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Bei der Milchpreisabsicherung an der Warenterminbörse können Landwirte zukünftige Milchprodukte zu einem festen Preis für einen vereinbarten Zeitraum festsetzen. Jana von agrarheute erklärt, wie das genau geht und was eigentlich ein Margin ist.

Kurz erklärt: Milchpreisabsicherung an der Warenterminbörse

Bei der Milchpreisabsicherung an der Warenterminbörse können Landwirte zukünftige Milchprodukte zu einem festen Preis für einen vereinbarten Zeitraum festsetzen. Jana von agrarheute erklärt, wie das genau geht und was eigentlich ein Margin ist.

Bei dem Wort Börse denkt man an Aktiengeschäfte und Spekulationen. Aber was hat das mit der Milch zu tun? Schwankende Milchpreise und wiederkehrende Marktkrisen sind eine große Herausforderung für den Milchsektor. Warenterminbörsen sollen deshalb helfen, die Auszahlungspreise für Milch abzusichern.

Doch anders als der Begriff vermuten lässt, wechseln an einer Warenterminbörse keine Waren den Besitzer. Stattdessen werden dort standardisierte Verträge, sogenannte Kontrakte gehandelt. So können Landwirte an der Warenterminbörse in Leipzig, der EEX (European Energy Exchange AG), unter anderem Butter, Magermilch- und Molkenpulver mit einer Kontraktgröße von 5 t handeln. Seit August 2018 ist dies auch mit Flüssigmilch möglich. Der Kontrakt umfasst dabei 25.000 kg.

Generell sind die Verträge 18 Monate im Voraus handelbar, derzeit also bis November 2020. Das Prinzip: Bei der Milchpreisabsicherung können Landwirte zukünftige Milchprodukte zu einem festen Preis für einen vereinbarten Zeitraum festsetzen. In dieser Zeit wird die Milch aber weiterhin an die Molkerei geliefert.

Schwankende Milchpreise und wiederkehrende Marktkrisen sind eine große Herausforderung für den Milchsektor. Quelle: Adobe Stock

Margin gewährleistet die vertraglichen Verpflichtungen

Doch einfach selbst am Terminmarkt tätig werden, funktioniert leider nicht; dazu braucht es Unterstützung. Dies geschieht mithilfe eines Börsenmaklers. Mit seiner Hilfe wird bei der zentralen Abrechnungsstelle, der Clearingstelle, ein Konto eingerichtet. Dort wird vom Landwirt eine Sicherheitsleistung hinterlegt. Dieser auch Margin genannte Vorschuss soll das Einhalten der eingegangenen, vertraglichen Verpflichtungen gewährleisten. Die Höhe der Sicherheitsleistung ist für jeden Kontrakt unterschiedlich und hängt von den Preisausschlägen und dem Kontraktwert ab.

Ist dies geklärt, wickelt die Clearingstelle für jeden Börsenteilnehmer die Gewinne und Verluste am Ende eines jeden Handelstags ab. Die Kontrakte sind dabei genau in Menge, Qualität und Lieferort definiert. Nur der Preis wird an der Börse ausgehandelt. Käufer und Verkäufer kennen sich bei Vertragsabschluss nicht.

Flüssigmilchkontrakt ist prinzipiell die bessere Alternative

Um beispielsweise den Milchpreis über Butter und Magermilchpulver absichern, muss ein Landwirt zwei Kontrakte Magermilchpulver und einen Kontrakt Butter verkaufen. Das entspricht 100.000 kg Rohmilch. Aufgrund der hohen Milchmenge ist der Flüssigmilchkontrakt prinzipiell die bessere Alternative.

Allerdings finden an der Börse noch zu wenige Umsätze statt. Fallen die Kontraktpreise, macht der Landwirt an der Börse Gewinn. Steigen die Preise, macht er hingegen Verluste. Dafür steigen aber in der Regel die Milcherzeugerpreise bei seiner Molkerei. Am Ende leitet sich aus dem Handel von Magermilchpulver und Butter der Börsenrohstoffwert ab.

Dieser Beitrag ist zuerst bei agrarheute erschienen. Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Juliausgabe von agrarheute.

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