Fragen und Antworten

Kurz erklärt: Dropleg-System

Nicht alles erklärt sich von selbst. Manche Begriffe, egal wie einfach oder fremdartig sie auch klingen mögen, brauchen eine Erklärung. Für jeden verständlich. Wir erklären das Dropleg-System.

Ihr wisst bestimmt, wie ein Schleppschuhverteiler in der Gülleausbringung aussieht und welchen Zweck er hat. Es geht darum, die Gülle nicht gieskannenmäßig auszubringen, sondern dort zu platzieren, wo sie gebraucht wird – bodennah im Wurzelbereich. Vor allem im Grünland vermeidet man so spätere Futterverunreinigungen und reduziert die Ammoniakverluste bei der Ausbringung.
Nicht genauso, aber ähnlich kann man sich das Dropleg-System im Pflanzenschutz vorstellen. Auch hier wird mit Schleppschläuchen gearbeitet und es geht darum, das Mittel gezielt dort zu applizieren, wo es wirken soll, beziehungsweise nicht dort zu platzieren, wo Nützlinge sich aufhalten, beispielsweise bei Insektizidspritzungen im Raps. Das Pflanzenschutzmittel wird gezielt unterhalb der Blühebene im Bereich der Blätter und Stängel ausgebracht und Blütenbesucher wie Honigbienen kommen so nicht damit in Kontakt.
Weitere Einsatzbereiche sind die gezielte Unterblattspritzung mit Fungiziden zum Beispiel gegen die Stängelphytophthora in Kartoffeln oder die späte Kontrolle von Problemunkäutern in Mais. Mit der richtigen Düse lässt sich das System auch in der Flüssigdüngung einsetzen.

Vor- und Nachteile

Im Vergleich mit der herkömmlichen Ausbringung zeigt das Dropleg-Verfahren in der Fungizidanwendung vergeichbar gute und bei Insektiziden etwas schlechtere Wirkungen. Es ist weniger abdriftgefährdet (75 Prozent Abdriftminderung) und eröffnet dadurch größere Spritzfenster. UV-Strahlung kann die Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln verkürzen. Hier könnte ein weiterer Vorteil der Unterblattspritzung liegen.
Auch der technische Aufbau von Schleppschuhverteiler und Dropleg weisen Parallelen auf. Die Droplegs bestehen aus flexiblen Kunststoffschlepprohren, an deren Ende, je nach Behandlung, unterschiedliche Düsen einzeln oder beidseitig angebracht sind. Die Rohre werden mittels einer Universalmontageplatte am Gestänge der Pflanzenschutzspritze befestigt und können seitlich frei pendeln. Sie lassen sich, je nach Einsatz, ebenso einfach demontieren oder stufenlos in der Reihenweite verschieben.

Dropleg-System

Das Dropleg-System wird direkt an der Pflanze und nicht wie sonst von oben das Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Quelle: Lechler

Der wesentliche Unterschied zum herkömmlichen Spritzverfahren besteht also darin, dass beim Dropleg-Verfahren im Pflanzenbestand appliziert wird statt wie sonst üblich von oben. Die Idee ist nicht neu. Sie stammt aus den 70er-Jahren aus dem Gemüsebau. Heute funktioniert die Technik ebenso in Reihen- wie in Ackerkulturen.
Es gibt derzeit zwei dominierende Anbieter: Das Unternehmen Lechler mit dem DroplegUL, das 2010 in einer Vertriebskooperation mit Syngenta und Amazone eingeführt wurde, und die Firma Agrotop, die auf der Agritechnica 2017 ihr Dropleg-Beluga-System vorstellte.

 

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