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Kopfdünger: „Die Apokalypse ist ausgeblieben.“

In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Maximilian Henne über den Verlust von Insektizidbeizen.

Die erste Rübenaussaat ohne Insektizidbeize! Nervös sind wir zwischen den Reihen umher gekrabbelt, um nach Schädlingen Ausschau zu halten und Bekämpfungsentscheidungen zu fällen. Schon steht die nächste Bestellung ohne umfassenden Beizschutz an. Ende August soll der Raps in die Erde. Der Frust im Berufsstand ist groß, dass uns wichtige und besonders bei der Beize effiziente Pflanzenschutzmittel aus der Hand genommen werden.

Aber man muss ehrlich sein: Auch wenn sich die Rapsbestände ohne Insektizidbeize nicht mehr so einfach etablieren lassen und das wohl auch bei der Rübe künftig kein Selbstläufer mehr sein wird – die Apokalypse ist ausgeblieben. Nach wie vor finden wir hervorragend entwickelte Raps- und Rübenbestände in der Landschaft.

Der Verlust der Insektizitbeizen ist nicht zwangsläufig problematisch. Probleme entstehen vielmehr, wenn wir als Reaktion mit wiederholten Flächenspritzungen Insektizide einsetzen.

Problematisch ist nicht zwangsläufig der Verlust der Insektizidbeizen. Aus meiner Sicht entstehen die Probleme vielmehr, wenn wir als Reaktion darauf mit wiederholten Flächenspritzungen Insektizide einsetzen. Hier schaffen wir uns die nächsten Resistenzprobleme.

Für die anstehende Rapsaussaat wünsche ich mir Mut zur Innovation: Längst ist etwa der Anbau von Begleitpflanzen im Raps praxiserprobt. Er bietet neben vielen anderen Vorteilen eine effektive Reduktion der Schäden durch Rapserdfloh und Kohlfliege. Das ist für mich echter integrierter Pflanzenbau.

Wie sich einst in Großmutters Garten die Mischkultur aus Möhren und Zwiebeln hervorragend ergänzte, gilt das auf dem Acker auch für Raps und Klee. Ganz nebenbei tragen wir damit auch der von der Gesellschaft geforderten Biodiversität Rechnung, ganz ohne Ökozwang oder Flächenstilllegung.

Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Augustausgabe von agrarheute.

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