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Digitalisierung in der Landwirtschaft – wie sieht´s bei den kleinen Familienbetrieben aus?

Die Digitalisierung hält auch in der Landwirtschaft immer mehr Einzug. Doch inwiefern sind die Trends und Entwicklungen für kleinere Familienbetriebe umsetzbar? Gastblogger Leo verrät wie die Digitalisierung in seinem Familienbetrieb bereits genutzt wird.

Hallo Hofhelden,

vor ein paar Wochen blickte die (Landtechnik-) Welt nach Hannover. Es war wieder so weit, alle zwei Jahre trifft sich die Branche um die neuesten Trends und Entwicklungen zu bestaunen. War der Tenor der Messe vor ein paar Jahren noch „größer, schneller, weiter“, so setzt sich jetzt ein neuer Trend durch. Nachdem die Grenzen der Straßenzulassung (Höhe, Breite; Länge) und der Bodenphysik (Gewicht!) längst erreicht oder schon überschritten sind werden Maschinen jetzt eben „intelligenter“. Doch bleibt der Familienbetrieb hier auf der Strecke oder gibt es auch Lösungen für den kleinen Betrieb?

Die Digitalisierung hält auch in der Landwirtschaft immer mehr Einzug. Doch inwiefern sind die Trends und Entwicklungen für kleinere Familienbetriebe umsetzbar? Leo verrät wie die Digitalisierung in seinem Familienbetrieb bereits genutzt wird.

Leo hat einen Ackerbaubetrieb mit den Schwerpunkten Energiepflanzenerzeugung und Marktfruchtbau. Foto: privat

In diesem Beitrag möchte ich euch kurz aufzeigen, wie weit die Digitalisierung in unseren Familienbetrieb bereits Einzug gehalten hat, wo wir noch hin möchten und wo die Stolpersteine für die Digitalisierung bei uns liegen. Wir haben einen reinen Ackerbaubetrieb mit den Schwerpunkten Energiepflanzenerzeugung und Marktfruchtbau, so liegt der Fokus bei der Nutzung von digitalen Dienstleistungen im Bereich der ackerbaulichen Dokumentation und Planung.

Die Digitalisierung findet auch in der Landwirtschaft immer mehr Einzug. Doch inwiefern sind die Trends und Entwicklungen für kleinere Familienbetriebe umsetzbar? Leo verrät wie die Digitalisierung in seinem Familienbetrieb bereits genutzt wird.

Der Fokus liegt bei Leos Betrieb bei digitalen Dienstleistungen für die ackerbauliche Dokumentation und Planung. Foto: privat

Was haben wir da schon alles?

Bis 2014 war unsere Ackerschlagkartei nur auf einem PC lokal nutzbar. Das hatte zur Folge, dass es immer noch eine Zettelwirtschaft gab und diese dann ein, zwei oder drei Mal im Jahr übertragen wurde. Doppelte Arbeit und eigentlich keine Verbesserung zur analogen Variante. Seit 2014 ist unsere Ackerschlagkartei nur mehr online, die Daten werden über eine Cloud gespeichert. Der Zugriff erfolgt über PC, Tablet und Smartphones.

Die Umstellung damals war einfach, die Grunddaten wurden vom Agrarantrag übernommen. Maschinen und Arbeitsverfahren waren schon hinterlegt und Betriebsmittel sind immer auf dem neuesten Stand. Neue Auflagen und Gesetze werden vom Hersteller sehr zeitnah eingearbeitet. Alle anfallenden Dokumentationen werden quasi nebenbei übers Smartphone eingetragen und gebucht- fertig.

Die Digitalisierung findet auch in der Landwirtschaft immer mehr Einzug. Doch inwiefern sind die Trends und Entwicklungen für kleinere Familienbetriebe umsetzbar? Leo verrät wie die Digitalisierung in seinem Familienbetrieb bereits genutzt wird.

Die digitalen Dienstleistungen bringen eine echt Zeitersparnis mit sich. Foto: privat

Die damals neue Software kann noch mehr, mit einem kleinen Hardware Update kann ich mit der gleichen Software auch eine Parallelfahrhilfe nutzen. So habe ich bei Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen alles mit an Bord, eine echte Zeitersparnis!

Ich habe gefallen an den digitalen Helfern gefunden

Der nächste Schritt wurde dann 2018 vollzogen. Wir haben einen neuen Traktor mit RTK Lenksystem bekommen. Zusätzlich wurde noch eine Software im Schlepperterminal installiert, die mit meiner Online Ackerschlagkartei kommuniziert. Jetzt kann ich Aufträge zum Traktor senden und fertige Arbeiten werden direkt vom Schleppersitz aus gebucht und dokumentiert. Auch viele weitere Daten wie Arbeitszeit und Dieselverbrauch sind jetzt in der Dokumentation vorhanden.

