Ein neuer Weinberg entsteht!

Ein neuer Weinberg entsteht!

Nach 30 Jahren wird ein Weinberg neu angelegt. Mara hat dieses Jahr gleich 4 Weinberge mit neuen Reben bepflanzt. Dabei gibt es einiges zu tun.

Mara, die stellvertretende Bundesvorsitzende des BDL.

Mara, die stellvertretende Bundesvorsitzende des BDL.

Liebe Hofheld-Community,

auch wenn Corona gerade gefühlt das ganze Leben stilllegt, wissen doch wir in der Landwirtschaft, dass die Natur sich nicht um einen Virus kümmert und fleißig weiter wächst. So auch bei uns in den Weinbergen und deshalb haben wir den Grundstein für die nächste Generation gelegt – wir haben neue Reben gepflanzt!

Ein Weinberg steht im Schnitt rund 30 Jahre. Dann sind oft zu viele Stöcke kaputt, die Drahtanlage (früher noch mit Holz-Pfählen) gibt nach oder die Rebsorte ist nicht mehr so attraktiv. Dann wird nach der letzten Weinlese der Weinberg gerodet und alle Stöcke und Stickel kommen raus. Je nach Beschaffenheit des Bodens wird manchmal noch neuer Boden aufgefahren und dann wird der komplette Boden rund 1,2 Meter mit dem Bagger tief umgegraben. Die nächsten 30 Jahre haben wir diese Möglichkeit nicht mehr!

Ein neuer Weinberg entsteht!

Maras Schwester Alessa und die gesammelten Steine. Foto: privat

Je nach Weinberg kommen dann manchmal leider auch noch viele Steine zum Vorschein, welche bei uns händisch abgelesen werden (Bild mit Alessa). Oft wird dann kurz vor dem Pflanzen die Parzelle noch mit der Kreiselegge bearbeitet. Wir legen in diesem Jahr vier neue Weinberge an. Eine Parzelle können wir komplett mit der Setzmaschine anlegen, bei den anderen wird auf jeden Fall ein Teil von Hand gesetzt.

Wenn der Weinberg von Hand gesetzt wird, müssen wir zuvor noch die Position der Reben festlegen. Die Gassen sind heutzutage immer rund zwei Meter breit und zwischen den einzelnen Stöcken sind es zwischen 1,0 und 1,2 Meter. So müssen wir dann die ganze Fläche „abzielen“ und für jede Rebe den Pflanzpfahl hinstellen. Dies machen wir mit viel Schnur, welche immer wieder im rechten Winkel zu wichtigen Strecken gespannt wird (eine Wissenschaft für sich) und am Ende sind alle Pfähle gesteckt.

Ein neuer Weinberg entsteht!

Maras Papa beim Abzielen. Foto: privat

Wenn wir die Reben beim Rebveredler abgeholt haben, werden diese noch eine Nacht lang in Wasser gestellt und dann können sie in den Boden! Dazu muss an jedem Pfahl ein ordentliches Loch gegraben werden. Manche Winzer machen das von Hand, wir haben dazu eine Wasserlanze. Je Loch haben wir dieses Jahr rund 4 Liter Wasser gebraucht und dann konnte die rund 30 cm lange Reben gepflanzt werden. Stock für Stock, den Berg hoch. Hierbei lobe ich mir die Arbeitskleidung, welche man mit Kniepolstern versehen kann und danke Petrus, dass es nicht ganz so heiß war!

Das Setzen eines Weinberges von Hand ist immer körperlich sehr anstrengend, aber es macht auch richtig glücklich. Einmal je Generation hat man in jedem Weinberg die Möglichkeit, hier etwas Neues zu schaffen und z.B. eine neue Rebsorte in den Betrieb zu holen. Das ist alles wohl überlegt und so weiß man genau, für was man die viele Handarbeit hier macht. Nachdem die Reben nun im Boden sind, werden wir zeitnah Pflanzrohre zum Schutz vor Wildverbiss und als „kleines Gewächshaus“ darüber machen und Bewässerungsleitungen einlegen.

Ein neuer Weinberg entsteht!

Die Rebe ist im Boden. Foto: privat

Wenn ihr noch mehr dazu wissen wollt, schaut doch mal bei unserem Instagram-Kanal vom Weingut vorbei. Da erzähle ich euch noch viel mehr, als ich hier in einem Text beschreiben kann und wenn ihr Fragen habt, erreicht ihr mich dort auch!

Ich geh jetzt noch meine wunden Knie pflegen und wünsche euch einen schönen Abend!

Viele Grüße,

Mara

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