Immer mehr Pflanzenschutzmittel verschwinden vom Markt und Neuzulassungen rücken kaum nach. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es für einen Ackerbau ohne Herbizide gibt.

Mit Terminator und Chameleon gegen Unkraut

Immer mehr Pflanzenschutzmittel verschwinden vom Markt und Neuzulassungen rücken kaum nach. Diese Möglichkeiten gibt es für einen Ackerbau ohne Herbizide.

Originalbeitrag von Maximilian Ruhl für agrarheute.

Noch drei Jahre – dann endet nach dem derzeitigen Willen der Politik die Zulassung von Glyphosat, ohne eine chemische Alternative. Auch andere Pflanzenschutzmittel verschwinden vom Markt und Neuzulassungen rücken kaum nach. Viele Landwirte haben bereits reagiert und in den letzten Jahren verstärkt auf eine ausgeklügelte Bodenbearbeitung gesetzt.

Mechanik statt Chemie ist der Trend. Insbesondere flach arbeitende Maschinen liegen im Fokus des technischen Fortschritts. Sie haben ein breites Einsatzfeld vom Stoppelsturz über die Einarbeitung von Zwischenfrüchten bis hin zur Anlage eines Saatbetts – das Ganze selbstverständlich mit hoher Schlagkraft. Aber auch in anderen Bereichen hat sich viel getan und so stehen für verschiedenste ackerbauliche Probleme ganzjährig Lösungen parat.

Kurzscheibeneggen

Wenn das Getreide vom Feld ist, müssen die Weichen für die Folgekultur gestellt werden. Damit Ausfallgetreide und Unkrautsamen zügig und möglichst vollständig auflaufen gilt es, die Kapillaren zu brechen. So schützt Du die Restfeuchte im Boden vor dem Verdunsten. Dafür sollte der Stoppelsturz aber so flach wie möglich sein, trotzdem sollen Boden und Ernterückstände auch gut miteinander vermischt werden. Verstopfungen sind dabei zu vermeiden. Das Mittel der Wahl sind hier Kurzscheibeneggen. Für mehr Durchgang oder eine bessere Krümelung durch zusätzliche Zinken bieten nun immer mehr Hersteller auch Varianten mit einer höheren Ballkenzahl an.

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Die sechsfach angeordneten Zinken sorgen beim Allrounder flatline von Köckerling für eine bessere Krümelung. Foto: Werkbild

Kökerling ordnet seine Zinken auf dem neuen aufgesattelten Allrounder flatline sechsfach an. Systembedingt stehen die Zinken aus Federstahl nicht fest im Boden, sondern vibrieren. Das ist positiv für die Krümelung und dient der Überlastsicherung. Wechseln auf dem Betrieb leichte und schwere Böden, weichen sie unterschiedlich weit nach hinten aus und die Schare stehen stärker auf der Spitze –  ein nicht zu unterschätzender Nachteil.

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Intensiv und flach arbeitet der Koralin von Lemken mit Scheiben und Zinken. Foto: Werkbild

Ein Kombigerät zur flachen Bearbeitung bietet Lemken mit dem Koralin. Eine Kurzscheibenegge in der Front zerschneidet Rückstände und arbeitet sie ein. Ihr folgt ein Zinkenfeld im Heck. Es ist mit Spiralfedern gegen Überlast gesichert. So sitzen die breiten Schare fest im Boden und schneiden restliche Unkräuter ab.

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Parallelogramme sorgen bei Lagrot für die exakte Tiefe. Foto: Werkbild

Striegel

Nach einer tieferen Grundbodenbearbeitung sind die aufgelaufenen Pflanzen und die Ernterückstände mit dem Oberboden vermischt und die Saat kann erfolgen. Eine gute Rückverfestigung sorgt für ein gleichmäßiges Auflaufen des Bestands. Das ist wichtig, wenn unerwünschte Beipflanzen mechanisch bekämpft werden sollen. So kann blindgestriegelt werden, bevor die Hauptkultur auf dem Acker keimt und beschädigt wird.

