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Um keine Ferkel mehr versetzen zu müssen, hat Johannes Lax die Lax Milk Bar entwickelt. Damit kann er die Ferkel in der Abferkelbucht mit zusätzlicher Milch versorgen. Welche Vorteile das bringt, liest Du hier.

Milchbar – Ferkel einfach in Bucht zufüttern

Um keine Ferkel mehr versetzen zu müssen, hat Johannes Lax die Lax Milk Bar entwickelt. Damit kann er die Ferkel in der Abferkelbucht mit zusätzlicher Milch versorgen. Welche Vorteile das bringt, liest Du hier.

Originalbeitrag von Martina Hungerkamp, agrarheute.

Unser Ziel ist es, dass unsere Sauen alle ihre Ferkel selbst großziehen können“, sagt Johannes Lax. Der 29-jährige Landwirt aus Geldern (Nordrhein-Westfalen) steckt voller Erfindergeist. Wenn ihm etwas nicht passt, dann sucht er nach einer Lösung – aus der Praxis für die Praxis.

„Angefangen hat alles mit der Disco-Box, unserem Ammensystem für Ferkel. Sie kann als lebensrettende Maßnahme für früh- oder untergewichtig abgesetzte Ferkel einsetzt werden“, erklärt der Tüftler. Aber noch besser sei es ja, die Ferkel nicht von der Sau trennen zu müssen. Deshalb hat der Junglandwirt und -unternehmer zusammen mit seinem jüngeren Bruder Martin (24) vor rund einem Jahr die Lax Milk Bar entwickelt.

Um keine Ferkel mehr versetzen zu müssen, hat Johannes Lax die Lax Milk Bar entwickelt. Damit kann er die Ferkel in der Abferkelbucht mit zusätzlicher Milch versorgen. Welche Vorteile das bringt, liest Du hier.

Die Milk Bar kann einfach auf die Buchtentrennwand gesetzt werden. Foto: privat

Lösung ausgetüftelt

Das System ist sehr einfach aufgebaut:
Die Lax Milk Bar kann auf die Buchtentrennwand zwischen zwei Abferkelboxen oder an die Stallwand montiert werden, um zwei nebeneinanderliegende Würfe zusätzlich mit Ferkelmilch zu versorgen. Sie besteht aus einem großen Eimer mit Deckel, der 20 l Fassungsvermögen besitzt. Der Eimer ist mit einer Dosiervorrichtung verbunden. Über zwei Kunststoffleitungen, die in der Abferkelbucht an handelsübliche Futterschalen angeschlossen werden, wird die Milch ausdosiert. Theoretisch sei es auch möglich, ein Rührwerk zu installieren, aber Johannes Lax hält das nicht für nötig. „Es darf nicht kompliziert werden.“ Zur Inbetriebnahme sind zusätzlich nur ein Stromanschluss und die Ferkelmilch nötig.

Die Milk Bar ist so vorprogrammiert, dass sie jede Stunde automatisch eine stufenlos einstellbare Menge Milch in zwei Buchten ausdosiert. Dank eines Absperrhahns kann auch nur eine Bucht versorgt werden. Als Landwirt muss man die Milk Bar nur zweimal täglich mit frisch angerührter Ferkelmilch befüllen. Diese wird dann gleichmäßig über den ganzen Tag verteilt ausdosiert. Das System verfügt außerdem über ein kurzes Reinigungsprogramm, mit dem der Milchvorratseimer und die Leitungen gespült werden. Zur gründlichen Reinigung oder beim Umbau legt der Landwirt einen Absperrhahn unterhalb des Eimers um. Anschließend lässt sich der Eimer entfernen.

Den größten Vorteil seines Systems sieht Johannes Lax darin, dass rund 40 Ferkel gleichzeitig und unkompliziert den ganzen Tag über zusätzliche Milch erhalten. „Dank der automatischen stündlichen Dosierung ist die Versorgung sehr auf die Physiologie der Ferkel angepasst und dient gleichzeitig der Sauganimation“, erklärt der Tüftler.

Im Vergleich zu anderen, aufwendigen Lösungen ist die Lax Milk Bar flexibel und lässt sich nur bei Bedarf einsetzen. Dem¬entsprechend sei sie gerade für kleinere Betriebe eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, die Versorgung großer Würfe zu gewährleisten und Saugferkeln zusätzliche Milch anzubieten. Denn die üblichen Systeme am Markt seien doch sehr investitionsintensiv.

Um keine Ferkel mehr versetzen zu müssen, hat Johannes Lax die Lax Milk Bar entwickelt. Damit kann er die Ferkel in der Abferkelbucht mit zusätzlicher Milch versorgen. Welche Vorteile das bringt, liest Du hier.

