In ihrem letzten Beitrag hat Dir Christiane einen Blogbeitrag über das Maishäckseln als Vorführfahrerein versprochen. Sie löst dieses Versprechen hier ein und berichtet, wie sie vom Maisfieber infiziert wurde.

Christiane im absoluten Maisfieber

Früher konnte Christiane „dieses Maisfieber“ nie nachvollziehen. Seitdem sie als Vorführfahrerin Herrin über einen John Deere-Häcksler war, hat sich das geändert. Von ihren Erlebnissen mit ihrem 9600i berichtet sie hier.

Ackerbäuerin Christiane aus Rheinland-Pfalz.

Ackerbäuerin Christiane aus Rheinland-Pfalz.

Servus liebe Hofhelden,

einige von Euch werden es sicherlich auf den sozialen Medien schon mitverfolgt haben, dass ich nun seit ungefähr einem Monat wieder in meiner geliebten Heimat, der Pfalz, angelangt bin und den wilden
Osten verlassen habe. Um ehrlich zu sein vermisse ich die Zeit und die verrückten Menschen dort schon ein wenig. Aber was ich am allermeisten vermisse, ist das Arbeiten mit den Großmaschinen, besonders mit dem Maishäcksler. Und wenn wir gerade schon bei dem Thema sind … ich habe es nicht vergessen und Euch in meinem letzten Beitrag schon verraten, um welches emotionales Thema sich dieser Beitrag drehen wird, nämlich um das Maishäckseln und sein sehr ansteckendes Fieber 🙂

Alles begann mit dem Häckslerlehrgang, den ich am 02.09. bei einem Lohnunternehmen in der Nähe von Göttingen absolvierte. Ab diesem Zeitpunkt an führte ich nicht nur Großtraktoren der Marke John Deere vor, sondern nun auch endlich Häcksler dieser Marke. Für mich begann ab diesem Zeitpunkt eine meiner spannendsten und aufregendsten Tage meines Lebens, da es für mich alles sehr neu war und ich zuvor noch nie einen Häcksler gefahren bin. Ich war so sehr aufgeregt, dass ich nächtelang wach lag und mir lieber Häcksler-Videos und Berichte anschaute. Demnach könnt ihr euch sicherlich vorstellen, wie sehr ich auf meinen ersten Tag als Häckslervorführfahrerin hingefiebert habe.

Der John Deere 9600i auf abgeerntetem Maisfeld. Foto: Christiane Fuchs

Und als es schließlich dann soweit war, packte mich der Ernst des Lebens und ich wurde plötzlich ziemlich nervös, was eigentlich gar nicht zu mir passt. Meine erste Aufgabe bestand nämlich darin, den Häcksler von Barbis nach Kölleda zu befördern. Die Strecke umfasste ca. 110km und war mit vielen Gefahrenstellen wie Baustellen, engen Straßen und viel Feierabendverkehr verbunden. Und da der Häcksler nur 40 km/h fahren kann, war ich dementsprechend auch über 3 Stunden unterwegs.

Am darauffolgenden Tag durfte ich den John Deere Häcksler (9600i) dann in Pfiffelbach zum ersten Mal
einer Agrargesellschaft vorführen. Der Tag verlief problemlos und auch das Team konnte zufrieden
gestellt werden. Das Highlight des Tages kam jedoch noch …

Häckslervorführung in Pfiffelbach. Foto: Christiane Fuchs

Ich lernte während dem Häckseln nämlich noch den schönsten Häckslerfahrer des Ostens kennen, der
noch ein paar Tipps für mich parat hatte. Und nein, nicht ich gab ihm den Namen, sondern er selbst und
die anderen des Teams :). Kurz vor Sonnenuntergang beendeten wir dann die Vorführung, damit wir den
Häcksler noch etwas sauber machen und vor allem auch noch tanken konnten, bevor die Nacht einbrach.

