Nichts riskieren: Feuer auf dem Feld

Die letzte Ernte mit der extremen Trockenheit hat es wieder gezeigt: Mähdreschen kann brandgefährlich sein! Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich aber mancher Brand vermeiden.  

Feuer! Besonders beim Mähdrusch und beim Strohpressen kommt es häufiger zu Bränden. Aber mit der richtigen Wartung lassen sich viele Brände vermeiden. Sind dann noch die richtigen Feuerlöscher auf der Maschine, lassen sich Entstehungsbrände schnell löschen, ohne dass ein größerer Schaden entsteht.

Das A und O für eine feuerfreie Ernte ist der Vorerntecheck. Den übernehmen die Fachbetriebe besonders in den Wintermonaten gerne und zu günstigen Preisen, um die Werkstatt auszulasten. Steht Ihr bereits kurz vor der Ernte, könnt Ihr ihn auch selbst machen. Grundvoraussetzung ist eine saubere Maschine. Die beste Zeit für die Grundreinigung ist jedoch kurz nach der Ernte, bevor die Maschine in der Halle geparkt wird.

Ein Mähdrescher und ein Trecker stehen in Flammen – mit einfacher Sorgfalt kann das verhindert werden. Quellen: limango

Gründliche Reinigung

Viele Betriebe blasen ihre Mähdrescher mit einem Baukompressor aus; der hat viel Luftleistung und Druck. So kann man auch entlegene Ecken im Drescher erreichen. Neben den eigentlichen Dreschorganen sollten Sie besonders auf einen sauberen Motorraum und das Abgassystem achten.

Neben dem Staub, der sich überall ablagert, sind Fette und Öle kritisch. Kleine Leckagen lassen sich kaum vermeiden und wer Lager schmiert, drückt auch Fett wieder hinaus. Dieses, in Kombination mit dem Staub vom Getreide, gibt dem Feuer Nahrung. Also weg damit!

Bei fettigem Schmutz helfen spezielle Reiniger wie Fettlöser oder Bremsenreiniger. Aber bitte nur bei einer kalten Maschine anwenden und Vorsicht walten lassen: Die meisten Fettlöser dürfen nicht ins Grundwasser gelangen. Deshalb solltet Ihr nur auf einem Waschplatz mit Ölabscheider reinigen. Wenn die Maschine sauber ist, solltet Ihr sie laufen lassen und alle Aggregate einschalten. So könnt Ihr eventuelle Leckagen an Kraftstoff- oder Hydraulikleitungen sowie defekte Lager erkennen.

Der brennende Drescher sollte wenn möglich auf einer abgeernteten Fläche abgestellt werden. Quelle: limango

Tipp: Zum Aufspüren von Lagerschäden bieten sich Infrarot-Laserthermometer an. Die günstigsten Modelle kosten nicht einmal mehr 20 Euro. Durch den Laserpointer lassen sich die Messstellen vom Boden aus gut anpeilen und heiß gelaufene Lager erkennen.

Besonders heiß gelaufene Lager sind immer wieder Auslöser für Brände. Sind diese dann noch mit einer Fett- und Staubschicht überzogen, findet das Feuer schnell Nahrung. Überprüft auch die Keil­riemenspannung und die Isolierung von stromführenden Kabeln. Auch ein Funke einer 12-oder 24-V-Anlage kann reichen, um den Mähdrescher in Brand zu setzen.

Den Motorraum im Blick haben

Besonderes Augenmerk solltet Ihr dem Motorraum schenken. Schwitzt der Motor schon etwas Öl oder ist beim Ölwechsel oder -kontrollieren etwas verschüttet worden? Entfernt das Öl, bevor sich dort Strohreste oder Staub ablagern.

Je moderner die Mähdrescher, desto aufwendiger die Motoren. Höhere Verbrennungstemperaturen und Abgaskatalysatoren sorgen für mehr Hitze. Sind dann noch Partikelfilter verbaut, die auch noch regeneriert werden müssen, ist die mögliche Brandgefahr noch größer.

Neben der Grundreinigung heißt es hier: tägliche Kontrolle und Reinigung! Dabei helfen ein Druckluftkompressor und entsprechende Anschlüsse für eine leichte Reinigung. Normalerweise sollte ein Druckluftkompressor auf dem Mähdrescher Standard sein. Fehlt der, bieten sich leistungsstarke Akkulaubbläser zur Reinigung an. Sind dann noch ausreichend Scheinwerfer verbaut, lässt sich der Mähdrescher nach dem Erntetag schnell ausblasen.