Die Lax Milk Bar ist flexibel. Foto: privat

Kostengünstig und Flexibel

Johannes Lax sagt: „Dank des Systems muss ich keine Ferkel von der Muttersau trennen. Alle haben also die Chance, die besonders wertvolle Muttermilch aufzunehmen.“ Dadurch, dass keine Ferkel mehr versetzt werden müssten, spare er insgesamt Arbeitszeit und benötige keine Ammensauen mehr – ganz abgesehen von dem Vorteil im Hinblick auf eine mögliche Keimverschleppung und die Tiergesundheit.

Johannes Lax hat sein System bewusst einfach gehalten. „So kann weniger Technik oder Elektronik kaputt gehen und ich kann es neuen Mitarbeitern leicht erklären.“ Eine Einheit kostet rund 550 Euro und ist über den GFS-Shop zu erwerben. „Jeder kann für seinen Betrieb gut erst mal ein System testen und schauen, ob es eine sinnvolle Ergänzung ist“, meint der junge Landwirt.

Passende Milch

Zusätzlich bietet der Jungunternehmer die von ihm selbst konzipierte Ferkelmilch Lax Piggy Gold an. „Wir steigern die Menge der Milch mit zunehmendem Alter der Ferkel bis zum 14. Lebenstag.“ Danach bekommen sie bis zum Absetzen dieselbe Menge Milch. So sollen die Ferkel lernen, zusätzlich den Prestarter zu fressen, um optimal auf das Absetzen und die erste Phase im Flatdeck vorbereitet zu sein.

Pro aufgezogenem Wurf und bei mindestens 21 Tagen Säugezeit benötigt Johannes Lax etwa 25 bis 30 kg der angerührten Ferkelmilch. Obwohl Milch zugefüttert wird, hat Johannes Lax in Praxistests im eigenen Betrieb die Erfahrung gesammelt, dass die Sauen aufgrund der hohen Ferkelzahl insgesamt auch mehr Milch geben. „Wir merken, dass die Sauen etwas mehr absäugen, aber nicht übermäßig. Außerdem fressen sie rund 10 Prozent mehr, verglichen mit Sauen, die die üblichen rund 14 Ferkel aufziehen.“

Wichtig sei, die Sauen sorgfältig zu selektieren. „Sie brauchen mindestens 15 Zitzen.“ Ziel ist es, an einer Sau 20 oder sogar mehr Ferkel aufziehen zu können – wenn der Wurf so groß ist. „Zusätzliche Ammensauen oder technische Systeme benötigen wir gar nicht mehr“, sagt Johannes Lax. Die Disco Box habe auch gut funktioniert, aber eine komplett mutterlose Aufzucht sei zurecht in Hinblick auf das Tierwohl nicht mehr zeitgemäß.

Um keine Ferkel mehr versetzen zu müssen, hat Johannes Lax die Lax Milk Bar entwickelt. Damit kann er die Ferkel in der Abferkelbucht mit zusätzlicher Milch versorgen. Welche Vorteile das bringt, liest Du hier.

Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Martin baut Johannes Lax das Familienunternehmen weiter aus. Foto: privat

Unternehmen vergrößert

Ihr Kerngeschäft, die Schweinehaltung, wollen die Brüder Johannes und Martin Lax nicht aufgeben. Im Gegenteil: Über kurz oder lang soll die Sauenherde weiter aufgestockt werden. Aber das Geschäft mit der Milk Bar läuft gut an. Inzwischen haben sie ihr Ziel für dieses Jahr erreicht und 100 Systeme verkauft.

So konnte auch Sarah, die Frau von Johannes Lax, komplett ins Familienunternehmen einsteigen. Sie baut die Lax Milk Bar zusammen, kümmert sich um die Kundenbetreuung und die Buchhaltung. „Wir sind 2015 in das Geschäft mit Milchpulver eingestiegen. Auch das klappt überraschend gut“, sagt Sarah Lax.

Die eigene Ferkelmilch hat der Junglandwirt entwickelt, weil er mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der angebotenen Produkte nicht zufrieden war. Futter ist für ihn eine wichtige Stellschraube. Deshalb wird auf dem Betrieb Lax das komplette Futter, soweit es geht, selbst angebaut.

Kostenbewusst agiert Familie Lax auch bei der Nutzung der vorhandenen Altgebäude. „Wir basteln und frickeln gerne und sind uns nicht zu schade, alte Gebäude weiter zu nutzen. Es muss nicht immer auf der grünen Wiese komplett neu gebaut werden“, betont der Tüftler Johannes Lax.

Weitere spannenden Beiträge aus den Bereichen Pflanze, Technik, Politik, Managament, Markt und Land und Leben der Novemberausgabe findest du in der akuellen Ausgabe der agrarheute.

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