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Wer seine Kälber von Beginn an richtig tränkt und füttert, programmiert gewissermaßen ihren Stoffwechsel. Wir erklären, wie das genau funktioniert und was Du in der Kälberaufzucht beachten solltest.

Kurz erklärt: Metabolische Programmierung

Wer seine Kälber von Beginn an richtig tränkt und füttert, programmiert gewissermaßen ihren Stoffwechsel. Wir erklären, wie das genau funktioniert und was Du in der Kälberaufzucht beachten solltest.

Originalbeitrag von Jana Dahlke, agrarheute.

Bei Programmierung denkt man wohl nicht gleich an etwas Lebendiges, eher an Software oder an intelligente, aber zugleich sonderliche Computerspezialisten. Zusammen mit metabolisch scheint es ein ganz seltsamer Begriff zu sein, ein Zwitter aus toter Technik und Biologie. Doch was verbirgt sich hinter der metabolischen Programmierung? Und was hat das mit der Kälberaufzucht zu tun?

Die überraschende Parallele zwischen Kalb und Computer ist da. Schon die erste Gabe des Kolostrums kurz nach der Geburt stellt die Weichen für das ganze Leben des Tiers. Es wird gewissermaßen in seinem Stoffwechsel programmiert. Die Anpassung daran bleibt lebenslang bestehen. Auch nach Wegfall des Ernährungsreizes ist sie weiterhin vorhanden.

Lebenslange Auswirkungen

Die Programmierung des Stoffwechsels kurz nach der Geburt hat somit lebenslange Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wachstum. Neben der Leistungsbereitschaft beeinflusst es auch die Abwehrkräfte gegen spätere Erkrankungen wie Atemwegserkrankungen.

Die Menge und Qualität der Biestmilch in den ersten Lebensstunden entscheidet darüber, wie sich das Jungtier entwickelt. Dabei sollte das Kalb so viel Biestmilch wie möglich aufnehmen; einige saufen bis zu 4 l. Ist das nicht der Fall, muss innerhalb der ersten 4 bis 6 Stunden ein weiteres Mal gefüttert werden.

Wer seine Kälber von Beginn an richtig tränkt und füttert, programmiert gewissermaßen ihren Stoffwechsel. Wir erklären, wie das genau funktioniert und was Du in der Kälberaufzucht beachten solltest.

Bei der Kälberaufzucht gilt es einiges zu beachten. Foto: imago

Der Zusammenhang ist belegbar: Kälber, die mehr als 3 l Biestmilch in den ersten 3 Stunden erhalten, entwickeln sich eher zu Hochleistungstieren als solche, die nur wenig Kolostrum auf­nehmen. Aber die metabolische Programmierung ist mit der Biestmilch nicht abgeschlossen. Während der ersten fünf Lebenstage füttert man das Kalb mit Vollmilch von der Mutter. Danach kann bis etwa zum 56. Lebenstag auf Vollmilchtränke oder Milchaustauscher umgestellt werden. Hierbei gilt es, auf die Qualität zu achten: Der Magermilchpulveranteil sollte über 45 Prozent liegen. Und bis zum Ende der Tränkeperiode immer ausreichend Wasser anbieten.

Ration je nach Kondition der Tiere

Das Abtränken der Jungtiere sollte frühestens ab der achten Woche erfolgen. Hierfür ist vorbereitend die Tränkemenge über sechs bis sieben Wochen von 10 l auf 2 l zu reduzieren. Heu und Kälbertrocken-TMR, ein Kraftfuttergemisch mit sehr kurzem Heu oder Stroh, sollten die Tiere bis zum Ende der Tränkeperiode erhalten. Danach kann auf die TMR der Kühe umgestellt werden.

Die Umstellung der Ration richtet sich nach der Kondition der Tiere. Daher solltest Du bis zum sechsten Lebensmonat auf hohe Energiekonzentrationen in der Ration setzen. Danach die Ration der Trockensteher füttern. Aber auch der Stress wirkt sich nachteilig auf die Kälberentwicklung aus — eine Art negative Programmierung. Daher ist jedem Kälberhalter zu empfehlen, bei einer Futterumstellung nicht auch noch einen Gruppenwechsel durchzuführen.

Weitere spannende Beiträge aus den Bereichen Pflanze, Technik, Politik, Managament, Markt liest du in der Septemberausgabe von agrarheute.

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Beitragsbild: imago

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