgepäcks hinter uns gebracht haben, betraten wir pünktlich auf die Minute das Flugzeug. Die spannende Reise konnte beginnen.

Niedersächsische Landjugend in Israel.

Mit dem Mietwagen fuhren wir zu unserer ersten Unterkunft. Foto: privat

Sonnige 30 Grad begrüßten uns in Tel Aviv und es ging mit den Mietwagen Richtung Norden zu unserer ersten Unterkunft im Kibbuz Degania Bet, direkt am See Genezareth. Dort verbrachten wir die ersten vier Nächte. Ein Kibbuz ist eine ländliche Kollektivsiedlung mit gemeinsamen Eigentum und basisdemokratischen Strukturen. Geprägt ist diese Lebensform von der Idee einer genossenschaftlichen Siedlung gleichberechtigter Mitglieder, in der es kein Privateigentum gibt und das Leben kollektiv organisiert wird. Trotz der vielen Vorteile, streben die jungen Leute nach dem Wehrdienst ein Leben außerhalb eines Kibbuz an.

Niedersächsische Landjugend im Gespräch mit einem Bewohner des Kibbuz.

Ein Bewohner des Kibbuz beantwortete uns alle Fragen. Foto: privat

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Norden und umrundeten im Laufe des Tages den See Genezareth. Wir besuchten den Berg der Seligpreisungen am Nordrand des Sees, das Dorf Kapernaum, einst ein Fischerdorf und Wohnort von Jesus Christus in Galiläa, und den Berg Bental in den Golanhöhen. Dieser liegt direkt am Grenzgebiet zu Syrien liegt und offenbart einen wirklich beeindruckenden Blick nach Syrien. Dank der stationierten UN Soldaten erhielten wir einen Einblick in die Aufgaben der Soldaten in diesem Gebiet, sowie möglichen Problematiken und den genauen Grenzverlauf zwischen Israel und Syrien.

UN Soldaten und die Niedersächsische Landjugend auf dem Berg Bental

Die UN Soldaten erklärten uns ihre Aufgaben im Grenzgebiet. Foto: privat

Am folgenden Tag sind wir in die Küstenstadt Haifa gefahren und schauten uns die Bahai Gärten an. Das Weltzentrum der Bahai befindet sich auf dem Berg Karmel. In kleinen, geführten Gruppen führte der bepflanzte Weg über 700 Stufen bergab in Richtung des Schreins des Bab.

Weg vom Berg Karmel zum Schrein des Bab

Der Weg vom Berg Karmel führt hinab in Richtung des Schreins des Bab. Foto: privat

Als nächstes fuhren wir in die knapp 20 Kilometer nördlich gelegene alte Hafenstadt Akko. Diese liegt auf einer Landzunge in der Bucht von Haifa und ist von einer bis zu 150 Meter starken Festungsanlage umschlossen. Von dieser warf Napoleon der Legende nach beim Rückzug seiner Truppen seine Mütze in das Meer mit den Worten „Wer Akko erobert, erobert die Welt“. Nach einem kurzen Rundgang durch die Altstadt flanierten wir entlang des Walls bis zum Anleger der Boote. Dort drehten wir eine Runde mit dem Speed Boot. Auf dem Rückweg hielten wir an der Taufstelle Jesu: Yardenit am Jordan.

Speedbootausfahrt auf dem See Genezareth.

Speedbootausfahrt auf dem Mittelmeer bei Akko. Foto: privat

Am nächsten Tag stand dann eine Aktion mit dem Jüdischen Nationalfonds (Keren Kayemeth LeIsrael) auf dem Programm. Im Anschluss führte unser Weg nach Nazareth. Dort besuchten wir die katholische Verkündigungsbasilika, welche über dem Ort gebaut wurde, an welchem laut biblischer Überlieferungen der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria erschienen ist. In den verwinkelten Straßen um die Kirche herum, erforschten wir noch einen orientalischen Markt und weitere Sehenswürdigkeiten. Des Weiteren waren wir noch in Tel Meggido, welches der Ort ist, der in der Bibel auch als Armageddon bezeichnet wird. Der heutige Meggido National Park umfasst den historischen biblischen Hügel von Megiddo, der durch dessen universelle Bedeutung zum Weltkulturerbe erkannt wurde. Er ist am westlichen Eingang zum Jezreel Tal und damals wie heute an einer wichtigsten Straßenkreuzung.

Niedersächsische Landjugend in Nazareth

Auch ein Stopp in Tel Megido / Armageddon war teil unseres Programms. Foto: privat

Unser erstes Kibbuz haben wir am nächsten Tag verlassen, um durch das Westjordanland Richtung Süden zu unserem zweiten Kibbuz Mashabei Sadeh zu fahren. Auf dem Weg haben wir die wasserreiche Oase En Gedi im nördlichen Teil der Wüste Negev besucht. Hohe Temperaturen und strahlender Sonnenschein begleiteten uns bei dem Aufstieg und dieser wurde mit kühlenden Wasserfällen belohnt. Nach einer erfrischenden Dusche mit kühlem Bergwasser, haben wir unsere Reise zur Felsenfestung Masada fortgesetzt.