Mein nächster Kunde, der in der Nähe von Querfuhrt seinen Betriebsstandort hat, wartete auch schon geduldig auf die 625 PS-starke Maschine von John Deere. Bei der Einweisung in die Maschine war sogar mein Chef anwesend, der sich selbst ein Bild der Vorführung machen wollte. Nachdem der Häcksler-Fahrer des vorzuführenden Betriebs seine Einweisung erhalten hatte, ging die Maisparty los und ich übernahm das Steuer eines Case IH mit zwei HW 80 Anhängern. Hmmmm … ja, Ihr habt richtig gehört: Case.

Christiane schlüpft in die Rolle als Maiskutscherin. Foto: Christiane Fuchs

Eigentlich bin ich als Vorführfahrerin bei einem John Deere Händler angestellt, aber hier machte ich nunmal eine Ausnahme, da ich sonst nur zugeschaut und eine Zugmaschine, die dem Maistransport diente, gestanden hätte. In der Ernte ist man nämlich auf jede helfende Hand angewiesen und gerade in den trockenen Jahren ist es wichtig, dass der Mais ziemlich schnell vom Feld kommt, da er umknicken kann und es im schlimmsten Fall zu Ernteausfällen führen kann. Nicht nur ich hatte an diesem Tag meinen Spaß, sondern auch mein Chef und der Häcksler-Fahrer, die sich tadellos über mich und meine neue Tätigkeit als Case-Fahrerin amüsierten.

So langsam bemerkte ich auch, dass das Mais häckseln und abfahren eine richtig emotionale Angelegenheit für die Betriebsangehörigen sowie auch für mich wurde. Zuvor hätte ich niemals gedacht, dass es mich einmal so sehr packen könnte und dass es mir so viel Spaß bereitet. Morgens mit der Sonne das Häckseln beginnen und abends mit dem Sonnenuntergang wieder aufhören. Für mich war es das schönste Gefühl überhaupt und ich konnte nun endlich nachvollziehen warum es „Maisfieber“ genannt wird und für viele wie eine 5. Jahreszeit ist.

Häckseln von früh bis spät: Christiane hat das Maisfieber voll erwischt. Foto: Christiane Fuchs

Am Ende meiner Zeit als Vorführfahrerin sollte ich dann noch eine Königsdisziplin mit dem 9600i meistern, die es gewaltig in sich hatte. Es war kein normaler Maisbestand zu häckseln, sondern ein Versuchsfeld des Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgutes. Das Versuchsfeld bestand aus insgesamt 20 Parzellen, die jeweils eine Breite von 12 Metern aufwiesen. Diese Parzellenbreite stellte schon ein erstes Problem dar, da der 9600i einen Kemper 475 plus (10 Reiher) als Vorsatz hatte und somit auch eine Arbeitsbreite von 7,50 m aufwies. Mithilfe des GPS- Systems konnte dieses Problem jedoch gelöst werden, da wir die Arbeitsbreite auf 6m reduzierten und somit konnten wir genauestens arbeiten und
die Parzellen der jeweiligen Versuchssorte vermischten sich nicht.

Jede Parzelle wurde auf einen extra Hänger gehäckselt und auf dem Hof des Versuchsgutes gewogen,
sodass am Ende der Ertrag der jeweiligen Sorten ermittelt werden konnte. Beim Häckseln war diesmal nicht nur Fingerspitzengefühl gefragt sondern auch Genauigkeit. Von mir alleine hängte das Endergebnis ab, da ich mich bei den Parzellen nicht verzählen durfte.

Der 9600i auf einem Versuchsfeld des Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut in Buttelstedt. Foto: Christiane Fuchs

Zum Glück hatte ich mir eine kleine Tabelle zu Beginn angelegt, sodass mir dieser Fehler auch nicht passieren konnte. Hätte ich mich trotz der Tabelle aus Versehen verzählt, so hätte ein verfälschtes Endergebnis des Versuchsfeldes vorgelegen, mit dem man nicht hätte arbeiten können. Zum Glück verlief der Tag auf dem Versuchsfeld ohne Komplikationen und die Versuche der Maissorten konnten somit problemlos ausgewertet werden.

So jetzt muss ich aber mal wieder etwas für die Uni machen…

Bis bald!

Euer Füchslein

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