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Striegel mit Zugfedern, wie hier bei APV, können auch in Dammkulturen eingesetzt werden. Foto: Werkbild

Neben den klassischen Spiralfederzinken, deren Druck über den Anstellwinkel eingestellt wird, setzen immer mehr Firmen auf Striegel mit Zugfedern. Bei diesem System hat jeder Zinken, egal wie weit er ausgelenkt wird, den nahezu gleichen Druck. Somit kann die Arbeitstiefe besser gehalten werden. Auch das Striegeln in Dammkulturen wie Kartoffeln ist so möglich. APV hat hier zum Beispiel eine eigene mechanische Lösung entwickelt.

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Neben den Pneumatik-Zylindern ist bei Hatzenbichler die Verstellung des Arbeitswinkelns eine Besonderheit. Foto: Werkbild

Eine Sonderstellung nimmt Hatzenbichler ein, dort spannt man die Zinken mit Druckluft vor.

Hacken

Alternativ zum Striegeln lassen sich Begleitpflanzen durch Hacken entfernen. In Mais, Rüben und Sonderkulturen sorgen GPS- oder kamerageführte Hackmaschinen mit Verschieberahmen auch bei hohen ­Geschwindigkeiten dafür, dass den Pflanzen die Schare nicht zu nahekommen. Als Alternative zum chemischen Pflanzenschutz hält diese Technik derzeit auch im Getreide verstärkt Einzug. Hierfür müssen die Reihenabstände ausreichend breit sein, um die Schare der Hacke zwischen den Reihen zu führen.

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Viele Hacken, wie der Transformer VT von Horsch, bieten auch Section Control. Foto: Werkbild

Bei der Aussaat schließt beispielsweise Horsch jeden zweiten Ausgang seiner Standard-Sämaschinen, um Platz für die neu entwickelte Transformer-VF-Hacke zu haben.

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Monosem bietet auch für die Getreidesaat Lösungen. Foto: Werkbild

Mit der Einzelkornsätechnik platziert Monosem 80 Hybridweizensamen pro Quadratmeter bei 25 cm Reihenweite.

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Das Cameleon von Gothia: Säen, Hacken und Düngen in einer Maschine. Foto: Werkbild

Eine Sä- und Hackmaschine für eine Vielzahl an Kulturen und Abständen vereint der skandinavische Hersteller Gothia mit Cameleon in nur einem Gerät. Nach dem Drillen wird die komplette Säschiene zum Hacken seitlich verschoben und bei Bedarf kann nun mithilfe der zwischen den Pflanzenreihen laufenden Säzinken Dünger eingearbeitet werden.

Innovative Ideen

Wenn Maßnahmen bei der Unkrautbekämpfung ausfallen oder nicht erfolgreich sind, kann das nur schwer korrigiert werden, aber auch hier hat sich einiges getan, um beispielsweise zu einem späten Zeitpunkt noch effektiv eingreifen zu können oder generell das Potenzial neuer Unkrautsamen zu minimieren.

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Der Messerabstand lässt sich beim CombCut an den Bestand anpassen. Foto: Werkbild

Um beispielsweise Disteln oder andere feste, stielige Pflanzen nicht mit der Hand entfernen zu müssen, können sie mit dem CombCut von Lyckegrad abgeschnitten werden.

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Alles, was abgeschnitten wird, landet beim Top Cut Collect von Zürn im Bunker. Foto: Werkbild

Kommt es kurz vor der Ernte zu starken Durchwüchsen von Beipflanzen, ist es sinnvoll, diese gemeinsam mit ihren oft schon ausgebildeten Samen vom Acker zu entfernen. Zürn bietet für diesen Zweck den Top Cut Collect an. Ein über dem Bestand geführter Mähbalken schneidet alle Pflanzen ab und sammelt sie in einem separaten Bunker, der am Feldrand entleert werden kann.

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Der Seed Terminator von Zürn mahlt die Überkehr vor dem Verteilen. Foto: Werkbild

Am Mähdrescherheck werden ausgedroschene Unkrautsamen zusammen mit Spreu und Schmachtkörnen breitflächig auf dem Feld verteilt. Die Hammermühle Seed Terminator, die Zürn für viele Mähdreschermodelle anbietet, nimmt die gesamte Siebüberkehr auf und vermahlt die Samen, bevor sie auf der Ackerfläche verteilt werden.

Den gesamten Beitrag sowie weitere spannenden Beiträge aus den Bereichen Pflanze, Technik, Politik, Managament, Markt und Land und Leben findest Du in der aktuellen Ausgabe der agrarheute.

Cover-agrarheute-März-2020

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