Nicht ohne meine Familie

Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit klappt nur, wenn sich die Familie ein gemeinsames Konzept erarbeitet, weiß unsere Gastbloggerin Antonia Küter.

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Unsere Gastbloggerin, Agrarstudentin und Landwirtstochter Antonia Küter.

Ist man als landwirtschaftlich interessierter Mensch regelmäßig online unterwegs oder zählt zu denen die noch Zeitschriften lesen, kommt man am Thema Öffentlichkeitsarbeit nicht vorbei. Soziale Medien machen es möglich, auch als zwischenzeitlicher Stadtmensch mindestens einmal am Tag einen Traktor zu sehen. Reportagen über Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Tore für den Verbraucher öffnen, gehören mittlerweile zum Standard landwirtschaftlicher Berichterstattung – und das ist gut so!

Denn vor allem wir, die nächste Generation an Landwirtinnen und Landwirten, müssen Öffentlichkeitsarbeit für die Branche betreiben, wollen wir zukünftig mitbestimmen, unter welchen Bedingungen wir landwirtschaftlich arbeiten. Vor knapp einem Jahr meldete ich mich für die Aktion „101001000 – Agrarscouts“ des Forum Moderne Landwirtschaft an. Dort standen 100 Landwirte für 10 Tage als sogenannte AgrarScouts auf der Grünen Woche 2016 als Dialog-Partner für die Besucher des ErlebnisBauernhofs zur Verfügung. In dieser Woche lernte ich viele motivierte Menschen kennen, die auf ihren Betrieben Öffentlichkeitsarbeit leben.

Anfang 2016 war ich als AgrarScout Dialog-Partner für die Besucher des ErlebnisBauernhofs auf der Grünen Woche. Das hat mich motiviert, mehr in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zu machen.

Anfang 2016 war ich als AgrarScout Dialog-Partner für die Besucher des ErlebnisBauernhofs auf der Grünen Woche. Das hat mich motiviert, mehr in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zu machen.

Sensibilisiert für dieses Thema begann ich darüber nach zudenken, wie ich auf dem eigenen elterlichen Betrieb Öffentlichkeitsarbeit umsetzen könnte. Ich war hochmotiviert. Schließlich hatte ich so einen Weg gefunden, unserem Ackerbaubetrieb auf eine Art zu helfen ohne physisch anwesend sein zu müssen. So bastelte ich in meiner Berliner Studentenwohnung eine schöne Webseite und Pressemitteilungen für lokale Redaktionen. Am Ende des Tages, nachdem ich meinem Vater die Webseite und die Meldungen gezeigt hatte, erkannte ich meinen Fehler. Vor lauter Eifer mit dem Verbraucher kommunizieren zu wollen, hatte ich außer acht gelassen mit meinem Vater zu reden. Bis auf die Grundidee eine Webseite zu haben, lehnte er alle meine Vorschläge ab.

Warum erzähle ich euch diese Geschichte? Wie ich, werden auch einige von euch mit der Familie oder guten Kollegen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zusammenarbeiten. In euch keimt die Idee über soziale Medien, Online oder Printmedien den Betrieb offener auszurichten? Dann redet zuerst mit eurer Familie und den Kollegen darüber, wie ihr Öffentlichkeitsarbeit betreiben wollt. Jeder hat andere Vorstellungen davon, was er mitteilen möchte und wie viel er von sich zeigen will. Das muss berücksichtigt werden, sollen die Maßnahmen erfolgreich sein.
Ich habe mich schließlich mit meinem Vater an einen Tisch gesetzt und wir haben gemeinsam überlegt, ob wir als Betrieb Öffentlichkeitsarbeit betreiben wollen, was wir uns davon erhoffen, welche Medien eingesetzt werden sollen und wer sich darum kümmert. Das hat uns geholfen, unsere Sicht auf die Dinge zu formulieren und  einen roten Faden für unsere Öffentlichkeitsarbeit zu finden.

Screenshot Kornscheune

Mit www.kornscheune.de haben wir nun eine Website, hinter der wir beide stehen.

Mein Vater und ich haben nach dem Fehlstart nochmal von vorn angefangen. Für mich ist er als selbstständiger Landwirt – er betreibt den Hof hauptberuflich alleine – das sogenannte Alleinstellungsmerkmal, der unseren Betrieb von anderen unterscheidet. Er jedoch, würde sich selbst am liebsten gar nicht fotografieren lassen. Aber Bilder oder Videos eigenen sich eben gut, um den Interessierten einen Einblick in unseren Betrieb zu geben. Gemeinsam haben wir in ausführlichen Gesprächen ein Konzept entwickelt, hinter dem wir beide stehen.

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