Landwirt und Jäger sind ein eingespieltes Team - Hannes wartet auf das Wild. Quelle: Böse

Mit Büchse zur Rapsernte

In den vergangenen Tagen hat im Landkreis Schaumburg die Rapsernte begonnen. Dieses Mal war ich nicht als Landwirt, sondern als Jäger im Feld. Warum die Jagd so wichtig ist, was die Afrikanische Schweinepest damit zu tun hat und wie neuer Lebensraum nach der Ernte für das Wild geschaffen wird, lest ihr hier.

Hallo Hofhelden,

Raps bietet dem Wild momentan gute Deckung und meist befindet sich auch während des Dreschens eine Menge im Bestand.

Hannes-Friedrich ist leidenschaftlicher Jäger und Landwirt.

Hannes-Friedrich ist leidenschaftlicher Jäger und Landwirt.

Vor allem Schwarzwild nutz die Kultur gerne. Da die Schwarzwildbejagung in Form des Ansitzes immer schwieriger wird, nutzen wir gerne die Chance und jagen es in Gesellschaft während des Erntedruschs.

Sicherheit ist hierbei oberstes Gebot. Die beerntete Fläche wird abgestellt und Schützen so platziert, dass wir sicher schießen können und niemanden gefährden. Dazu werden leichte Drückjagdböcke oder transportable Möglichkeiten als Erhöhung genutzt. Durch eine Schusshöhe von zwei bis vier Metern ist auf eine vertretbare Schussentfernung der Kugeleinschlag im Boden gegeben – niemand wird gefährdet. Zum guten Ton gehört hierbei auch Sicherheitskleidung in Form von Signalwesten und Signalmützen. Schützen müssen gesehen werden und eine aufleuchtende Person wird auch im Unterbewusstsein und im Augenwinkel wahrgenommen. Sobald die Sicherheitskriterien erfüllt sind, werden die Schützen eingewiesen und es kann losgehen. Immer im Hinterkopf – Sicherheit vor Abschuss!
Nun heißt es warten – Drescherfahrer und Schützen sind ein eingespieltes Team.

Dann macht sich das Warten bezahlt und ein Stück Schwarzwild wird von mir beschossen.

Das Warten hat sich gelohnt. Das Schwarzwild rennt aus dem Rapsbestand. Quelle: Böse

Das Warten hat sich gelohnt. Das Schwarzwild flüchtet aus dem Rapsbestand. Quelle: Böse

Ein spannender Tag in der Sonne geht also Vorüber, dieses Mal nicht als Landwirt im Feld, sondern als Jäger am Feld. Während der Rapsernte konnten wir eine Menge Schwarzwild zu Strecke bringen. Unter dem Vorwand, dass die Wildschäden hohe Ausmaße annehmen und auch die Afrikanische Schweinepest auf dem Weg zu uns ist, freue ich mich immer wieder über Schwarzwildstrecken und auf das Verarbeiten zu einem hochwertigen Lebensmittel.

Zerwirken, einlegen, marinieren, vakuumieren und zum Schluss konsumieren. Aus dem Raps auf den Grill – der Weg eines hochqualitativen Lebensmittels.

Das erlegte Wild wird mariniert und anschließend auf dem Grill zubereitet. Quelle: Böse

Das erlegte Wild wird mariniert und anschließend auf dem Grill zubereitet. Quelle: Böse

 

Frischer geht es nicht - aus dem Raps auf den Grill. Quelle: Böse

Frischer geht es nicht – aus dem Raps auf den Grill. Quelle: Böse

Was aber tun, um dem Wild trotzdem Platz zu schaffen „Unterschlupf“ zu finden, nachdem die landwirtschaftlichen Flächen geräumt wurden?
Vorrangig dient nun der Mais nach der Getreide- und Rapsernte als Deckung. Wir schaffen aber auch Wildäcker, in denen sich das Wild wohl fühlt und vor Allem Nahrung findet. Fasane finden Insekten, Rehwild Pflanzen und das Schwarzwild Mäuse, Insekten, Würmer und weitere Eiweißlieferanten. Für solche Lebensräume können wir Ökologische Vorrangsflächen aber auch Brache nutzen, um die Wildackermischungen im Frühjahr auszusäen. Zudem sieht ein Wildacker auch noch sehr gut in der Landschaft aus.

Wildäcker schaffen Rückzugsorte und Nahrungsräume für das Wild. Quelle: Böse

Wildäcker schaffen Rückzugsorte und Nahrungsräume für das Wild. Quelle: Böse

Beste Grüße, Waidmannsheil und bist zum nächsten Mal
Euer Hannes

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