Die Digitalisierung hält auch in der Landwirtschaft immer mehr Einzug. Doch inwiefern sind die Trends und Entwicklungen für kleinere Familienbetriebe umsetzbar? Leo verrät wie die Digitalisierung in seinem Familienbetrieb bereits genutzt wird.

Mit der neuen Feldpixel Software können in Zukunft auch Applikationskarten erstellt werden. Foto: privat

Der Weg geht weiter!

Und dieser digitale Weg geht auch in 2019 weiter. Wir haben die Ackerschlagkartei um eine weitere Software ergänzt, die alle Arten von Bildern der Felder verarbeiten kann. Mit diesen Daten wollen wir zukünftig Applikationskarten erstellen. Die Bilder, mit denen die Software gefüttert wird, stammen unter anderem von einer Drohne, die ebenfalls mit einer speziellen Software gesteuert über unsere Felder fliegt.

Die Daten die wir im Sommerhalbjahr sammeln, werden von mir dann im Winter verarbeitet. Auch zum Bewältigen der Dokumentationsflut werden diese Informationen hergenommen. So wird zum Beispiel aus der Datenflut mit ein paar Klicks die fertige Düngebilanz. Auch die verbrauchten Pflanzschutz- und anderen Betriebsmittel sind mit ein paar Klicks ausgewertet und man kann sich im Winter über die Bestellung fürs nächste Jahr machen. So ist das ganze Dokumentieren eine echte Arbeitshilfe.

Vor allem die Luftbild Funktion wird am Tablet oft genutzt

Das neue Terminal – neben Spurführung kann es auch Dokumentation. Foto: privat

Wo geht die digitale Reise für unseren Betrieb hin?

Auf der einen Seite will ich noch mehr Daten sammeln, besonders Aufnahmen mit der Drohne in der Vegetation. Auf der anderen Seite ist mein Ziel die vorhandenen Daten, besonders die Maschinendaten, noch besser auszuwerten und betriebswirtschaftlich zu beleuchten. Ich bin mir sicher, auch hier hat mein Software Hersteller noch ein paar passende Tools parat.

Die Digitalisierung findet auch in der Landwirtschaft immer mehr Einzug. Doch inwiefern sind die Trends und Entwicklungen für kleinere Familienbetriebe umsetzbar? Leo verrät wie die Digitalisierung in seinem Familienbetrieb bereits genutzt wird.

Seit diesem Jahr fliegt auch eine Drohne bei der Feldkontrolle mit über die Felder. Foto: privat

Die andere Seite der Medaille

Bisher war der ganze Beitrag ja sehr positiv geschrieben, natürlich gibt’s auch weniger schöne Dinge bei diesem Thema. Zum ersten, die Datensicherheit. Ja die Daten sind alle online, ja wenn Hacker versuchen da ran zu kommen werden Sie es vielleicht auch schaffen, aber kann nicht auch ein Einbrecher ins Büro einsteigen und Ordner klauen?

Ein ganz anderes Problem bei uns sind die großen weißen Flecken in der Mobilfunk Versorgung, wir haben auf vielen Flächen so schlechten Empfang, dass es nicht mal möglich ist ein Foto per Whats App weg zu schicken… von Datenübertragung in Echtzeit brauchen wir so gar nicht erst sprechen! (Gerade wie ich diesen Text so schreibe, kommt eine Meldung von unserer Landwirtschaftsministerin rein, dass jetzt alle Funklöcher auf dem Land geschlossen werden sollen.)
Das Thema bleibt spannend, wir bleiben dran!

Bis Bald,

Euer Leo

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2 Comments

  • Valentin Heß

    2. Dezember 2019 at 13:40

    Sehr interessanter Beitrag !
    Oft wird der Digitalisierung unterstellt, für kleinere Betriebe eher unnötig bzw Spielerei zu sein, du hast aber sehr schön die andere Seite aufgezeigt. Früher oder später werde ich unseren Ackerbaubetrieb übernehmen, auf dem Digitalisierung bis jetzt eher ein Fremdwort ist. Deswegen würde mich interessieren : Für welchen Softwareanbieter hast du dich entschieden ? Ich will mir das Ganze auch mal anschauen.
    Liebe Grüße
    Valentin

    Antworten
  • Leo Rösel

    2. Dezember 2019 at 14:44

    Hallo Valentin,

    vielen Dank für dein Feedback!

    Wir setzen bei uns am Betrieb die Software der Firma Helm Agrarsoftware ein.
    Wichtig bei der Auswahl des Anbieters ist, dass das System modular aufgebaut ist, so kann immer die passende Anwendung dazu- oder weggebucht werden. Das bieten aber die meisten führenden Hersteller.

    Gruß Leo

    Antworten

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