Oase En Gedi in der Wüste Negev

Auf dem Programm stand auch die wasserreiche Oase En Gedi im nördlichen Teil der Wüste Negev. Foto: privat

Der Tafelberg, welcher von Herodes zur Festung ausgebaut wurde, befindet sich am Südwestende des Toten Meers. Aufgrund der Hitze von guten 35 Grad und einem wolkenlosen Himmel, haben wir den Aufstieg gegen eine Fahrt mit der Seilbahn getauscht. Auf dem Berg hatten wir Zeit uns die Ruinen der Festung anzugucken und die beeindruckende Aussicht zu genießen. Den Rückweg bergab haben wir zu Fuß bestritten, welches bei der Hitze und praller Sonne sehr anstrengend war. Abgekühlt haben wir uns dan im Toten Meer. Der abflusslose See liegt 428 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefste Punkt der Erde. Es war eine unglaubliche Erfahrung einmal in diesem See zu baden, da man bei einem Salzgehalt von durchschnittlich 28 % tatsächlich nicht untergehen konnte, sondern ohne Mühe auf dem Wasser schwebte.

Aussicht vom Tafelberg in Israel

Auf der Felsenfestung Masada genossen wir die beeindruckende Aussicht. Foto: privat

Der folgende Tag begann mit einer Führung durch das Kibbuz. Insgesamt leben hier 170 Kibbuz Mitglieder und 500 Einwohner. Die Haupteinnahme erfolgt durch drei verschiedene Branchen: dem Tourismus mit der Vermietung von Zimmern, der Landwirtschaft und der Maschinen-Produktion. Die Fabrik ist mit 75 Prozent der Einnahmen der wichtigste Betriebszweig.

Im Anschluss an die Kibbuz-Führung fuhren wir in den Nationalpark En Avdat, welches ein Bestandteil der Wüste Zin ist. Das Wasser hat über Jahrtausende eine tiefe Schlucht in den Kalkstein geschnitten und einen Canyon geformt.

Canyon in der Wüste Zin

In der Wüste Zin ist hat das Wasser hat über Jahrtausende eine tiefe Schlucht in den Kalkstein geschnitten. Foto: privat

Am Midreshet Ben Gurion liegt das Grab von Israels erstem Ministerpräsidenten David Ben-Gurion und dessen Ehefrau Paula, von welchem man eine wunderschöne Aussicht hat. Abends schauten wir uns den Sonnenuntergang am nördlichen Kraterrand des Ramon Kraters bei Mitzpe Ramon in der Wüste Negev an, welcher der größte Erosionskrater der Welt ist.

Sonnenuntergang am Ramon Krater

Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang am nördlichen Kraterrand des Ramon Kraters. Foto: privat

Am darauffolgenden Tag ging es dann nach Jerusalem. Hier verbrachten wir einen ganzen Tag. Unsere Führung begann auf dem Ölberg, von dem eine schöne Aussicht auf die Altstadt ermöglicht wird, gefolgt von einem Besuch von Gethsemane, welches sich am Fuße des Ölbergs befindet, und anschließend einem Rundgang durch die Altstadt. Eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit neben der Grabeskirche, war der Besuch der Klagemauer. Dort stecken in den Mauerspalten unzählige große und kleine Gebetszettel. Abgeschlossen wurde der Tag mit der Fahrt nach Tel Aviv zu unserer letzten Unterkunft dieser Reise.

Ausblick vom Ölberg auf die Altstadt Jerusalems

Vom Ölberg hat man eine schöne Aussicht auf die Alstadt Jerusalems. Foto: privat

Von dort aus fuhren wir am nächsten Tag nach Mazkeret Batya, welches die Partnerstadt von Celle in Niedersachsen ist. Hier bekamen wir Eindrücke, wie die Landwirtschaft außerhalb eines Kibbuz abläuft.

Im Anschluss gingen wir in Tel Aviv in eine Synagoge, welche Bezug nach Ostfriesland hat. Dort hat uns eine ehemalige Deutsche, die noch vor der Judenverfolgung im driten Reich nach Tel Aviv flüchten konnt, den religiösen Hintergrund erklärt und erzählt, wie ein Shabbat Gottesdienst abläuft.

Samstag oder auch Shabbat hatten wir eine Stadtführung in Tel Aviv und genossen den Nachmittag am Strand bei herrlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel. Im Gegensatz zu den historisch geprägten Tagen zuvor, ist Tel Aviv als junge Stadt mit vielen Elementen des Bauhausstils architektonisch sehr interessant. In einem Strandlokal ließen wir den letzten Abend zusammen in Tel Aviv ausklingen.

Niedersächsische Landjugend im Strandlokal in Tel Aviv

In einem Strandlokal ließen wir den letzten Abend zusammen in Tel Aviv ausklingen. Foto: privat

Am letzten Tag stand uns die Zeit bis zum Abflug zur freien Verfügung und wir besuchten abschließend auf eigene Faust den Carmel Markt in Tel Aviv, welches ein großer und typischer einheimischer Markt ist.

Gewürze auf dem Markt in Tel Aviv

Auf dem Markt hatten wir die Auswahl zwischen zahlreichen Geüwrzen. Foto: privat

Nachmittags ging es zum Flughafen und wieder zurück nach Deutschland. Spannende Tage mit vielen Eindrücken und vielseitigen Einblicken in ein facettenreiches Land liegen hinter uns. Wir hatten die Chance viele interessante Leute innerhalb der Gruppe, bei den Stationen oder abends beim Kickern im Hostel kennen zu lernen. Unser Dank gilt unseren Fahrern, die sich bei der wilden Fahrweise der anderen Autofahrer behauptet und uns immer sicher ans Ziel gebracht haben. Dank der optimalen Organisation der ganzen Reis hatten wir grandiose Tage und ich denke in einer Sache sind wir uns alle einig: Wir würden sofort wieder zurück nach Israel reisen und freuen uns schon auf die nächste Exkursion mit der Niedersächsischen Landjugend.

Eure Stephanie und Lisa

Natürlich stand außer Sightseeing bei der Reise der NLJ nach Israel auch die Landwirtschaft auf dem Programm. Mehr darüber erfährst Du hier.

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