Das Klischee, ein Ackerbauer legt jeden Winter ein Sofa durch ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, erzählt er hier.

Was macht ein Ackerbauer im Winter?

Das Klischee, ein Ackerbauer liege jeden Winter ein Sofa durch, ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, und was Hackschintzel damit zu tun haben, erzählt er hier.

Leo-Rösel-PorträtLiebe Hofhelden,

unsere beiden Hauptbetriebszweige sind der Getreideanbau und die Biogasanlage. Während die Arbeit an der Biogasanlage das ganze Jahr über relativ gleich ist, haben wir am Feld im Winter nur wenig zu tun. Personal und Maschinen halten also Winterschlaf? Nicht ganz, denn wir haben uns auch für den Winter ein Geschäftsfeld aufgebaut, wo unsere Kapazitäten genutzt werden können.

Das Klischee, ein Ackerbauer legt jeden Winter ein Sofa durch ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, erzählt er hier.

Hackschnitzel warten auf den Abtransport zum Kunden. Foto: privat

Der Wald vor der Haustüre

Ich lebe in einem der waldreichsten Landkreise Bayerns (47% Waldanteil an der Fläche). Auch besitzt unsere Familie einige Hektar Wald, wo wir im Winter oft anzutreffen sind. Unsere Gebäude beheizen wir mit Holz bzw. Hackschnitzel. Durch verschiedene Kalamitäten (Schadholz von Borkenkäfer, von Stürmen oder Schneebruch) fällt bei uns viel Waldrestholz an, aber nicht nur bei uns sondern auch bei unseren Waldnachbarn. Alles Holz selber zu verbrauchen ist somit nicht möglich. Deshalb haben wir vor einigen Jahren mit dem Verkauf von Hackschnitzeln begonnen.

Das Klischee, ein Ackerbauer legt jeden Winter ein Sofa durch ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, erzählt er hier.

Unseren Muldenkipper haben wir mit einem Trocknungsboden versehen. So können wir die nassen Hackschnitzel trocknen und sofort zum Kunden ausliefern. Foto: privat

Es kam eins zum anderen

Beim Betrieb unserer Biogasanlage fällt neben Strom auch Wärme an, diese wollten wir noch besser nutzen. Auch die Maschinen, die wir im Sommer zur Ernte für die Biomasse verwenden, stehen im Winter nur in der Halle. Und unsere Arbeitskräfte haben im Winter noch die eine oder andere Stunde zur Verfügung.

Das Klischee, ein Ackerbauer legt jeden Winter ein Sofa durch ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, erzählt er hier.

Manche Bunker beim Kunden benötigen spezielle Technik zum Befüllen, wie hier ein umgebauter Ladewagen. Foto: privat

Alle diese Gegebenheiten haben uns dazu bewogen, in den Bereich Hackschnitzeldienstleistung einzusteigen. Wir haben eine Trocknung für Hackschnitzel gebaut und unsere Technik für den neuen Betriebszweig angepasst. Grund hierfür war auch der Bau eines Heizwerkes in unserem Hauptort, der Betreiber hat uns damals gefragt, ob wir nicht die Logistik für seine Hackschnitzel übernehmen können. Auch wollte er nur absolut trockene Ware zum Heizen, damit es nicht zu Ärger mit den Anwohnern kommt.

Das war dann unser Einstieg in dieses Geschäftsfeld. Angefangen für diesen einen Kunden, zählen mittlerweile ein Dutzend Hackschnitzelheizungen zu unserer Stammkundschaft.

Das Klischee, ein Ackerbauer legt jeden Winter ein Sofa durch ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, erzählt er hier.

Hackschnitzelproduktion im Wald, eine typische Arbeit im Winter bei uns. Foto: privat

Wertschöpfung in der Region halten

Was mir am Heizen mit Hackschnitzel gefällt ist, dass die Wertschöpfung bei uns in der Region bleibt. Die Wärme zum Heizen kommt aus dem Wald vor der Haustüre und alle Verarbeitungsschritte werden von Unternehmern aus der Region durchgeführt. Das macht uns auch von Ölimporten und Heizölpreisen unabhängig.

Das Klischee, ein Ackerbauer legt jeden Winter ein Sofa durch ist längst überholt. Was auf Leos Betrieb im Winter los ist, wenn er nicht aufs Feld kann, erzählt er hier.

Als Hackschnitzel Lager dient ein angemietetes Fahrsilo in der Nachbarschaft. Foto: privat

Trocknung auch für weitere Kunden

Mittlerweile haben wir unsere Kapazitäten für Hackschnitzel soweit ausgebaut, dass wir auch für weitere Kunden Hackschnitzel oder Scheitholz trocknen können. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen. So gut, dass es mittlerweile zu Engpässen kommen kann, wenn alles an Wärme am Betrieb verarbeitet ist.

Ihr seht also, durch den Handel und die Verarbeitung von Hackschnitzeln haben wir uns ein weiteres Standbein für den Betrieb geschaffen. Und nachdem Hackschnitzel fast immer im Winter gebraucht werden, passt diese Arbeit perfekt in unseren Ackerbaubetrieb.

Bis Bald!

Euer Leo

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