Schnell steht auch der ganze Acker mit in Brand. Quelle: limango

Vorbeugen ist besser

Auch wenn es schwer fällt: Beim Dreschen oder Strohpressen sollte ein Rauchverbot herrschen. Das gilt auch in ­geschlossenen Kabinen.

Betankt das Fahrzeug immer mit größter Sorgfalt und nie bei laufendem ­Motor. Sollte doch mal Treibstoff verschüttet werden, putzt ihn auf, damit er sich nicht an heißen Teilen entzündet.Vermeidet verschüttetes Öl, egal ob beim Ölwechsel oder beim Nachfüllen.

Gerade Spreu und Staub verbacken gerne mit dem Öl und entzünden sich leicht. ­Kontrolliert und reinigt deshalb regelmäßig. ­Leckagen, heiß gelaufene Lager und ­Verbackungen aus Öl und Staub sind die häufigsten Brandursachen.

Brandbekämpfung

Solltet Ihr einen Brand bemerken, setzt schnell einen Notruf bei der Feuerwehr unter der Rufnummer 112 ab. Bleibt so lange am Telefon, bis der Disponent in der Leitstelle alle Fragen mit ihnen geklärt hat. In der Regel fragt er, wo etwas passiert ist, was passiert ist und ob es Verletzte gibt.

Immense Schäden entstehen, wenn im Vorfeld nicht gewisse Vorkehrungen getroffen werden. Quelle: limango

Wenn möglich, fahrt den Mähdrescher auf einen Feldweg oder ein schon abgeerntetes Feld – möglichst schon gegrubbert – aber begebt Euch nicht in Gefahr. Versucht den Brand mit dem Feuerlöscher zu bekämpfen. Ein Feuerlöscher sollte nahe an der Kabine angebracht sein. Ein zweiter Löscher ist sinnvoll. Gut ist ein Mix aus ABC-Pulverlöscher und AB-Schaum- oder Wasserlöscher.

Sollte das Feld bereits brennen, ruft Kollegen, die in sicherem Abstand eine Brandschneise mit einer Scheibenegge oder einem Grubber anlegen. So könnt Ihr eventuell eine Ausbreitung auf das ganze Feld noch vermeiden. Generell gilt Eigenschutz vor Fremdschutz. Seid also nicht zu mutig! Aber wer keinen Löschversuch unternimmt, gefährdet eventuell den Versicherungsschutz.

Feuerlöscher

Zur Brandbekämpfung eignen sich ­Feuerlöscher. Ein 6-kg-Feuerlöscher sollte immer an Bord sein. Besser sind 12-kg-Löscher. ­Geeignet sind Pulver- aber auch Schaum- oder Wasserlöscher.Während die ABC-Pulverlöscher durch Erstickung, also durch den Entzug von Sauer­stoff, das Feuer bekämpfen, ist das Prinzip bei den Wasser- oder Schaumlöschern die Kühlung. Der Schaum hat zusätzlich noch eine erstickende Wirkung und hilft, den Brandherd besser zu benetzen.

Auch der richtige Feuerlöscher ist entscheidend. Quelle: limango

Sowohl Pulver- als auch Wasserlöscher sind zur Bekämpfung unterschiedlicher Arten von Entstehungsbränden geeignet. Der Wasserfeuerlöscher ist effektiver, wenn es um Entstehungsbrände im Bereich von glimmenden oder bereits brennenden Getreideablagerungen, Stroh etc. geht.

Ein Pulverlöscher greift den Brand oft nur oberflächlich an, was beispielsweise sehr effektiv bei Kabelbränden ist. Glimmende oder brennende Getreideablagerungen jedoch halten die Hitze und transportieren sie weiter unter die Oberfläche der Ablagerung, sodass sich die Wärmeenergie ausbreiten und halten kann. Der Wasserlöscher führt hier zum einen zu einer Kühlung des Brands an der Oberfläche (die sichtlich brennt), sowie zu einer Kühlung des darunterliegenden Materials und verhindert ein Wiederentzünden.

Feuerlöscher müssen alle zwei Jahre überprüft werden. Dafür gibt es spezielle Sachkundige gemäß DIN 14406-4, die Funktionsfähigkeit kontrollieren.

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